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"König" Neymar überstrahlt blassen Gareth Bale

Neymar hat den 167. Clasico gegen Real Madrid für den FC Barcelona entschieden. Der 91-Millionen-Einkauf Gareth Bale wurde bei Real nach einer Stunde ausgewechselt.

Barcelona. Neymar war der strahlende Held und Gareth Bale der große Verlierer. Das Duell der beiden Toptransfers des Sommers im 167. Clasico ging klar an den brasilianischen Fußball-Popstar. Beim 2:1 (1:0) des FC Barcelona gegen den Erzrivalen Real Madrid gehörte Neymar das Rampenlicht ganz allein - selbst Lionel Messi und Cristiano Ronaldo blieb nur eine Nebenrolle. "Neymar war großartig", schwärmte Barcas Trainer Gerardo Martino.

Der 57 Millionen Euro teure Neuzugang hätte sich sein Clasico-Debüt wohl kaum besser wünschen können. Mit einem frechen Flachschuss düpierte er in der 19. Minute die Defensive der Königlichen und schickte in der 78. Minute Alexis Sanchez mit einem schlauen Pass auf den Weg zur Entscheidung. Dass Neymar hinterher sagte, er sei "sehr glücklich, so ein besonderes Tor erzielt zu haben", war mehr als eine Floskel.

Keine Anlaufschwierigkeiten bei Neymar

Der 21-Jährige schenkte im Camp Nou den Katalanen ein zauberhaftes Erlebnis, das auch bei Barcelonas Presse Begeisterung hervorrief. "El Rey Neymar - König Neymar", schrieb die Tageszeitung Sport. Vier Pflichtspiel-Tore hat der "Nachfolger Peles", wie ihn Barca nach seiner Verpflichtung vom FC Santos ankündigte, inzwischen erzielt, sieben hat er vorbereitet. Von Anlaufschwierigkeiten ist bei Neymar nichts zu sehen.

Gareth Bale kann von solchen Elogen derzeit höchstens träumen. Schon vor dem Spiel spottete die katalonische Presse mit Vergnügen, bezeichnete den Waliser gar als "piscinero" (Schwalbenkönig), weil er zuletzt für die Königlichen einen fragwürdigen Elfmeter herausgeholt hatte. Mit seinem mäßigen Clasico-Auftritt dürfte der 91-Millionen-Mann die Kritiker erneut auf den Plan rufen.

Bale bald wieder weg?

Sechs Einsätze hat der 24-Jährige bisher absolviert, auch aufgrund von hartnäckigen kleineren Blessuren noch nicht einmal durchgespielt. Die hohe Ablöse entwickelt sich immer mehr zu einer enormen Hypothek. Aus England werden bereits Gerüchte gestreut, Bales Episode in Madrid könnte nicht allzu lange andauern. Die Sunday Times will wissen, dass Manchester United die Situation sehr genau verfolge und auf einen Transfer im nächsten Sommer abzielen könnte.

Reals Trainer Carlo Ancelotti verteidigt Bale vorerst gegen die Kritik, selbst nach 61 dürftigen Clasico-Minuten. "Er hat doch nicht schlecht gespielt in dieser einen Stunde. Das sind seine ersten Spiele, und er muss sich an die Mannschaft gewöhnen, das ist doch normal." Auch Cristiano Ronaldo forderte zuletzt bereits Geduld. Aber von Bale wird selbstredend mehr verlangt als ein schlaffer Schuss wie jener in der 15. Minute, der meterweit über das Tor segelte.

Doch auch Ancelotti zog sich Unmut zu, nicht nur wegen des Ergebnisses, dass der eingewechselte Jese in der Nachspielzeit schönte. Das Real-Blatt Marca warf dem Italiener eine viel zu defensive Taktik vor. "Ängstlich" hätten die Königlichen agiert, und das entspreche nicht dem Charakter dieses Vereins. Bei mittlerweile sechs Punkten Rückstand auf Barca nach zehn Spielen werden Bale und Ancelotti auch künftig wohl kaum mit Samthandschuhen angefasst.
   
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