Darum gewinnt der FC Barcelona den Clasico

Der Clasico lässt keinen kalt. Auch in unserer Redaktion sorgt das Spiel für heftige Diskussionen. Die Meinungen, wer am Ende als Sieger den Platz verlässt, gehen deutlich auseinander.

Stankovic, Pique, Barcelona, Inter (MARCA)
Von Ramon RAM
 
Barcelona. Ich möchte hier gar nicht großartig auf die Qualitätsunterschiede beider Mannschaften eingehen. Die gibt es nämlich nicht. Ob nun Ronaldo oder Messi besser ist, ob Iniesta oder Kaka besser ist, muss jeder für sich beantworten. Der eine steht auf Messi und Iniesta, der andere bevorzugt Ronaldo und Kaka. Diese Diskussion würde zu nichts führen.

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Gründe sprechen für Barcelona
 
Doch es gibt deutliche Gründe, die klar für den FC Barcelona sprechen. Der wohl größte Vorteil ist, dass die Katalanen eingespielt sind und sich seit Jahren kennen. Die Mechanismen stimmen, jeder weiß, was der andere tut. Das ist bei Real (noch) nicht der Fall und man merkt dies auch im Spiel. Oft sind die Siege glücklich zu Stande gekommen, wirklich überzeugen konnte die Pellegrini-Elf selten.
 
„Xavi und Iniesta lassen dich alt aussehen“
 
Das konnte auch der FC Barcelona nicht immer, doch das Spiel gegen den FC Barcelona hat wieder einmal gezeigt, dass die Mannschaft an einem guten Tag unschlagbar ist. Wenn Xavi und Iniesta in Spiellaune sind, dann nehmen sie jeden Gegner auseinander – auch das um 270 Millionen Euro verstärkte Real Madrid. Das musste im CL-Finale auch Sir Alex Ferguson anerkennen, der meinte: „Xavi und Iniesta können den Ball stundenlang halten, da siehst du immer blöd aus.“
 
Klare Philosophie
 
Selbst die Ausfälle von Messi und Ibrahimovic steckte die Mannschaft scheinbar mühelos weg, auch weil Barcelona eine klare Philosophie vorgibt. Philipp Lahm bekrittelte das bei den Bayern, bei Real Madrid ist es nicht wirklich anders. Stars werden gekauft, aber System und Taktik steckt kaum eine dahinter. Mit diesem Dilemma muss sich auch Manuel Pellegrini auseinandersetzen – er hat Weltstars, aber passen die Weltstars auch in sein bevorzugtes System? Eher nicht.

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Auf den Punkt motiviert
 
Die Barca-Fans haben in dieser Saison hin und wieder gezweifelt an ihrer Mannschaft, doch im Spiel gegen Inter kam der Glaube an das Team wieder zurück. Von der „Reaktion eines Champions“ oder „Hier ist der Champions-League-Sieger wieder“ war nach dem Spiel die Rede. Das trifft es ganz genau: Wann immer die Mannschaft in der Ära Guardiola gefordert war, war sie auf den Punkt motiviert. Das war gegen Inter so, das war in der vergangenen Saison in den Schlüsselspielen so und das wird auch gegen den Erzrivalen am Sonntag so sein.
 
Taktisch macht Guardiola keiner was vor
 
Ein weiterer entscheidender Punkt ist Pep Guardiola höchstpersönlich. Der Erfolgstrainer, der in seiner Premierensaison das Triple holte, kann taktisch jeden Gegner überraschen. Selbst „Taktik-Mastermind“ Jose Mourinho führte er aufs Glatteis. Sein taktischer Schachzug, Iniesta nicht als Messi-Ersatz sondern als vierten Mittelfeldspieler aufzubieten, erwies sich als genial. Der Spanier war überall auf dem Platz zu finden und so von seinen Gegenspielern nicht in den Griff zu bekommen.

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Camp Nou als Festung
 
Entscheidend kann natürlich auch der Heimvorteil werden. 97.000 Katalanen werden ihr Team nach vorne peitschen und bedingungslos unterstützen. Da könnte es auch in die Karten spielen, dass Real Madrid etwas gutzumachen hat. Die Königlichen können sich nicht wie unter Juande Ramos hinten reinstellen, das würde Florentino Perez wohl nie verzeihen. Ein offensiver Gegner ist Barcelona deutlich lieber, als eine Mannschaft die mit zehn Mann verteidigt – so wie Real im letzten Jahr.
 
Qualität wird nicht den Unterschied ausmachen
 
Spannung ist garantiert, die Qualität beider Mannschaften ist riesig und am Ende werden Kleinigkeiten entscheiden. Kleinigkeiten, die ich eher auf Seiten der Katalanen sehe.

Kollege Bauer hat sich Gedanken über Real Madrid gemacht und fünf gute Gründe aufgelistet, warum Real Madrid gewinnt.

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