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Carlos Bacca zählt zu den großen Entdeckungen dieser Saison

Der Mann, der Real Madrid schockte - Sevillas Carlos Bacca im Porträt

Carlos Bacca zählt zu den großen Entdeckungen dieser Saison

Getty Images

Der kolumbiansche Stürmer hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich. Noch vor ein paar Jahren verkaufte der Sevilla-Star Bustickets und spielte in der zweiten Liga.

PORTRÄT
Von Ben Hayward

Carlos Bacca hat etwas aufzuholen. Der Stürmer des FC Sevilla genießt das Scheinwerferlicht, in dem er steht, seitdem er vor wenigen Tagen Real Madrid mit einem Doppelpack im Alleingang erlegte. Dank seiner immer stärker werdenden Leistungen ist Sevilla in den letzten Monaten stark aufgekommen. Dabei war bei Bacca nicht immer mit solch einer Entwicklung zu rechnen.

Der kräftige und schnelle Angreifer mit dem ausgeprägten Torriecher machte sich als erstes in seiner kolumbianischen Heimatstadt Barranquilla einen Namen. Die bekannteste Tochter der Stadt ist übrigens Shakira. Doch während es die Sängerin schon in jungen Jahren zu Weltruhm brachte, kickte Bacca mit 22 Jahren noch in Kolumbiens zweiter Liga Primera B.

Nachdem er mit dem FC Barranquila den Aufstieg verpasst hatte, wurde Lokalrivale Junior de Barranquilla auf ihn aufmerksam. Das passte, denn von diesem Klub war Bacca seit Kindheitstagen ein Fan. Als Torschützenkönig (15 Treffer) im Unterhaus wechselte er also in die erste Liga.

Bei Junior schaffte er auf Anhieb den Durchbruch. 23 Tore gelangen ihm 2009 in 41 Spielen und eine ähnliche Quote hatte er auch im Jahr darauf. So schaffte er es auch in die Nationalmannschaft und debütierte 2009 beim 1:1 in La Paz gegen Bolivien. Bacca erzielte dabei per Kopf den kolumbianischen Treffer. Dennoch wurde er in der Folge zwei Jahre lang nicht mehr in die Nationalelf berufen.

CARLOS BACCA | Sevilla, Stürmer, 27

KARRIEREDATEN
Einsätze 301
Treffer 161
Torquote 0.54
SPIELERAKTE
Vertrag bis 2018
Ausstiegsklausel €30m
Er erinnert an... Luis Fabiano

Das hielt ihn aber nicht davon ab, für seinen Klub weiterhin regelmäßig einzunetzen. Im Januar 2012 wechselte er nach Europa und heuerte in Belgien beim FC Brügge an. Er absolvierte bis zum Ende der Spielzeit 2011/12 zehn Einsätze und markierte drei Treffer. Der Eingewöhnung folgte eine formidable Saison: Mit 25 Tore in 35 Partien krönte er sich zum Torschützenkönig.

Scouts aus ganz Europa wurden auf ihn aufmerksam und der FC Sevilla machte schnell Nägel mit Köpfen. Bacca ähnelt in seiner Spielweise Sevillas langjährigem Torjäger Luis Fabiano und als der Klub einen Ersatz für den abgewanderten Alvaro Negredo suchte, war Bacca die erste Wahl. Der 27-Jährige kostete rund sieben Millionen Euro Ablöse und dieses Geld wirkt mittlerweile sehr gut angelegt. In 42 Begegnungen für die Andalusier traf er 19 Mal, drei Tore davon gelangen ihm in zwei Matches gegen Real Madrid. Binnen fünf Jahren hat er sich also aus der Anonymität der zweiten kolumbianischen Liga in das Rampenlicht befördert.

"Ein außergewöhnlicher Stürmer"

Damals verkaufte er übrigens nebenbei Bustickets, um sein Gehalt aufzubessern, weil er allein vom Fußballspielen nicht leben konnte. Nun steuert er auf die WM-Teilnahme zu und ist einer der Offensivspieler mit der besten Form in Europas Topligen. Eine bemerkenswerte Metamorphose.

Rafa Paz, ehemaliger spanischer Nationalspieler vom FC Sevilla, schwärmte im Gespräch mit Goal: "Er ist ein außergewöhnlicher Stürmer. Es gibt Momente, in denen er isoliert wirkt. Aber dann taucht er ganz plötzlich in einer gefährlichen Position auf und trifft wie es die ganz Großen tun. Er hat großen Hunger und will allen beweisen, dass er ein toller Stürmer ist, der auch bei einem absoluten Topklub spielen kann."

Sevilla erlebt allerdings im Moment unter Unai Emery einen echten Aufschwung. Nach sechs Siegen in Folge ist der Verein unter Spaniens Top Fünf zurückgekehrt und in der Europa League steht der UEFA-Cup-Sieger von 2006 und 2007 im Viertelfinale. Die Sevillistas hoffen daher, dass Bacca dort bleibt, wo er aktuell erfolgreich ist.

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