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Valencia musste in der jüngeren Vergangenheit viele Schlüsselspieler abgeben. Doch neue, aufstrebende Talente füllen mittlerweile die Stammelf...



Von Enis Köylü

David Villa. Juan Mata. David Silva. Roberto Soldado. Jordi Alba. Die Liste der Stars, die den FC Valencia in den vergangenen Jahren verlassen haben liest sich mittlerweile wie ein Who-Is-Who des spanischen Fußballs. Aber auch ohne sie sind die Los Che in dieser Saison ein ernsthafter Kandidat auf den triumph in der Europa League.

Natürlich ist es nicht mehr das Valencia, das viele noch kennen. Dieser Aderlass von Starspielern gepaart mit Inkonstanz auf der Trainerposition führte im vergangenen Jahr dazu, dass der Traditionsverein zum ersten mal seit einer gefühlten Ewigkeit den Einzug in die Champions League verpasste.

Den Klub, der gerne in ein anderes Stadion umziehen möchte, plagen finanzielle Sorgen. Es war daher nicht möglich, erfahrene Verstärkungen zu verpflichten. Stattdessen musste Valencia notgedrungen auf junge Spieler setzen. Aber können diese Firschlinge auf Sicht die abgewanderten Hochkaräter ersetzen?

LÄNGST WEG
 DAVID VILLA ZU BARCELONA
Er erzielte über 100 Tore für Valencia und wechselte 2010 für 35 Millionen Euro zu Barca.
 DAVID SILVA ZU MAN CITY
Das Eigengewächs verließ kurz nach Villa den Klub und ging für gut 25 Millionen Euro zu Manchester City.
 JUAN MATA ZU CHELSEA
Er füllte die Lücke, die Silva hinterlassen hatte und verabschiedete sich ein Jahr später für eine Ablöse von 23,5 Millionen Euro gen London.
 JORDI ALBA ZU BARCELONA
Großgeworden in La Masia, feierte Alba in Valencia seinen Durchbruch. 2012 kehrte er nach Barcelona zurück und kostete 12,3 Millionen Euro.
 ROBERTO SOLDADO ZU TOTTENHAM
Jahrelang war Soldado als Torgarant für Los Che eine Bank. Im vergangenen Sommer entschied er sich für einen Wechsel auf die Insel.

Valencias größte Schwachstelle in dieser Saison ist der Angriff. Zwar hat Ex-Torjäger Roberto Soldado bei Tottenham große Probleme, doch in Spanien war er stets ein zuverlässiger Torschütze mit einer bärenstarken Quote. Zudem verfügte er über große Präsenz und war damit im finalen Spielfelddrittel ein wichtiger Fixpunkt.

In Paco Alcacer verfügt der FC Valencia allerdings auch über eines der größten Sturmtalente Spaniens. Während einer Ausleihe nach Getafe in der Vorsaison sammelte er wertvolle Spielpraxis bei den Senioren und machte nebenbei noch seinen Schulabschluss. Seine Leistungen in dieser Saison sind durchaus vielversprechend: Er steht bei elf Pflichtspieltoren.

Mit seinen 1,83 Metern mangelt es ihm noch an Durchschlagskraft in Kopfballduellen. Dafür ist er eiskalt im Abschluss und er machte sich einen Namen, als er früher in der Saison einen famosen Siegtreffer für die Gäste in Barcelonas Camp Nou erzielte. Der 20-Jährige hat mehrere Junioren-Auswahlmannschaften der Iberer durchlaufen und 2012 gewann er an der Seite von Spielern wie Gerard Deulofeu und Jese Rodriguez die U-19-Europameisterschaft.

In Valencia sind sie von seinen Fähigkeiten überzeugt und hoffen, dass er sein Potenzial bald voll ausschöpft und sich zu einem herausragenden Stürmer entwickelt. Trainer Juan Antonio Pizzi jedenfalls scheut die ganz großen Vergleiche nicht: "Vergleicht man ihn mit anderen Spielern auf der Welt, dann sind nur Messi und Cristiano aktuell treffsicherer. Einen Spieler wie ihn in guter Form zu haben, ist unbeschreiblich wertvoll."

Einer, der an der Seite Alcacers zu einer Stütze des "neuen Valencia" werden soll ist der Argentinier Fede. Der 21 Jahre alte Federico Cartabia, genannt Fede, absolviert seine erste Profisaison und hat bis dato vor allem in der Europa League sein Talent aufblitzen lassen. Bereits 2006 verließ er seine südamerikanische Heimat und kam nach Spanien. Nun ist er so gut in Schuss wie nie und war bei beiden Spielen im Achtelfinale gegen Ludogorets ein ständiger Unruheherd.

Er verfügt über außergewöhnlich gute Ballkontrolle, einen starken linken Fuß und ist nur schwer von der Kugel zu trennen. Sein Spitzname lautet "Fede Messi", in Anlehnung an den Ex-Weltfußballer, der ebenfalls aus Rosario stammt.

In Argentinien ist sein Aufschwung nicht unbemerkt geblieben. Mario Kempes, Weltmeister von 1978, sagte im Oktober: "Er hat mich mit seinen Fähigkeiten überrascht. Er nimmt es mit den Gegenspielern auf und bricht immer nach vorne durch. Egal, ob er den Pass spielen will, oder mit dem Gegner laufen möchte. Er ist noch jung und er braucht Spiele, aber er wird in Zukunft für Valencia ein wichtiger Spieler sein."

Nach fünf Jahren in Valencia verließ Jordi Alba 2012 Valencia und kehrte ins Camp Nou zurück. Gut für Coach Pizzi, dass er mit Juan Bernat einen Außenverteidiger hat, der in der Lage ist, in die Fußstapfen des spanischen Nationalspielers zu treten.

Bernat ist ein umgeschulter Außenstürmer, der aus Valencia stammt und es durch die Jugendabteilung in die erste Mannschaft geschafft hat. Von den drei Jungstars verfügt er über die meiste Erfahrung. Der heute 21-Jährige debütierte 2011 und ist wie sein Vorgänger Alba von großem Offensivdrang geprägt. In Spanien gilt er als größtes Talent auf seiner Position.

Im Gegensatz zu Alba hat sich Bernat aber klar zu Valencia bekannt und soll in Kürze einen neuen langfristigen Vertrag unterschreiben. Damit soll das Interesse der Großklubs Manchester United, Real Madrid, Chelsea, Milan und Inter abgewehrt werden.

Kein Wunder, dass Präsident Amadeo Salvo sagt: "Wir sind sehr zufrieden und wir arbeiten hart an seiner Verlängerung. Wir wollen nicht wieder eine Situation wie mit Jordi Alba erleben."

Der Weg an die Spitze wird für Valencia gewiss noch steinig werden. Aber die nachrückenden Talente dürfen den Fans durchaus Anlass zur Hoffnung geben.

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