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Von Skandalen ist der argentinische Weltfußballer Lionel Messi bislang verschont geblieben. Mit der Ankündigung einer Anklage wegen Steuerhinterziehung hat sich das geändert.

Barcelona. Er ist stets bescheiden, immer freundlich, niemals unfair. Bisher ist Barcelonas Lionel Messideshalb ein Musterbeispiel eines Saubermannes gewesen, von Skandalen, ja sogar Skandälchen blieb er verschont. Doch jetzt steht das "Symbol unter Verdacht", wie die spanische Sporttageszeitung Marca titelte - und schlimmstenfalls droht dem viermaligen Weltfußballer eine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung.

Die spanische Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte will Anklage gegen den Superstar des FC Barcelona erheben, Messi soll zusammen mit seinem Vater vier Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Die Presse stürzt sich darauf: Das bislang lupenreine Image des Argentiniers sei "beschmiert" worden, schrieb El Mundo, laut El Pais spielt der große Lionel Messi unter "finanzieller Manndeckung" durch die Staatsanwaltschaft.

Barcas Präsident Sandro Rosell stellte sich hinter seinen Superstar. Er habe "keinen Zweifel an seiner Unschuld", sagte Rosell am Donnerstagnachmittag während einer Pressekonferenz: "Wir sind sehr gelassen."

Insgesamt blieben die spanischen Medien aber eher sachlich und wiesen darauf hin, dass "La Pulga" (der Floh) bisher nur verdächtigt sei - und noch nicht überführt.

"Von Anschuldigungen aus den Medien erfahren"

Messi, der beste Stürmer der Welt, sah sich zur Verteidigung gezwungen, er und sein Vater Jorge Horacio wiesen sofort nach dem Bekanntwerden der Anschuldigungen via Facebook alle Vorwürfe zurück. "Von den Anschuldigungen haben wir aus den Medien erfahren. Wir waren überrascht, denn wir haben niemals eine Straftat begangen", schrieb der Weltfußballer: "Wir sind immer unseren Steuerverpflichtungen nachgekommen gemäß den Empfehlungen unserer Steuerberater, die auch jetzt für uns diese Angelegenheit klären werden." Auch Messis Anwalt Angel Juarez wies gegenüber El Mundo die Vorwürfe zurück. Er betonte, sein Klient habe "seine Steuern immer pünktlich gezahlt".

Konkret beziehen sich die Ermittlungen auf die Steuererklärungen für die Jahre 2006 bis 2009. Laut Berichten der spanischen Nachrichtenagentur EFE hat Messi, dessen Jahressalär bei Barca auf 15 Millionen Euro taxiert wird, anscheinend Teile seines Einkommens über Unternehmen in Belize und Uruguay abgewickelt. Es geht dabei um Lizenzgebühren für Bildrechte, die Messi an Scheinfirmen abgetreten haben soll, um die Erlöse am spanischen Finanzamt vorbeizuschleusen. Die Werbeeinnahmen sollen mindestens 19 Millionen Euro per annum betragen haben.

Vater im Zentrum der Vorwürfe

Im Zentrum der Vorwürfe steht aber anscheinend der Vater des kleinen Dribblers. Die Staatsanwaltschaft wird zitiert, dass "die Initiative zum Steuerbetrug von Jorge Messi ausging". Bereits 2005, als sein Sohn noch minderjährig war, soll Jorge Messi Dritte mit der Schaffung einer ersten Scheinfirma zum Zweck der Steuerhinterziehung beauftragt haben. Allerdings soll Messi junior mit Beginn seiner Volljährigkeit gewusst haben, dass für die Bildrechte in den Jahren 2007, 2008 und 2009 keinerlei Einkommenssteuern gezahlt wurden, das Vorgehen seines Vaters soll er zumindest geduldet haben. Messi unterliegt dem spanischen Spitzensteuersatz von 56 Prozent.

"Das ist alles ein Irrtum. Ich kümmere mich gar nicht um diese Dinge. Ich habe mit Steuerexperten und meinen Anwälten gesprochen, die gerade dabei sind, alles zu klären", sagte Jorge Messi der spanischen Zeitung AS. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen den Messis im schlimmsten Falle sogar Gefängnisstrafen zwischen zwei und sechs Jahren, außerdem droht eine Strafzahlung, die mehr als das Sechsfache der unterschlagenen Summe betragen kann.

Das Klagegesuch sei bei einem Gericht in Messis Wohnsitz in Gava bei Barcelona bereits vorgelegt worden. Unterdessen hat Sportminister Jose Ignacio Wert am Donnerstag erklärt: "Lasst uns Geduld haben, was die Untersuchung ergibt. Natürlich ist das Gesetz gleich für alle, auch für die Nummer eins. Aber es gilt die Unschuldsvermutung, in diesem Fall genauso wie in allen anderen."

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