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Erst Micky Maus - dann Clasico: Neymar auf der Suche nach sich selbst

Im Clasico gegen Real Madrid hat Barcelonas Fußball-Popstar Neymar die nächste Chance, sich in die Herzen der Fans zu spielen ...

Barcelona. Vor dem wichtigsten Spiel der Saison suchte Neymar etwas Ablenkung am "glücklichsten Ort der Welt". Im Disneyland Paris knipste der Star des FC Barcelona unter der Woche Erinnerungsfotos vor dem rosa Märchenschloss und, natürlich, mit Micky Maus - die Sorgen in der neuen Heimat und der Clasico am Sonntag gegen Real Madrid waren ganz weit weg.

Trotz seiner teilweise starken Leistungen im Barça-Trikot scheint der 22 Jahre alte Superstar der brasilianischen Nationalmannschaft immer noch nicht so recht angekommen in der katalanischen Metropole. In den vergangenen Wochen sorgten die dubiosen Steuervorwürfe und das Geschachere um die tatsächliche Ablösesumme für deutlich mehr Schlagzeilen als Neymars Leistungen auf dem Rasen - wo er klar im Schatten des großen Lionel Messi steht.

Eine Mannschaft für Lionel Messi

Deshalb sei der in Brasilien von einer ganzen Generation als Heilsbringer vergötterte Alleskönner am Ball beim spanischen Meister "traurig", meinte zumindest Neymars Ex-Trainer Muricy Ramalho bei TV Globo: "Das Team scheint für nur einen Mann zu spielen." Und dieser Mann ist nicht Neymar.

Die Madrider Sportzeitung AS fragte die Blaugrana-Fans, ob der Millionen-Transfer des Brasilianers überhaupt nötig gewesen sei - 75 Prozent sagten Nein. Auf dem Weg in die Herzen der Fans helfen dem Brasilianer nur herausragende Spiele und Tore. So richtig aufgeblüht war der Junge mit dem Brillanten im Ohr aus dem Bundesstaat Sao Paulo aber zuletzt Anfang März - im Nationaltrikot. Mit drei Toren in Südafrika nährte er die Hoffnung auf eine erfolgreiche "Mission Hexa", den Gewinn des sechsten WM-Titels.

Bankdrücker statt Titelgarant

Beim 7:0-Torfestival Barcelonas gegen CA Osasuna am vergangenen Wochenende saß er jedoch auf der Bank, den Einzug in das Viertelfinale der Champions League gegen Manchester City sicherte Messi quasi im Alleingang. "Ohne Neymar läuft Barça wie ein Schweizer Uhrwerk", schrieb die AS.

Innerhalb der Mannschaft von Trainer Gerardo Martino ist der Neuzugang allerdings unumstritten. "Er spielt eine großartige Saison", sagte Linksverteidiger Jordi Alba: "Er musste mit einer Verletzung fertig werden, aber er ist fit und wird uns weiterhelfen." Sieben Tore in 20 Spielen der Primera Divisón sind keine schlechte Bilanz.

Eines davon erzielte Neymar in seinem ersten Clásico im Oktober 2013, sein 1:0 ebnete den Weg zum gefeierten 2:1 in Barcelona. Spielt und trifft er auch am Sonntag (21.00 Uhr) - Barca muss vier Punkte auf Tabellenführer Madrid aufholen -, dürfte das helfen. Barcelona und ihm persönlich.

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