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Vom Bürgerkrieg zu Lionel Messis Tränen – die Final-Clasicos in der Copa del Rey

1936, 1968, 1974, 1983, 1990, 2011 – sechsmal fand der spanische Clasico auch im Pokalfinale statt. Aktuell steht es unentschieden zwischen den Dauerrivalen.

ANALYSE
Von Ben Hayward

Real Madrid gegen den FC Barcelona. In der 112-jährigen Geschichte der Copa del Rey trafen beide Mannschaften sechsmal aufeinander, die aktuelle Bilanz lautet 3:3. Im April 2014 kommt es zum siebten Clasico im Finale.

Bereits am Dienstagabend konnte Real Madrid den Finaleinzug feiern. Sie gewannen gegen den Vorjahressieger Atletico Madrid mit 5:0 und waren damit das erste Team, welches ohne Gegentor das Finale erreichen konnte. Der Weg der Katalanen ist nicht weniger beeindruckend. Auf ihrem Weg ins Finale am 19. April konnten sie vier Siege einfahren. Das Unentschieden gegen Sociedad (1:1) ist der einzige Fleck auf einer sonst weißen Weste der Männer von Gerardo Martino.

KLASSISCHE POKALFINALS IN SPANIEN
Ergebnis Stadion Jahr
RM 2-1 FCB Mestalla
1936
FCB 1-0 RM
Bernabeu
1968
RM 4-0 FCB
Calderon
1974
FCB 2-1 RM Romareda 1983
FCB 2-0 RM Mestalla 1990
RM 1-0 FCB Mestalla 2011
1936 trafen Real und Barca das erste Mal im Copa-Finale aufeinander, weniger als einen Monat später brach in Spanien der Bürgerkrieg aus. Dieses Finale blieb den Fans aufgrund einer atemberaubenden Parade von Torwart Ricardo Zamora in Erinnerung. In der 90. Minute hielt er den Schuss von Josep Escola und damit den Spielstand von 2:1 für Real fest. Der Schlussmann der Königlichen wird als einer der besten spanischen Torhüter aller Zeiten betrachtet und ist außerdem Namenspate der Trophäe für den besten Torhüter der Primera Division. Anschließend gewann er den, in Copa de la Republica umbenannten, Pokal noch zwei weitere Male. Der spanische Pokal wurde erst wieder 1939, nach Ende des Bürgerkrieges, ausgetragen.

Die Katalanen mussten über drei Jahrzehnte auf eine Wiedergutmachung warten. 1968 war es das Spiel der Kontroversen. Fernando Zunzunegui schoss in der sechsten Minute ein Eigentor, der Siegtreffer für Barcelona. Zu diesem Zeitpunkt hieß der Pokal Copa del Generalismos, benannt nach dem berüchtigten spanischen Diktator Francisco Franco.

Das dritte Aufeinandertreffen war 1974. In der Primera Division verloren die Madrilenen gegen ein von Johan Cruyff inspiriertes Barcelona mit 0:5 und wollten die Revanche im Finale der Copa. Zu dieser Zeit war es Ausländern verboten im Pokal aufzulaufen. Real Madrid musste im Vicente Calderon auf den deutschen Günter Netzer und den Argentinier Oscar Mas verzichten. Bei Barca waren Cruyff (Niederlande) und Hugo Sotil aus Peru nicht spielberechtigt. In einem einseitigen Spiel führte Real bereits nach sieben Minuten und gewann letztendlich mit 4:0. Die Torschützen waren Carlos Alonso Gonzales (Spielername: Santillana) und Jose Martinez Sanchez (Spielername Pirri).

Neun Jahre später kam es zu einem erneuten Clasico in der Copa. In einer gereizten Atmosphäre in Saragossa lieferte sich Diego Maradona mit Jose Antonio Camacho und Paco Bonet zermürbende Duelle und bereitete das erste Tor für Victor Munoz vor. Santillana konnte für die Hauptstädter ausgleichen, ehe Marco Alonso den Titel für die Katalanen mit seinem Tor sicherte. Real Madrid galt zu diesem Zeitpunkt als "ewiger Zweiter" - mit zweiten Plätzen in Liga, Copa, Supercopa und weiteren spanischen Wettbewerben.

In einem engen Spiel 1990 konnte Barcelona erneut den Pokal nach Katalonien holen. In der zweiten Halbzeit schossen Guillermo Amor und Julio Salinas das Team von Johan Cruyff zum Sieg, bereits in der ersten Hälfte des Spieles wurde Madrids Fernando Hierro vom Platz gestellt. Cruyff gewann die Copa zum ersten Mal als Trainer, als er kurz vor der Entlassung am Ende seiner zweiten Saison stand. "Wir brauchten den Pokal. Es war die letzte Möglichkeit, die wir in dieser Saison hatten. Wir hörten einige Dinge über den Klub, aber der Pokalsieg gab uns Selbstvertrauen," sagte Torschütze Amor.

Er ist der einzige Trainer, der offizielle und richtige Entscheidungen der Unparteiischen kritisiert.

- Mou über Pep nach dem Pokalsieg 2011


Im Jahre 2011 feierte Jose Mourinho den ersten Titelgewinn mit Real Madrid. Nach torlosen 90 Minuten köpfte Cristiano Ronaldo die Galaktischen nach einer Angel di Maria-Flanke zum Sieg. Der Argentinier wurde später mit Rot vom Platz gestellt, so dass die Madrilenen das Spiel in Unterzahl beenden mussten. Zuerst dachten die Katalanen, dass sie noch in der regulären Spielzeit in Führung gegangen waren, allerdings stand "Torschütze" Pedro geringfügig im Abseits. Der damalige Barca-Trainer Josep Guardiola sagte damals: "Hätte der Assistent bessere Augen, hätten wir den Pokal gewonnen." Mourinho verspottete seinen alten Freund Guardiola, er sei der einzige Trainer, der offizielle und richtige Entscheidungen der Unparteiischen kritisiere.

In jenem Jahr trafen sie beide Rivalen innerhalb weniger Tage auch im Halbfinale der Champions League zweimal. Mourinho holte damals in der Pressekonferenz den Hammer raus, Sergio Ramos ließ den Pokal vom Bus auf die Straße fallen und Lionel Messi weinte in der Kabine bitterlich.

Am 19. April treffen beide Mannschaften erneut aufeinander. Man darf gespannt sein, was dieses Jahr passieren wird.

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