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Seit Sommer kämpfte Carlo Ancelotti mit den Geistern seines Vorgängers - und mit einem Stolperstart. Dass Real sich stabiliserte, zeigt: Es darf gehofft werden.


1.- Mit Ancelotti kehrt der Frieden zurück

Nach Mourinhos Abgang prognostizierten viele eine schwierige Übergangsphase - so wie sie einge seiner früheren Mannschaften (Inter) erfuhren. Ganz so schlimm war es in Valdebebas nicht. Real Madrid erlebte zwar einen Stolperstart, konnte sich aber stabilisieren und ließ mitunter sogar erste Spuren eines neuen und ansehlicheren Stils aufblitzen. Vor allem aber: Mit dem wohlerzogenen Ancelotti ist der institutionelle Frieden wieder eingekehrt. Mit seinem Führungsstil ist der Milan-Veteran das Gegenstück zu Mourinho, dessen beliebtestes Stilmittel neben der Schiri-Schelte, die psychologische Verwirrung des Gegners und die direkte Konfrontation auch mit eigenen Spielern war. Real Madrid gleicht unter Ancelotti wieder mehr sich selbst.



2.- Taktische Varianten

Schon am Tag seiner Präsentation versprach Ancelotti dem Anhang "spektakulären Fussball" - und ganz sicher hat er sich diesem Ziel auch angenähert. Allerdings erwies es sich alles andere als einfach die Konter-Geister der Mourinho-Ära zu vertreiben, als Ballbesitz eine Sache für den Gegner sein sollte. Aber zumindest den Grundstein konnte Carletto legen. Nach einiger Anlaufszeit ist Real taktisch flexibel und kann von einem 4-3-3 auf ein zuletzt wieder praktiziertes 4-2-3-1 umstellen. Madrid beherrscht immer noch den Konter bis zur Perfektion, überzeugt mittlerweile aber auch durch eingeübte Spielzüge mit schnellen Kombinationen. Taktisch ein klarer Fortschritt.



3.- Alonsos Rückkehr sorgt für Stabilität mit Isco und Modric

Eigentlich war es ein zäher Start für Ancelotti, dessen Vorstellungen zu realisieren das Team einiges an Zeit kostete. Xabi Alonsos Rückkehr war darum eine immens wichtige Nachricht Mitte der Hinrunde: Mit dem Routinier läuft es besser. Der Baske kann für das nötige Gleichgewicht zwischen Defensive und Angriff sorgen und gleichzeitig den Spielaufbau lenken. Das Puzzle-Teil, das gefehlt hatte, erst recht seit der Verletzung Sami Khediras, die eine Systemumstellung auf das 4-2-3-1 mit sich brachte. Damit etablierte Ancelotti ein spielfreudiges Dreieck aus Xabi, Modric und Isco. Eines von denen, die Tiki-Taka können: Gegen Valladolid stellten die drei in Sachen Ballkontakten den Saisonrekord auf. In dieser Konstellation hat Real mehr Möglichkeiten und ist weniger vorhersehbar.



4.- Ronaldo trifft und trifft, begleitet
von Bale und Benzema


Auch wenn das Mittelfeld viele Probleme bereitete: Im Sturm gab es immer den Mann, der keinen Platz für Zweifel lässt. Cristiano Ronaldo hat die beste Phase seiner Karriere hinter sich, mit bereits 27 Toren in der Saison 2013/14 (Liga und CL). Der Portugiese ist das Zugpferd der Mannschaft und hat mit Bale und Benzema zwei Brüder im Geiste neben sich. Anfängliche Anlaufschwierigkeiten wurden nach dem Besuch im Camp Nou überwunden, danach legte der BBC-Sturm (Marca) los und ließ sogar den Rekord für das torgefährlichste Trio in der Geschichte des spanischen Fussballs zwischenzeitlich wackeln. In den vier Spielen gegen Sevilla, Rayo, Juve und Real Sociedad traf der königliche Sturm 15 mal am Stück, wobei acht Treffer CR7 erzielte, vier Bale und drei Benzema.



5.- Sergio Ramos, die Enttäuschung der Hinrunde

Neben dem Mittelfeld war auch die Defensive gelegentlich eine Schwachstelle. Zum einen wegen der Verletzung von Raphael Varane und dem fehlenden Gleichgewicht zwischen den beiden ersten Mannschaftsreihen, vor allem aber auch, weil Sergio Ramos sich in einer schwachen Form befindet. Derzeit erinnert nur wenig an den Verteidiger, der vergangenes CL-Halbfinale im Rückspiel Robert Lewandowski den Zahn zog. Für seine derzeitige Verunsicherung bezahlt die ganze Mannschaft. Die rote Karte gegen Galatasaray war sinnbildlich für sein Tief. Der Mann, der bereits bewies, dass er zu den besten Verteidigern des Planeten zählen kann, hat zurzeit nicht das Niveau, um in der Startelf zu stehen.



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