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EXKLUSIV – Mit seinem neuen Klub ist der Ex-Berliner und Ex-Bayer erfolgreich in die neue Saison gestartet. In der Liga läuft’s genauso rund wie in der Europa League.

Enschede. Deutsche Profis in Spaniens Primera Division? Neben Mesut Özil und Sami Khedira bei Real Madrid gibt es seit dieser Saison Verstärkung in La Liga: Vom Bundesliga-Absteiger Hertha BSC wechselten Patrick Ebert nach Valladolid und Christian Lell zu Levante.

Am Sonntag kommt es nun zum Aufeinandertreffen des aktuellen Tabellensechsten Levante mit den „Königlichen“ aus Madrid. Vor dem Topspiel haben die Spanier ihre Aufgabe beim 0:0 in der Europa League beim FC Twente erledigt und befinden sich auf Kurs in die nächste Runde. Wir haben uns exklusiv mit dem Neu-Spanier Christian Lell unterhalten.

 

Darf man zum Unentschieden gratulieren?

Lell: Twente ist Tabellenführer in der Liga. Das ist eine gute Mannschaft. Und wenn man denen zu Hause ein Unentschieden abverlangt, dann kann man schon gratulieren. Wir haben noch zwei Spiele in dem Wettbewerb, da war das Unentschieden wichtig.

Es sah so aus, als ob das Unentschieden genau das war, was Ihr haben wolltet. War das die Ansage?

Lell: Nein, das kann man nicht so sagen. Es ist unsere typische Art, so zu spielen – aus der Kompaktheit heraus versuchen wir, einen Konter zu setzen. Das haben wir das ein oder andere Mal auch geschafft und dann wurde es auch gefährlich vor dem gegnerischen Tor. Aber natürlich war Enschede gefordert, die mussten kommen, denn die haben bei uns verloren und die Spiele werden auch immer weniger. Das war uns klar und deswegen war nicht die Devise, vorne drauf zu gehen und alles auf eine Karte zu setzen.

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War das ein typisches Levante-Spiel?

Lell: Richtig, ganz genau. Aus der Kompaktheit heraus die Bälle erobern, zu stören und dann schnell nach vorne zu spielen. Das haben wir ordentlich gemacht. Hinten heraus haben sie Druck gemacht, das ist klar. Aber wir haben immer dagegen gehalten und insofern sind wir zufrieden mit dem Ergebnis.

Wie ist es zu dem Wechsel von Hertha zu Levante gekommen?

Lell: Der Plan war schon immer, ins Ausland zu gehen. Dann habe ich aber in Berlin für fünf Jahre verlängert, hatte das Ganze schon abgeschrieben und wollte mich voll und ganz auf die Bundesliga fokussieren. Dann sind wir abgestiegen mit Berlin und folglich war ich ohne Vertrag. Danach habe ich gesagt, dass ich gerne ins Ausland gehen würde, wenn sich die Chance bietet. Die Offerte von Levante kam – und das Gesamtpaket hat gepasst: Es ist eine super Stadt, ein toller Verein, wir spielen international.

Mussten Sie sich erst einmal im Internet über den Verein informieren?

Lell: Ja, schon. Das gebe ich auch ganz ehrlich zu. Man merkt dann auch ganz schnell, wenn man in der Stadt war und den Verein kennen gelernt hat, dass es ein familiär geführter Verein ist, der grundsolide aufgebaut ist. Man hört über Spanien ja immer auch die ein oder andere Geschichte – aber das ist bei Levante nicht so. Die sind wirtschaftlich ganz solide aufgestellt und es macht Spaß, dort zu spielen. Natürlich musste ich da auch erstmal herausfinden, habe das recherchiert und mir einen eigenen Eindruck gemacht.

Was fällt einem deutschen Fußballspieler als Erstes bei einem spanischen Verein auf?

Lell: Es ist eine gewisse spanische Lockerheit immer mit dabei, ohne dass es dabei unprofessionell ist. Aber wenn man die deutschen Tugenden kennt und dann nach Spanien wechselt, laufen gewisse Dinge einfach anders ab. In Momenten, in denen man in Deutschland angespannt und ruhig ist, ist hier die Stimmung lockerer. Ohne dass man etwas vernachlässigt oder auf die leichte Schulter nimmt, ist es hier familiär-locker. Das zieht sich bis aufs Fußballfeld.

Wie stehen die Chancen, dass Sie auch am Sonntag gegen Real Madrid in der Startelf stehen?

Lell: Nach meiner Verletzung vor drei Wochen bin ich jetzt reinrotiert in der Europa League. Da die Spiele alle drei, vier Tage stattfinden, ist die Rotation auch Kraft schonend. Die Mannschaft ist insgesamt in der Liga erfolgreich, wir sind im Cup erfolgreich. Es gibt eigentlich wenig Ansätze, etwas zu wechseln. Vielleicht will der Trainer gegen Real Madrid ein bisschen defensiver agieren. Er hat es auch schon öfter so gemacht, dass Pedro Lopez und ich zusammen auf der Seite gespielt haben. Ich weiß es nicht, da lasse ich mich überraschen.

Sie haben sogar Real-Madrid-Erfahrung.

Lell: Kein Pflichtspiel, aber ein Testspiel haben wir in Berlin im letzten Jahr gemacht. Es haben alle bei Real gespielt, Benzema, Ronaldo und die anderen. Aber ich habe jetzt einmal gegen sie gespielt, das ist nicht die allergrößte Erfahrung (lacht). Ich lasse mich total überraschen. Ich freue mich drauf, es ist ein Highlight.

Sind Sie eher ein Ronaldo-Real-Fan oder ein Messi-Barcelona-Fan?

Lell: Ich verfolge diese Liga natürlich jetzt mehr, als wenn man in Deutschland ist, habe mir am Mittwoch auch Barca in der Champions League angesehen. Ich schaue mir beide Mannschaften sehr, sehr gerne an, weil sie super Fußball spielen. Da gibt es für mich keinen Favoriten.

EURE MEINUNG: Was sagt Ihr zu Christian Lells Wechsel nach Spanien? Und hat Levante am Sonntag gegen Real eine Chance?
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