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Jose Mourinhos Männer besiegten in der Copa del Rey zwar Valencia, aber die Königlichen spielten erneut nur mäßig und müssen sich verbessern.

Kommentar
Von Ben Hayward | Spanien-Experte

Grund zur Sorge. Real Madrid konnte am Donnerstag mit dem 2:0-Sieg gegen Valencia zwar das gewünschte Ergebnis einfahren und dem Halbfinale der Copa einen Schritt näher kommen. Aber die schwache Vorstellung lässt berechtigte Zweifel über die Erfolgchancen wachsen, wenn es erstmal gegen eines der besten Teams weltweit geht. Angesichts der Faktenlage würde Real Madrid momentan verlieren - und muss nun wieder zu alter Form finden, denn harte Test stehen bevor.

Der Titel in La Liga ist ohnehin nur noch ein Traum. Madrid hinkt Barca mit 18 Zählern hinterher und muss den Fokus nun auf die Champions League und die Copa del Rey richten. Es bleibt aber die Sorge, ob der Hauptstadtklub sein Spiel für die bedeutsamen Kräftemessen mit Barca und United in den kommenden Wochen auf ein höheres Niveau heben kann. Die Saison 2012/13 hängt von diesen Begegnungen ab, aber was man 2013 zu sehen bekam, war alles andere als ermutigend.

Nach dem schwachen Auftritt gegen Osasuna konnten die Dinge für Madrid eigentlich nur besser werden. Und sie wurden es, allerdings nur marginal. Wenn die torlose Partie in Pamplona wenig Grund zur Hoffnung gab, tut es der Sieg über Valencia nur geringfügig mehr.

HAPPIGE TESTS IN AUSSICHT
Gegner
Wettbewerb Datum
Valencia (a) La Liga 20.01
Valencia (a) Copa del Rey 23.01
Barca/Malaga (h)* Copa del Rey 30.01
Man United (h) C. League 13.02
Barca/Malaga (a)* Copa del Rey 27.02
Barcelona (h) La Liga 02.03
Man United (a) C. League 05.03
Atletico Madrid (a) La Liga 28/04
*Bei Sieg gg Valencia    
Auf der anderen Seite: Cristiano Ronaldo war nach seiner Sperre wieder auf dem Platz, wirkte agil und mit einer durchgehend positiven Präsenz. Und vom Santiago Bernabeu bekam der Portugiese ein warme und wachsendes Feedback, der Star erhielt mehr Rückendeckung als je zuvor. Aber nicht mal Ronaldo konnte die Stimmung in dieser kalten und vergessenswürdigen Nacht anheben.

Karim Benzemas Tor kurz vor der Pause löste die Blockierung, doch Valencia konnte sich angesichts einiger fragwürdiger Entscheidungen durchaus als unglücklich betrachten. Dreimal wurde Roberto Soldado fälschlicherweise ins Abseits gepfiffen. Dem früheren Madrilene wurde bereits beim 1:1 im Bernabeu im August ein Treffer unter ganz ähnlichen Umständen aberkannt. Er tobte, berechtigerweise.

"Irgend etwas passiert uns im Bernabeu immer", sagte Mittelfeldspieler David Albelda damals nach dem Spiel den Reportern. Aber am Donnerstag musste Valencia die Schuld nur bei sich selbst suchen. Madrids zweiter Treffer folgte einem unbeholfenen Zweikampf von Andres Guardado, der den Ball über die Hand von Gonzalo Higuain ins eigene Netz beförderte. Unbeabsichtigt, aber es war wahrscheinlich die auffälligste Aktion des Argentiniers an diesem Abend

Madrid muss nun am Sonntag in der Liga nach Valencia. Dort wird man sich zum dritten Mal innerhalb einer Woche mit den Männern von Ernsto Valverde messen müssen, denn nächsten Mittwoch schon gibt es das Viertelfinal-Rückspiel im Pokal. Sollten Mourinhos Männer die Sache wie diesen Donnerstag angehen, gibt es keine Garantie auf Erfolg.

Am Ende dürfte ein Zwei-Tore-Vorsprung für den Einzug ins Pokal-Halbfinale reichen, aber gegen Barcelona oder Malaga müssen die Madrilenen einen Gang zulegen. Eine schludrige Performance wie letzten Samstag oder Donnerstag wird eher nicht reichen.

Auch gegen Manchester United nicht, gegen die es in der Königsklasse geht. Keine Frage, Jose Mourinhos Gedanken werden sich um einen möglichen Triumph bei diesem Doppel-Date im Februar und im März drehen. Allerdings wird er sich was ausdenken müssen, um bis dahin eine grundlegende Verbesserung herbeizuführen.

Derweil halten sich Geschichten um einen Umkleide-Eklat und auch die Verletzungssorgen machen die Situation nicht besser. Aber: Diese nächsten zwei Wochen könnten Mourinhos Zeit in Spanien prägen. Sollten sich der Trainer und seine derzeit unter Wert spielenden Kicker nicht zusammenraufen, könnte eine ohnehin schon nicht überzeugende Saison in Tränen enden - eher früher als später.

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