Saisonstart der Serie A: Juventus' neuer Anlauf mit Diego

Aufbruchstimmung bei Juventus Turin: Mit neuem Trainer und hochkarätigen Neuverpflichtungen will die „Alte Dame“ Inter Mailand vom Thron stoßen und den ersten Titel seit 2003 holen. Eine zentrale Rolle spielt Neuzugang Diego von Werder Bremen, der unter Ciro Ferrara den Spielgestalter geben soll.

Juventus Turin, der italienische Serie A-Klub (Peace Cup)
(fb) Turin. Die Fans von Juventus Turin können den Saisonauftakt am Sonntag gegen Chievo Verona kaum noch erwarten. Sie sehen ihre Mannschaft gut gerüstet für den Titelkampf gegen Primus Inter Mailand. Die Sehnsucht der Tifosi nach einem großen Titel ist nachvollziehbar: Nachdem die „Scudetti“ 2004 und 2005 im Zuge des „Calciopoli“-Skandals aberkannt wurden und Juve zwischenzeitlich in die Serie B verbannt wurde, wartet der Rekordmeister mittlerweile seit sechs Jahren auf Silberware.

Ferrara sorgt für Aufbruchstimmung


Eine wichtige Entscheidung trafen die Verantwortlichen des Vereins bereits in der Endphase der letzten Saison: Trainer Claudio Ranieri musste seinen Hut nehmen. Viele Fans waren mit seinen Personalentscheidungen und den spielerischen Leistungen nicht mehr einverstanden.

Ex-Spieler Ciro Ferrara übernahm den Posten, rettete noch den zweiten platz in der Endabrechnung und darf sich nun über eine komplette Saison versuchen. Ferrara steht bei seinen Schützlingen hoch im Kurs, die Vorbereitung lief voll nach Plan, Euphorie hat bei der „Alten Dame“ Einzug gehalten. Der 42-Jährige versprach den Fans bei der offiziellen Saisoneröffnung: „Wir sind froh, dass Ihr uns alle mit so großem Enthusiasmus unterstützt. Eine Sache kann ich Euch versprechen: Wir werden in dieser Saison eine Mannschaft sein, die es nicht ertragen kann ein Spiel zu verlieren. Eure hohen Erwartungen sind auch unsere.“

Das Personalkarussel drehte sich


Personell hat sich einiges getan bei Juve: Schwer wiegt der Abgang von Pavel Nedved (Karriereende), der acht Jahre lang seine Stiefel für die „Bianconeri“ schnürte. Ergänzungsspieler wie Marco Marchionni und Cristiano Zanetti (beide zur Fiorentina) suchten sich neue Herausforderungen. Neu im Kader sind dagegen mehrere Hochkaräter: Von Real Madrid kehrte Nationalsmannschaftskapitän Fabio Cannavaro zurück. Er soll ebenso wie die Barca-Leihgabe Martin Caceres die Defensive verstärken. Nachdem der Wechsel von Udineses Gaetano D'Agostino gescheitert war, kam Mittelfeldspieler Felipe Melo aus Florenz und Regisseur Diego wurde von Werder Bremen verpflichtet.

Diego als wichtigster Spieler


Auf eben jenem Diego ruhen auch die großen Hoffnungen Juventini. Für den 24-jährigen stellte Ferrara das System vom langjährigen 4-4-2 mit „flacher Vier“ im Mittelfeld auf eine 4-3-1-2-Formation um. Diego soll für die spielerischen Impulse sorgen, Kreativität bringen und, nicht zuletzt, auch als Torschütze glänzen. Zwar war er in der Sommerpause kurzzeitig von Verletzungsproblemen behindert, zeigte in einigen Testspielen aber bereits, dass er es auch vermag, in einer Mannschaft wie Juventus Turin groß aufzuspielen. Fabio Cannavaro bezeichnete ihn als „fundamentalen“ Spieler für das neue System und Youngster Yago Falque bestaunt den 24-jährigen: „Er ist ein wahrer Champion und eine riesige Verstärkung für Juventus. Ich finde, er ist besser als Kaká.“

Stärken vorne und im Kasten


Diego selbst ist ebenfalls optimistisch. Er hat kürzlich den Scudetto und die Champions League als Ziel ausgegeben. Aber ist der Kader wirklich stark genug, um in allen Wettbewerben nach den Sternen zu greifen? Das Tor ist mit Gianluigi Buffon exzellent besetzt, auch der Sturm mit Kapitän Alessandro del Piero, Amauri, Vincenzo Iaquinta und David Trezeguet genügt gehobenen Ansprüchen. Im Mittelfeld stimmt die Mischung, die Stammformation dürften Momo Sissoko (derzeit noch verletzt), Melo, Mauro Camoranesi und Diego bilden. Dazu gesellen sich routinierte Ergänzungen wie Hasan Salihamidzic, der eine starke Vorbereitung absolvierte, und Christian Poulsen, aber auch große Talente wie Sebastian Giovinco und Claudio Marchisio.

Schwächen auf den Außenbahnen


Bleibt aber noch die Abwehr und hier könnte es zu Problemen kommen: Giorgio Chiellini ist über jeden Zweifel erhaben, er ist in der Innenverteidigung gesetzt. Den Platz neben ihm dürfte sich Cannavaro sichern. Allerdings ist bei ihm auch nicht zu übersehen, dass der Zahn der Zeit nagt und er an Schnelligkeit eingebüßt hat. Auch Nicola Legrottaglie hat in diesem Bereich Defizite, Neuzugang Martin Caceres muss sich noch eingewöhnen. Als Schwachpunkt haben die Experten jedoch die Außenverteidigerpositionen ausgemacht. Zedenek Grygera und Jonathan Zebina auf der rechten Seite verkörpern ebenso wenig internationale Klasse, wie Cristian Molinaro und Paolo de Ceglie auf links.

Buffon spricht von „38 Endspielen“


Juventus ist dennoch sehr gut aufgestellt und dürfte Titelverteidiger Inter Paroli bieten. Keeper Gigi Buffon verrät, mit welcher Einstellung er und seine Mannschaftskameraden in die Saison gehen: „Wir müssen jedes Match Ernst nehmen und immer zeigen, dass der Gegner gegen uns keine Punkte holen darf. Am Ende kann jeder Zähler entscheiden. Uns erwarten 38 Endspiele, damit geht es am Sonntag gegen Chievo los.“

Eure Meinung: Was traut Ihr Juventus in der neuen Saison zu? Wie sind Eure Erwartungen an Diego?



 
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