thumbnail Hallo,

Cristiano Ronaldo und Real Madrid verhandeln über den lukrativsten Vertrag für einen Fußballer überhaupt. Und eine Einigung wird es bald schon geben.

EXKLUSIV
Von Ben Hayward & Alberto Pinero

Cristiano Ronaldo steht vor einer Einigung mit Real Madrid. Er soll seinen Vertrag beim spanischen Rekordmeister verlängern und nach Informationen von Goal zum bestbezahlten Fußballspieler des Planeten werden.

Der spanische Spitzenklub und Ronaldos Berater befinden sich in fortgeschrittenen Verhandlungen: Ronaldo soll für weitere fünf Jahre unterschreiben und insgesamt 155 Millionen Euro verdienen. 15 Millionen Euro netto soll er kassieren und damit den lukrativsten Vertrag im modernen Fußball unterzeichnen.

Ronaldo lässt die Alarmglocken schellen

Am Freitag ließ der portugiesische Angreifer, der in 199 Spielen für Real 201 Treffer markierte, die Alarmglocken schellen, als er via Twitter verkündete: "Alle Gerüchte über meine Verlängerung mit Real Madrid sind falsch." Wenige Tage zuvor hatte er noch verkündet, über sein aktuelles Vertragsende im Jahr 2015 hinaus in Madrid bleiben zu wollen,

Nach Portugals 1:0-Erfolg gegen Russland in der WM-Qualifikation hatte Ronaldo verlauten lassen: "Ich habe noch mit Niemandem gesprochen. Aber ich weiß, dass wir uns auf einen neuen Vertrag einigen werden. Im Moment ist für mich nur die Nationalmannschaft wichtig." Er erklärte außerdem, dass seine Zukunft nicht mit der des scheidenden Trainer Jose Mourinho verknüpft sei: "Was Mourinho macht ist für mich nicht entscheidend. Ich kümmere mich um mich und meine Zukuft bei Real Madrid." Das Verhältnis der beiden Landsleute galt einst als überragend, doch in den vergangenen Monaten kühlte es zusehends ab. Grund dafür war eine taktische Umstellung Mourinhos beim Spiel gegen Valencia im Januar.

"CR7" ist nicht mehr traurig

Ronaldos "Traurigkeit" vom Saisonbeginn ist mittlerweile gewichen. Damals hatte er sich enttäuscht gezeigt, dass der Klub ihn bei der Wahl zum Ballon d'Or nicht ausreichend nuterstützt habe. Dazu gesellten sich ein Streit mit Mannschaftskamerad Marcelo und die Weigerung des Klubs, über eine vorzeitige Vertragsverlängerung zu verhandeln.

UNITEDS INTERESSE IST VORHANDEN
Es ist zwar nicht zu einer offiziellen Offerte gekommen, aber Manchester Uniteds Traum, Ronaldo von einer Rückkehr ins "Old Trafford" zu überzeugen bleibt ernsthafter Natur.

Eine öffentliche und private Charme-Offensive rund um das Duell zwischen United und Real in der Champions League erreichte seinen Höhepunkt, als der verlorene Sohn das entscheidende Tor an alter Wirkungsstätte erzielte.

Ronaldo wurde vom Publikum gefeiert. Er sprach später lange mit seinen Ex-Kameraden und lobte seinen ehemaligen Arbeitgeber in höchsten Tönen. In Madrid fühlt er sich dagegen nicht so sehr geliebt. All das hat bei Manchesters Bossen dazu geführt, dass sie Glauben, eine Chance zu haben, ihn von einer Rückkehr zu überzeugen.

Die Wahrheit ist jedoch: Die immensen Summen um die es geht, stellen - neben Reals Unwillen zu verkaufen - nahezu unüberwindbare Hürden auf dem Weg zum Coup dar.

James Goldman, Goal UK
Madrid kaufte Ronaldo 2009 für die Weltrekord-Ablöse von 94 Millionen Euro, nachdem Florentino Perez ins Präsidentenamt zurückgekehrt war. Nach Steuern verdient er im Moment etwa zehn Millionen Euro pro Jahr.

Als Ronaldo in Spanien ankam, galt dort noch das sogenannte "Beckham-Gesetz". Es erlaubte Ausländern, die weniger als zehn Jahre in Spanien gelebt hatten und die über 120.000 Euro pro Jahr verdienten, an Stelle der normalen 45 Prozent nur 23 Prozent Einkommenssteuer zu bezahlen. Beckham war nach seinem Real-Wechsel 2003 einer der ersten, der von diesem Gesetz profitierte.

Mittlerweile hat die spanische Regierung dieses Gesetz kassiert und das bedeutet, Ronaldo müsste künftig 52 Prozent Steuern auf sein Salär an den Staat zahlen. Folglich wäre Real gezwungen, sein Jahresgehalt auf 31 Millionen Euro anzuheben, damit "CR7" auf die von ihm geforderten 15 Millionen Euro netto kommt.

Die "Blancos" wissen auf der anderen Seite, wie wichtig es ist, Cristiano Ronaldo zu halten. Bei Neymar hatte der Hauptstadtklub kürzlich das Nachsehen und beim Dortmunder Duo Ilkay Gündogan und Robert Lewandowski stehen die Chancen auf eine Verpflichtung ebenfalls schlecht. Frühere Transferziele wie Sergio Agüero und Radamel Falcao sind nicht zu bekommen. Gareth Bale ist sehr teuer und nicht willig, einen Wechsel bei Tottenham um jeden Preis durchzudrücken und Edinson Cavani gilt bei den Offiziellen als überteuert. Umso bedeutender wäre die Verlängerung mit Superstar Ronaldo.

Präsident Perez hat bereits öffentlich verkündet, dass Ronaldo der Fixpunkt im neuen sportlichen Projekt des Vereins werden soll. Im vergangenen Monat sagte er: "Ich möchte Real Madrid um Cristiano Ronaldo aufbauen. Und ich möchte, dass Cristiano der bestbezahlte Spieler der Welt wird."

Mehr als Messi, Falcao und Eto'o

Madrid ist bereit, Ronaldos Gehaltsforderungen zu erfüllen. Er soll mehr bekommen als Lionel Messi, der ohne Bonuszahlungen 13 Millionen Euro vom FC Barcelona einstreicht und auch mehr als die 14 Millionen, die Radamel Falcao in Monaco einstreicht. Zwar liegt Ronaldo unter Samuel Eto'os üppigen 20 Millionen Euro Jahressalär bei Anzhi Makhachkala. Allerdings läuft der Vertrag des Kameruners dort nur drei Jahre und damit ist Ronaldos neuer Deal insgesamt höher dotiert.

Allerdings müssen sich beide Parteien noch wegen Ronaldos Persönlichkeitsrechten einigen, dies ist der strittige Punkt: Cristiano gehören davon im Moment 60 Prozent (ein Drittel davon geht an die Beraterfirma Gestifute von Jorge Mendes), 40 Prozent hält der Klub. Der ehemalige Weltfußballer will seinen Anteil in die Höhe schrauben und seine jüngste Twitter-Äußerung und lancierte Presseberichte über einen Stillstand in den Verhandlungen dienen nur dem Zweck, Druck auf Reals Verantwortliche auszuüben. Dennoch gehen alle Beteiligten von einer Einigung in den nächsten Wochen aus.
 

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Umfrage des Tages

Brauchen die Bayern Laurent Koscielny?

Dazugehörig