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Aus'm Pott ins Bernabeu: Der Steilflug des Mesut Özil
Man glaubt es kaum, aber deutsche Spieler sind wieder ein heiß begehrtes Gut im Ausland und eine umworbene Exportware. Mesut Özil ist nach Sami Khedira nun schon der zweite Kicker in diesem Sommer, der den Weg aus der Nationalmannschaft zu Real Madrid fand. Der geborene Gelsenkirchener macht damit nicht nur den nächsten Schritt in seiner Karriere, sondern einen echten Weitsprung.
Von Christoph VOGEL
Bremen/Madrid. Unbestritten ist, dass Mesut Özil eines der größten deutschen Talente ist, die derzeit über Europas Fußballrasen laufen. Aber dass der 21-jährige nun tatsächlich bei Real Madrid landen und damit den kühlen Bremer Norden hinter sich lassen würde, ist zumindest ein Augenreiben wert. Eine tolle Saison und eine gute Weltmeisterschaft überzeugten Real-Trainer José Mourinho vollends, sodass Mesut Özil in Zukunft tagtäglich Doppelpass mit Cristiano Ronaldo an Stelle von Philipp Bargfrede spielen wird. Özil hat zum Steilflug angesetzt.
Offiziell: Mesut Özil wechselt zu Real Madrid
Problemfall Özil
Am 31. Januar 2008 gab Werder Bremen den Wechsel von Mesut Özil bekannt. Der damals 19-jährige kam mit sofortiger Wirkung vom FC Schalke 04 an die Weser und kostete stattliche 4,5 Millionen Euro. Schon zu dieser Zeit wusste Klaus Allofs, was er da für ein Talent an Land gezogen hatte.

Der 19-jährige Özil im Trikot des FC Schalke 04
Doch auf Schalke war Özil zuvor so etwas wie ein Problemfall und machte dem Trainer Mirko Slomka viel Kopfzerbrechen. Seine Qualität war unbestritten, doch der seit 2005 auf Schalke spielende Jungstar forderte in den Vertragsverhandlungen 1,5 Millionen Euro Gehalt pro Jahr – viel zu viel für Slomka, der ihn rigoros abstrafte und suspendierte.
Mit Schalke überworfen
Schalkes damaliger Sportdirektor Andreas Müller sah den Wechsel daher mit einem weinenden Auge: „Am liebsten wäre es uns gewesen, hätte Mesut seinen Vertrag – wie eigentlich schon vereinbart – bei uns verlängert. Denn wir halten ihn nach wie vor für ein riesiges Talent, das wir ungern an einen starken Bundesliga-Konkurrenten abgeben. Aber in der Sache gab es zuletzt unüberbrückbare Differenzen.“ 1,5 Millionen Euro für einen Teenager, das kam bei den Gelsenkirchenern gar nicht gut an. So ging es mit einem Dreijahresvertrag nach Bremen und der Aufstieg begann.

Akte Werder beendet
Thomas Schaaf zügelte das Temperament des Heißsporns und brachte Özil wieder auf den Boden der Tatsachen. Innerhalb von zwei Jahren wurde Özil zum Nationalspieler, fuhr mit der DFB-Elf nach einer starken Saison nach Südafrika zur WM und machte dort weiter auf sich aufmerksam. Auch José Mourinho hatte genau zugeschaut und Gefallen an Özil gefunden, der schon ein Jahr zuvor mit der U21-Nationalmannschaft Europameister geworden war. In 71 Spielen schoss er für Werder 12 Tore und spielt nun also im ehrwürdigen Santiago Bernabeu.

Nächster Karrieresprung
Özils Vertrag lief noch ein Jahr, aber man hätte ihn in Bremen gerne gehalten, natürlich mit der Hoffnung auf eine Verlängerung. Als aber Real anklopfte, konnte und wollte Özil nicht mehr Nein sagen. Der nächste Karrieresprung ist gemacht, ob er aber bei den Königlichen auch königlich viele Einsatzzeiten bekommen wird, ist ungewiss. Doch Mourinho ist ein Fuchs, der weiß, wie er mit Spielern wie Özil umzugehen hat. Das Beispiel Christoph Metzelder zeigt, dass der ganze Schuss jedoch auch nach hinten losgehen kann. Aber wieso soll Mesut Özil bei Real nicht einschlagen? Die Zeit wird es wie immer zeigen.
Eure Meinung: Kann sich Mesut Özil in Madrid in die erste Elf spielen?
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