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Manchester Uniteds Elfmeter-Desaster: "Peinlich, schrecklich, erbärmlich"

Die Rückschläge für Manchester United reißen nicht ab. Nun kam auch im Ligapokal das Aus - auf peinlichste Art und Weise, vor allem für Teammanager Moyes.

Manchester. Der selbsternannte Elfmeter-Experte David Moyes schlich nach dem selbst für englische Verhältnisse peinlichen "Shootout" wie ein geprügelter Hund vom Rasen des altehrwürdigen Old Trafford. "Unsere Elfmeter", gab der Teammanager des englischen Rekordmeisters Manchester United nach dem Aus im Halbfinale des Ligapokals gegen den AFC Sunderland zu, "waren schrecklich, wirklich mies!"

Einen einzigen Treffer brachte United im Elfmeterschießen bei fünf Versuchen zustande. Nach einer Serie von Pleiten, Pech und Pannen stand ein 1:2 gegen den Tabellen-Vorletzten der Premier League. "War es das schlechteste Elfmeterschießen der Geschichte?", fragte die Presse tags darauf spöttisch. Und die Statistiker mussten bis ins Jahr 1986 zurückblicken, um mit dem 0:2 des FC Barcelona gegen Steaua Bukarest im Endspiel um den Europapokal der Landesmeister eine schwächere Ausbeute zu ermitteln.

Noch schlimmer, spottete der Guardian, seien nur alle Elfmeterschießen mit Beteiligung der englischen Nationalmannschaft gewesen (mit Ausahme des einziges Sieges 1996 im Viertelfinale der EM gegen Spanien). "Beschämend, erbärmlich, entsetzlich", ätzte die Daily Mail. Als Moyes den Platz verließ, habe er ausgesehen wie ein "gebrochener" Mann.

Dabei hatte Moyes in einem Artikel ("How to win a shootout") für die Sunday Times vor nicht einmal vier Jahren noch versucht zu erklären, wie man das englische Trauma besiegt. Seine Handlungsanweisung: Üben im Training, gute Vorbereitung auf den Gegner, den Spielern ein gutes Gefühl geben, ein klarer Plan.

"Ich bin nicht der Guru!" 

Aber schon damals gab er zu: "Ich bin nicht der Guru!" Als Coach von Everton hatte er zwei von drei Elfmeterschießen gewonnen (einmal gegen United), als Spieler war er nur an einem einzigen beteiligt: Mit den Bristol Rovers verlor Moyes 1987 das Finale der Football League Trophy, eines unterklassigen Pokalwettbewerbs, mit 4:5. Verantwortlich für die Niederlage: Fehlschütze Moyes.

Nach Toren von Jonny Evans (37.) und Javier Hernández (120.+1) und dem Gegentreffer durch Phillip Bardsley (119.) hatte Manchester das 1:2 aus dem Hinspiel wettgemacht. Doch im Elmeterschießen traf dann nur Darren Fletcher für United. Danny Welbeck und Phil Jones verfehlten das Ziel, Adnan Januzaj und Rafael da Silva scheiterten an Torwart Vito Mannone.

Moyes enttäuscht von Team-Leistung 

Moyes betonte, die Vorstellung in den 120 Minuten zuvor habe ihn "mehr enttäuscht" als das geplatzte Finale gegen Lokalrivale City am 2. März: "Man darf Besseres erwarten, schließlich hatten wir eine Menge Nationalspieler auf dem Platz." Auf die Frage, ob die Niederlage der schwerste Schlag in seiner Zeit in Manchester gewesen sei, antwortete er: "Ja!"

Nach dem frühen Aus im FA Cup und der Pleitenserie in der Liga, in der United 14 Punkte hinter Spitzenreiter FC Arsenal Platz sieben belegt, bleibt Manchester die Champions League als letzte, vage Hoffnung auf einen Titel. Einer, der weiß wie's geht, verstärkt die Red Devils ab sofort: Vom FC Chelsea kommt der Spanier Juan Mata für die Klub-Rekordsumme von 45 Millionen Euro Ablöse. Mata gewann 2012 die Königsklasse gegen Bayern München - im Elfmeterschießen. Als einziger Blauer verschoss damals übrigens, genau: Mata. 

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