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Wer hat sich bisher im Clasico besser präsentiert - Messi oder Ronaldo?

Beide erzielten im Clasico seit 2009 jeweils zwölf Tore. Aber welcher der beiden besten Spieler der Welt ist dem anderen in den letzten fünf Jahren überlegen gewesen?

Analyse von Ben Hayward

Der Clasico ist zurück. Real Madrid und der FC Barcelona kämpfen einmal mehr gegeneinander. Dabei steht womöglich die Meisterschaft auf dem Spiel. Und wie üblich, ruhen die Hoffnungen der Teams auf den beiden besten Spielern der Welt: Cristiano Ronaldo und Lionel Messi.

Cristiano und Leo treffen zum 21. Mal in einem Clasico aufeinander, nachdem der Portugiese 2009 von Manchester United zu Real Madrid gewechselt war. Die Partie verspricht, eine faszinierende Fortführung des Kampfes zu werden, der die Geschichte des Paars prägt. Aber welcher der beiden hat in den letzten fünf Jahren bei diesem Aufeinandertreffen mehr überzeugt?

In seiner ersten Saison in Spanien gab es für Ronaldo nicht viel zu feiern. Der Portugiese kehrte nach einer Verletzung zurück, um gegen Barcelona im Camp Nou zu kämpfen. Trotzdem verlor Manuel Pellegrinis Mannschaft nach einem Volleyschuss von Zlatan Ibrahimovic mit 0:1. Im Rückspiel gelang Messi der Führungstreffer und die Partie in Madrid endete mit 2:0 für den FC Barcelona.

Die nächste Begegnung war für die Barca-Fans ein denkwürdiger Tag. Die Katalanen zerlegten Jose Mourinhos Madrid mit 5:0 im Camp Nou. Messi traf zwar nicht, bereitete aber zwei Tore für David Villa vor.

Messi und Ronaldo trafen beim 1:1 im Bernabeu im April 2011 jeweils sicher vom Punkt. Vier Tage später köpfte Ronaldo die Madrilenen zum Sieg im Finale der Copa del Rey im Mestalla-Stadion. Messi antwortete eine Woche danach im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals mit zwei Treffern in Madrid.

"Urlauber" Messi treffsicher

In der spanischen Supercopa zu Beginn der neuen Saison führte Messi (der gerade aus dem Urlaub zurückgekommen war) Barca mit drei Treffern und zwei Vorlagen zu einem 5:4 nach Hin- und Rückspiel. "Wenn ich mir später Fotos anschaue, auf denen ich neben ihm zu sehen bin, werde ich sagen können: 'Ich habe mit Leo Messi gespielt' ", sagte sein Teamkollege David Villa ehrfürchtig. Im Rückspiel gelang Ronaldo sein erster Treffer im Camp Nou, mit dem er eine erfolgreiche Serie in der katalanischen Hauptstadt startete.

Zu dem Zeitpunkt hatte Barcelona trotzdem die Oberhand. Messi bereitete ein Tor für Alexis Sanchez vor und die Blaugrana gewann mit 3:1 im Bernabeu im Dezember 2011. Im nächsten Clasico brachte Ronaldo die Königlichen in Führung (in der Copa del Rey im Januar 2012), aber Messis Vorlage für Eric Abidal entschied die Partie zugunsten der Katalanen.

Im Rückspiel begann der Trend zu kippen. Beide Teams lieferten ein unterhaltsames 2:2, in dem Messi einmal mehr eine Vorlage gab. Ronaldo traf erneut und Real konnte nach dem Comeback von einem 0:2-Rückstand etwas Stolz in der katalanischen Hauptstadt erringen.

Das nächste Treffen der beiden Spieler, das 13. im Clasico, gewann Real Madrid – und Cristiano Ronaldo: der Portugiese netzte nach einem Pass von Mesut Özil ein. Dieses 2:1 wurde als entscheidender Sieg auf dem Weg zur spanischen Meisterschaft gesehen. Am Ende standen 100 Punkte für Real Madrid zu Buche.

Beide Spieler waren in den Spielen der spanischen Supercopa-Serie 2012-2013 zur Stelle. Messi traf per Elfmeter. Real setzte sich mit mehr auswärts erzielten Toren durch und der 2:1-Erfolg der Madrilenen war zu diesem Zeitpunkt das erste von fünf sieglosen Spielen in Folge für die Katalanen im Clasico.

Mou: Messi und Ronaldo von einem anderen Planeten

Leo und Cristiano füllten die Schlagzeilen nach dem Aufeinandertreffen im Camp Nou im Oktober. Beide trafen beim 2:2 doppelt für ihre Mannschaft. Jose Mourinho sagte nach der Partie: "Ich denke, es sollte verboten sein, darüber zu diskutieren, wer der beste Spieler der Welt ist, weil diese beiden von einem anderen Planeten sind."

Messi bereitete den Treffer von Cesc Fabregas beim 1:1 im Bernabeu in der Copa del Rey vor, aber Ronaldo lachte zuletzt mit einem Doppelpack beim 3:1-Erfolg im Rückspiel. Sein Teamkollege Sergio Ramos erklärte nach dem Spiel: "Für mich ist Cristiano der beste Spieler der Welt. In diesen Spielen zeigt er sich immer besonders."

Bei der 1:2-Niederlage von Barca in Madrid traf Messi zwar, konnte seine Mannschaft aber nicht mehr retten. Ronaldo kam von der Bank und traf das Aluminium. Damit rüttelte er sein Team wach und Sergio Ramos konnte mit einem Kopfball die Partie für Madrid entscheiden. Trotzdem wurde Barcelona spanischer Meister und erreichte, wie Real in der Saison davor, genau 100 Punkte.

Den Katalanen gelang im Clasico in dieser Saison endlich wieder ein Sieg: das Hinspiel gewann Barca mit 2:1, von Messi war allerdings nicht viel zu sehen. Ronaldo legte den Anschlusstreffer für den jungen Jese auf.

Guardiola: "Niemand ist kompletter als Messi"

Insgesamt haben beide Spieler Eigenwerbung betrieben: Ronaldo entschied ein Copa-del-Rey-Finale, ein -Halbfinale, ein wichtiges Ligamatch sowie die spanische Supercopa. Messi hingegen stach vor allem in einem Champions-League-Halbfinale und einem Pokal-Viertelfinale heraus. Eine Supercopa-Serie entschied er praktisch im Alleingang und half in einigen bedeutsamen Siegen in der Primera Division, darunter dem 5:0, mit.

Nach dieser Partie sagte Pep Guardiola: "Niemand ist kompletter als Messi. Leo ist in allen Belangen der Beste."

In der Tat drückt Messi dem Clasico seinen Stempel mehr auf als Cristiano Ronaldo. Vor allem die Anzahl der Assists unterscheidet sich deutlich: Messi konnte acht Treffer vorbereiten, Ronaldo lediglich einen. Beide trafen jeweils zwölf Mal in den 20 Partien seit 2009. Somit ist Messi in jedem Clasico an genau einem Tor beteiligt.

Was auch immer am Sonntag passiert, diese Erzählung ist für neue Kapitel mit Wendungen und Aufeinandertreffen gerüstet, wenn diese beiden fantastischen Fußballer versuchen werden, ihre Namen weiter in die jüngste Clasico-Geschichte einzubrennen. Bisher ist der Hauptprotagonist seit 2009 aber Lionel Messi, nicht Cristiano Ronaldo.

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