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Man weiß nicht so recht, was man sich von Vilanova erwarten darf. Kann der Nachfolger von Guardiola ähnliche Erfolge feiern?

Barcelona. Das Erbe, das es anzutreten gilt, könnte kaum größer sein. Tito Vilanova folgt Pep Guardiola als Trainer des FC Barcelona. Dem Pep Guardiola, der in seiner vierjährigen Amtszeit den katalanischen Trophäenschrank mit vierzehn Pokalen bestückte, und phasenweise Fußball vom anderen Stern spielen ließ. Am Dienstag leitete der Katalane seine erste Trainingseinheit. Wohin führt der Weg des Tito Vilanova? Wer ist Tito Vilanova?

Kein Zufall

Die besondere Beziehung zu Pep Guardiola kommt nicht von ungefähr. Bereits in der Jugendakademie des FC Barcelona begegneten sich beide das erste Mal und durchliefen dort sämtliche Jugendmannschaften. Aus den Ausbildungsinhalten aus „La Masia“ lässt sich auch die Persönlichkeit Vilanovas ableiten. Ehrlichkeit, Demut und der unbändige Wille, Perfektion zu erreichen, zeichneten nicht nur seinen Vorgänger aus.

Die Wege trennen sich - vorerst

Guardiola selbst war es auch, der seinen langjährigen Co-Trainer ins Spiel brachte. „Für mich gibt es keine bessere Alternative“, sagte der Erfolgscoach bei seinem Abschied. Fußballerisch trennten sich die Wege der beiden im Jahre 1990. Die Spieler-Karriere Guardiolas ist bekannt, die des Tito Vilanova liest sich weniger interessant. Mit Teams wie Celta Vigo oder RCD Mallorca pendelte „Tito“ zwischen der ersten und zweiten spanischen Liga. 2002 beendete Vilanova seine aktive Karriere und wurde Trainer beim FC Palafrugell.

2007 übernahm „Pep“ das Amt der zweiten Mannschaft Barcelonas und installierte Villanova als seine rechte Hand. Gleich in ihrer Debüt-Saison stiegen sie mit dem Nachwuchs der Katalanen in die zweite Liga auf und wurden nach dem Rauswurf von Frank Rijkaard zur ersten Mannschaft befördert. Der Rest der Erfolgsgeschichte ist bekannt. Doch welchen Einfluss die Arbeit Vilanovas auf die Erfolgsgeschichte hatte, wurde den meisten erst nach den Worten Pep Guardiolas bewusst.



Gleiche Philosophie

Guardiola lobt seinen Nachfolger in höchsten Tönen und auch das Vertrauen der Verantwortlichen und Spieler hat Vilanova auf seiner Seite. Doch wie geht es weiter mit dem FC Barcelona unter neuer Führung? Vilanova selbst sieht keinen Grund, drastische Veränderungen vorzunehmen. Er will weiterhin auf die Jugend setzen und auch am Spielsystem nichts ändern. Einzig und allein personelle Veränderungen soll es geben.

Eine davon war die Verpflichtung von Jordi Alba, der als Linksverteidiger über kurz oder lang Eric Abidal ablösen soll. Ein weiterer Transfer ist geplant. „Wenn wir einen Spieler finden, der sowohl im zentralen Mittelfeld als auch in der Innenverteidigung spielen kann, wäre das perfekt“, sagte Vilanova auf seiner ersten Pressekonferenz.

Fluch oder Segen

Von Weitem betrachtet steht der FC Barcelona unter der Leitung eines neuen Pep Guardiola. Herkunft, Persönlichkeit und Philosophie sind identisch, was Vilanova dennoch in die Knie zwingen könnte, ist der riesige Erfolg seines Vorgängers. Gelingt es ihm, dem Druck Stand zu halten, sich vom öffentlichen Fokus nicht überrumpeln zu lassen, könnte Vilanova eine eigene, neue Ära beim FC Barcelona einläuten.

Ebenso könnte der Schuss auch nach hinten los gehen. Sollte „Tito“ über einen längeren Zeitraum Erfolg haben, wird auch er sich die Rufe eines Selbstläufers gefallen lassen müssen. Um zu überleben braucht „Tito“ Erfolge. Das Amt des Tito Vilanova mag für viele Trainer die Wunschstation sein, jedoch kann es auch eine undankbare Aufgabe werden, den großen FC Barcelona zu trainieren. Das Jahr eins nach Guardiola beginnt.

EURE MEINUNG: Kann Vilanova den FC Barcelona zum Erfolg führen?
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