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Clasico-Splitter: Abzocke, Säbelrasseln und Abschiede

Die Fans müssen für den Clasico tief in die Tasche greifen, Barca übt sich indes in Zweckoptimismus. Die Kritik an Neymar wird lauter, Ancelotti gibt sich selbstbewusst, Casilla...

Vor dem Clasico befindet sich Spanien im Ausnahmezustand. Während Real Madrid als Tabellenführer und Favorit in die Partie geht, herrschen beim FC Barcelona Zweckoptimismus und Abschiedsgedanken. Neymar muss sich weitere Kritik gefallen lassen, die Ticketpreise steigen weiter und Iker Casillas stichelt gegen Lionel Messi, der einen Rekord knacken könnte.

Casillas stichelt Richtung Messi: Obwohl Iker Casillas am Sonntag auf der Bank Platz nehmen wird, ist Reals Torhüter offenbar heiß auf das Spiel und ließ sich eine kleine Spitze Richtung Lionel Messi nicht nehmen: "Ich hatte immer Probleme mit Samuel Eto'o. Jeder weiß, dass Messi ein großer Spieler ist, allerdings ist Samuel auch ein großer Spieler. Aber er spielt anders. Eto'o wusste jedes Detail über uns, er hat uns immer Probleme bereitet und für Gefahr gesorgt." Darüber hinaus zeigte sich Casillas optimistisch: "Das Spiel könnte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen. Wir sind Tabellenführer, haben uns langsam an die Spitze gearbeitet."

Rekordchance für Messi: Der Argentinier könnte derweil auf dem Platz die Antwort geben. Mit 233 Toren liegt Messi nur einen Treffer hinter Real-Legende Hugo Sanchez, dem noch besten Liga-Torjäger aller Zeiten. Ausgerechnet im Bernabeu könnte Messi diese Bestmarke am Sonntag einstellen.

Neymar in der Kritik: Nach seinem tollen Start bei Barca (14 Scorerpunkte in den ersten 14 Ligaspielen) schwächelte Neymar zuletzt. Aufgrund einer Knöchelverletzung musste er einige Wochen zuschauen, seitdem sucht er seine Form und gerät zunehmend in die Kritik. So stimmten die Fans in den Zeitungen "Mundo Deportivo" und "Sport" gegen Neymar und für Alexis Sanchez oder Pedro in der Startelf. Zu allem Überfluss postete ein Freund am Dienstag ein Video aus dem Disneyland in Paris, in dem Neymar mit Mehl im Mund versucht zu singen. Klar, dass das in den spanischen Medien nicht gerade gut ankam. "So bereitet sich Neymar auf den Clasico vor", schrieb etwa die "AS".

Glücksbringer Khedira: Eigentlich schuftet Sami Khedira nach seinem Kreuzbandriss in Augsburg am Comeback, doch für das Duell am Sonntag kommt der Nationalspieler in die spanische Hauptstadt. Khedira fungierte schon bei Reals Auswärtsspiel auf Schalke (6:1) erfolgreich als Talisman, für das Spiel gegen Barca kündigte er sich jetzt ebenfalls an.

Zweckoptimismus bei Barca: Da Real seit nunmehr 18 Ligaspielen nicht mehr verloren hat und Barca auf der anderen Seite vor allem auf fremdem Platz zuletzt strauchelte (ein Sieg in den letzten fünf Liga-Auswärtsspielen), sind die Königlichen bei den Buchmachern Favorit. Die Katalanen halten mit Zweckoptimismus dagegen. "Es ist unmöglich, das Ergebnis vorherzusagen. Egal, welche Taktik man wählt, man braucht immer noch ein perfektes Spiel. Mehr als je zuvor müssen wir jetzt Barca sein und mutig spielen", so Andres Iniesta. Pedro fügte hinzu: "Vielleicht ist Real leichter Favorit, doch in solchen Spielen gibt es eigentlich keinen Favoriten."

Horrende Ticketpreise: Angestachelt durch die spannende Tabellen-Situation steigt die Brisanz des Duells am Sonntag - und damit einhergehend auch die Ticketpreise. Die offiziellen Eintrittskarten kosteten zwischen 70 und 340 Euro, allerdings ist das Bernabeu natürlich schon längst ausverkauft. So müssen Fans, die jetzt noch ins Stadion wollen, bis zu 900 Euro auf den Tisch legen.

Marcelos offene Rechnung: Reals Außenverteidiger hat gegen Barca eine grausame Liga-Bilanz. In Marcelos Clasico-Debüt 2008 gewann Real mit 4:1 gegen den Erzrivalen, seitdemsammelte der Brasilianer gegen Barca sechs Pleiten und zwei Unentschieden. Marcelos Gegenüber Dani Alves dagegen liebt Spiele gegen Real: Barcas Außenverteidiger gewann zwölf von 22 Spielen gegen die Königlichen. "Ein Clasico ist das beste Spiel außerhalb von Endspielen", freut sich Alves bereits.

Selbstbewusster Ancelotti: Carlo Ancelotti vertraut seiner Mannschaft. Der Trainer der Königlichen erklärte unter der Woche: "Natürlich weiß ich, wie meine Anfangself aussieht. Das ist nicht schwierig und ich werde es nicht unnötig kompliziert machen." Kleiner Hinweis: Im abschließenden Trainingsspiel stellten Diego Lopez, Carvajal, Pepe, Ramos, Marcelo, Alonso, Modric, Di Maria,  Bale, Ronaldo und Benzema die erste Mannschaft.

Kein Puyol-Abschied vom Bernabeu: Carles Puyol wird Barca zum Saisonende verlassen, doch der Clasico-Abschied auf dem Platz bleibt dem 35-Jährigen verwehrt. Nach seiner Knieverletzung wurde der Kapitän der Katalanen nicht rechtzeitig fit und schaffte es nicht in den Kader. Barca-Keeper Victor Valdes dagegen freut sich auf seinen letzten Liga-Clasico: "Ich habe viel Respekt vor dem Stadion und würde mich freuen, wenn wir die drei Punkte entführen können."

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