thumbnail Hallo,

Der Dopingarzt ist mehr oder minder mit einem blauen Auge davon gekommen. Zwar wurde er verurteilt, doch die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Madrid. Der Sportmediziner Eufemiano Fuentes ist das Gesicht des größten Dopingskandals in der spanischen Sportgeschichte. Das Gericht in Madrid erklärte den Dopingarzt schuldig. Das Urteil fiel aber milde aus: Ein Jahr Gefängnis und ein vierjähriges Berufsverbot. Aufgrund der spanischen Gesetzeslage wird die Strafe zur Bewährung ausgesetzt, da für Verurteilungen unter zwei Jahren keine tatsächliche Haft fällig wird. Auch Verbindungen zum Fußball waren angenommen worden.

"Gesundheit meiner Patienten schützen"

Der 57-Jährige war am 23. Mai 2006 festgenommen worden. In zwei Labors hatte die spanische Polizei Dopingmittel und mehr als 200 Beutel mit Blut und Blutplasma aufgefunden. Mit dem Urteil - fast sieben Jahre nach der Aufdeckung der Affäre - ist der Mediziner glimpflich davongekommen.

Aufgrund der verschlüsselten Beschriftungen der Blutbeutel konnten nicht alle Personen identifiziert werden. Die Aufdeckung der "Operacion Puerto" hatte mehr als 50 Radprofis in Dopingverdacht gebracht, darunter Jan Ullrich, Ivan Basso oder Tyler Hamilton. Die restlichen "Kunden" wurden bis heute nicht genannt. Eine Namensliste liege im Safe, sagte Fuentes, der in Gran Canaria lebt.

"Mir als Arzt geht es darum, die Gesundheit meiner Patienten zu schützen", hatte sich Fuentes damals in einem Radio-Interview mit Cadena SER gerechtfertigt.

Doping im Fußball?

Die spanische Zeitung El Pais enthüllte, dass er eine Zusammenarbeit von Fuentes mit dem Fußballverein Real Sociedad San Sebastian gegeben hat. Der damalige Präsident Jose Luis Astiazaran – mittlerweile Vizepräsident des spanischen Fußballverbandes – soll über viele Jahre Dopingmittel beim nun verurteilten Arzt gekauft haben.

Der Weltverbandes FIFA habe dagegen keine Hinweise im Bericht der "Operacion Puerto" gefunden, die auf eine Zusammenarbeit zwischen Fußballern und Fuentes hindeuten würden. Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hielt sich hinsichtlich der Ermittlungen mit Fußballbezug bedeckt. Wada-Präsident John Fahey sagte gegenüber Goal.com: "Der Fußball macht nicht genug, um Doping zu bekämpfen."

Als Folge des Fuentes-Prozesses soll im Sommer ein neues Anti-Doping-Gesetz in Spanien folgen. Würde es beim derzeitigen Entwurf bleiben, wird sich nicht viel ändern. Demnach könnten Sportler und Dopinghelfer auch weiterhin nicht strafrechtlich verfolgt werden, wie es in Frankreich und Italien der Fall ist.

EURE MEINUNG: Ist der Fußball tatsächlich sauber?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig