thumbnail Hallo,

FC Arsenal: Ohne Deutsche läuft's nicht

Vorne harmlos, hinten anfällig: Die Ligapokal-Niederlage gegen den FC Chelsea offenbarte, wie wichtig die deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Per Mertesacker sind.

London. Mesut Özil fiel sich mit Jose Mourinho in die Arme und die englischen Blätter titelten rührselig: "Real love". Der Portugiese feierte. Und zwar den 2:0-Ligapokalsieg seines FC Chelsea beim FC Arsenal, bei dem es ohne Deutsche in der Startelf hinten und vorne nicht lief.

Die Szene der beiden ehemaligen Angestellten von Real Madrid nach dem Abpfiff wirkte tatsächlich extrem vertraut - zumal der deutsche Nationalspieler seinem Ex-Trainer anschließend noch das Trikot mit der Nummer 11 schenkte und Mourinho mit dem Shirt des früheren Lieblingsschülers ausgelassen feierte.

Arsenals Teammanager Arsene Wenger vermied es zwar, die Achtelfinalniederlage an einzelnen Personalien festzumachen. Doch das brauchte er auch nicht, sein Fazit war eindeutig: "Wir haben uns einfach nicht genug Chancen herausgespielt!" In einer temporeichen Begegnung zweier Teams, die im Vergleich zu den Meisterschaftsspielen am Wochenende auf 18 Positionen verändert aufgelaufen waren, spielte Arsenal gut mit - allein, es fehlte im Offensivspiel jemand für die überraschenden Momente. Einer wir Özil.

Özil erst nach einer Stunde dabei

Der 25-Jährige, mit drei Toren und fünf Vorlagen in der bisherigen Saison Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Gunners, kam erst in der 63. Minute in die Partie. Zu spät, um das Aus abzuwenden. Drei Minuten nach seiner Einwechslung fiel das 2:0 durch Juan Mata, zuvor hatte dessen spanischer Nationalmannschaftskollege Cesar Azpilicueta (25.) die Blues in Führung gebracht.



Bei beiden Treffern verteidigte Arsenal vogelwild. Man kann darüber spekulieren, ob der ebenfalls geschonte Innenverteidiger Per Mertesacker den Spitzenreiter der Premier League stabilisiert hätte. Fest steht jedoch: Beim Topspiel am Samstag gegen den Tabellendritten FC Liverpool und am Mittwoch in der Champions League bei Borussia Dortmund wird der Ex-Bremer ebenso wie Özil wieder in die Startelf rücken.

Podolski zurück im Training

Für den dritten deutschen Nationalspieler Lukas Podolski kommen die Begegnungen nach der schweren Muskelverletzung wohl noch zu früh, am Dienstagnachmittag war der Linksaußen immerhin wieder ins Training eingestiegen. Und einen Satz von Coach Wenger dürfte er anschließend gerne vernommen haben. "Bei uns fehlten Walcott, Oxlade-Chamberlain und Podolski - drei Spieler, die einen großen Einfluss auf uns haben", sagte der Franzose.

Bei Chelsea fehlte übrigens auch André Schürrle, der zwei Tage zuvor gegen Manchester City (2:1) seinen ersten Premier-League-Treffer erzielt hatte. Wie neun andere Profis wurde der Ex-Leverkusener von Mourinho aus dem Team rotiert. Der Ex-Bremer Kevin de Bruyne, der zuletzt kaum zu Einsätzen gekommen war, bekam von Mourinho eine Chance von Beginn an, wurde allerdings nach 69 Minuten und durchwachsener Leistung wieder vom Feld genommen. Der frühere Hoffenheimer Demba Ba durfte immerhin neun Minuten lang mitwirken.

Wenger weiter sieglos

Eine brisante Bilanz machte in England ebenso wie Özils Wiedersehen mit Mourinho Schlagzeilen: Im neunten Duell der nicht gerade befreundeten Wenger und Mourinho verpasste der Elsässer erneut den ersten Sieg über den extrovertierten Portugiesen.

Doch angesprochen auf den "Mourinho-Fluch" reagierte Wenger gelassen. "Ich glaube nicht, dass er das erste Tor geschossen hat...", sagte der 64-Jährige mit einem leichten Grinsen. Mourinho sagte übrigens nichts, Wengers 14 Jahre jüngerer Gegenüber schwänzte mal wieder die obligatorische Pressekonferenz. Vielleicht plauschte er noch ein wenig mit Özil.

EURE MEINUNG: Wird Arsenal am Ende der Saison wieder mit leeren Händen dastehen?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal auf
oder werde Fan von Goal auf !

Dazugehörig