Lucio hat „sein Bayern-Herz“ verloren

Beim FC Bayern München hatte Lucio keine Wertschätzung mehr erfahren, deshalb zog es ihn ins Ausland. In einem Interview sprach er nun über die Gründe seines Wechsels, seinen Ex-Klub von der Isar und sein Leben in Mailand.

Lucio - Inter Milan (Grazia Neri)
(dw) Mailand. Warum vermissen die Menschen in München noch heute Lucio? Der Brasilianer selbst gab nun in einem Interview mit der Bild am Sonntag die Antwort: „Das liegt wohl daran, dass sich die Menschen daran erinnern, wie ich bei Bayern alles gegeben habe und Titel gewann.“ Und trotz dieser Erfolge hatte er am Ende keine Zukunft mehr, weil der Klub nicht aufrichtig mit ihm umgegangen war: „Ich habe beim Confed-Cup mein Bayern-Herz verloren. Mich erreichten Meldungen, wonach der FC Bayern nicht mehr an mir interessiert sei. Es wäre einfacher gewesen, ein Verantwortlicher hätte mich eingeweiht. Das war das Ende.“ Danach ging der Spieler auch nicht mehr davon aus, dass es sich um reine Spekulationen handele: „Wenn an den Gerüchten nichts dran gewesen wäre, hätten die Bosse sofort dementiert. So wie sie es sonst auch machen, wenn ihnen etwas nicht passt. Ich war immer loyal.“

„Hitzfeld war der Beste“

Er geht auch davon aus, dass es mit Louis van Gaal gut gelaufen wäre: „Alle Trainer haben mich geschätzt. Ich glaube, ich wäre mit van Gaal klargekommen.“ Sein bisher bester Trainer war aber immer noch Ottmar Hitzfeld: „Er war aufrichtig. Als wir gegen Nürnberg verloren, bat er mich in sein Büro. Er kritisierte mich ruhig aber bestimmt. Das hat mir geholfen und imponiert. Er konnte aus jedem das Beste rausholen.“ Dessen Nachfolger Jürgen Klinsmann ist dann an seiner kumpelhaften Art gescheitert: „Er war zu gutmütig. Selbst nach Niederlagen hat er nicht durchgegriffen.“ Nun aber steht er unter José Mourinho, dem Welt-Trainer, auf dem Platz. „Ein Top-Motivator. Wir haben viel Spaß beim Training. Aber wehe, wir spielen schlecht. Dann wird er ungemütlich und laut. Aber der Teamgeist ist hier toll – selbst Stars, die auf der Bank sitzen, bleiben ruhig“, freut sich Lucio. Insgesamt ginge es der Familie „prima“. „Wir leben uns ein, haben jetzt ein Haus gefunden und richten uns ein. Ich freue mich sehr darauf, bald wieder ein eigenes Heim zu haben“, ein Heim, das er in München verloren hat. Und der FC Bayern München wird es längst bereuen, sich um den Brasilianer nicht mehr bemüht zu haben...

Eure Meinung: War es ein Fehler vom FC Bayern München, Lucio gehen zu lassen?

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