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Es gab sicher schon bessere Tage für Mesut Özil als aktuell mit Real Madrid. Denn nicht nur die Niederlage ist zu verarbeiten, sondern auch die eigene Leistung.
Berlin/Madrid. Mesut Özil hielt den Kopf gesenkt, als er traurigen Schrittes von der Torlinie zurück ins Feld schlich. Die Kamera zoomte sogleich heran, und Fassungslosigkeit war in den Zügen von Real Madrids Spielmacher zu lesen über seinen fast absurden Lattenschuss aus fünf Metern und auch eine gewisse Leere. Real Madrid hat am Sonntag verloren, schon wieder; auf das schmeichelhafte 2:3 im Clasico beim FC Barcelona folgte ein verdientes 1:2 beim kleinen FC Getafe.
Die Frage lautet: Was ist los mit Real, aber mehr noch: Was ist los mit Özil, der laut Expertenwahl 2011/12 noch einer der zehn besten Fußballer Europas war?
Für Real eine gute, für Özil unter Umständen eine beunruhigende Nachricht ist die Verpflichtung des kroatischen Technikers Luka Modric, die der Verein am Montagmorgen offiziell bestätigte.
Schon während der Europameisterschaft schien Özil überspielt, mitunter teilnahmslos, die großen Aktionen blieben aus. Dann kam der Urlaub, die Vorbereitung, Zeit eigentlich für gestresste Profis, sich zu sammeln und auf neue Aufgaben zu konzentrieren. Doch auch acht Wochen später läuft der 23-Jährige seiner Bestform weit hinterher. Sehr weit.
Die 16. Minute von Getafe: Özil und Ronaldo haben die Abwehr mit einem wunderbaren Doppelpass ausgespielt, der Portugiese hat wieder in die Mitte gepasst, jetzt nur noch der Abschluss, doch Özils Schuss geht statt ins weitgehend leere und aus dieser Entfernung eigentlich enorm breite und hohe Tor nur an die Latte.
Mourinho schimpft und rechnet
„Ein inakzeptables Spiel“, schimpfte Real-Coach Jose Mourinho, dem zusätzlich zum Ergebnis eine Rote Karte gegen Ersatzspieler Fabio Coentrao serviert wurde. „Wir waren sehr schlecht. Das Ergebnis war keine Überraschung.“ Nach nur zwei Partien liegt der FC Barcelona, von Real im vergangenen Jahr in der Meisterschaft noch klar distanziert, bereits fünf Punkte vorne. „Das sind natürlich zu viele, zumal erst sechs verteilt wurden“, rechnete Mourinho vor.
Trotz Özils Fauxpas war Madrid durch Gonzalo Higuain in Führung gegangen, hatte sich dann aber zwei tölpelhafte Gegentore eingefangen, eine harmlose Standardsituation und einen Konter. „Ich muss gestehen, dass das ein unerwarteter Rückschlag ist“, sagte Defensivspieler Xabi Alonso. „Wir müssen schnellstmöglich einige Dinge ändern und unser Spiel verbessern.“
Schnellstmöglich, heißt bis Mittwochabend, 22.30 Uhr. Denn dann geht es im Supercup-Rückspiel gegen Barca im heimischen Santiago-Bernabeu-Stadion um den ersten Titel der Saison. Die knappe Niederlage in der vergangenen Woche, die nur dank eines Blackouts von Barca-Keeper Valdes in dieser Form zustande kam, täuschte darüber hinweg, dass Real auch in diesem Spiel nicht konkurrenzfähig war - trotz Führung auch hier.
Vielleicht ist der Modric-Transfer aber auch der nötige Impuls, den Real und Özil gerade brauchen. Konkurrenz belebt ja bekanntlich auch das Fußballgeschäft.
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