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Erst Mertesacker, dann Podolski und schließlich Özil - man spricht Deutsch bei Arsenal. Am Mittwoch machten im Ligapokal zwei weitere, junge Deutsche auf sich aufmerksam.

London. Die Frage musste kommen. Ob er überrascht gewesen sei, dass in Serge Gnabry beim 4:3-Sieg im Elfmeterschießen im Ligapokal bei West Bromwich Albion ausgerechnet ein Deutscher verschossen hatte, wurde Arsene Wenger am Mittwoch gefragt.

"Nein", sagte der Teammanager des FC Arsenal gegenüber der englischen Presse, "aber ich weiß, dass ihr überrascht wart." Von einem Deutschen erwartet der Engländer eben keinen Fehlschuss vom Punkt - schon gar nicht, wenn er für die Gunners spielt. In London wird deutsche Wertarbeit geschätzt - nicht erst, seit Mesut Özil dort kickt.

Vorreiter Lehmann

Einst Jens Lehmann, heute Lukas Podolski, Per Mertesacker und Özil: man spricht Deutsch bei Arsenal. Und das Nationalspieler-Trio ist nicht alleine. Zum einen ist da Gnabry (18), ein in Stuttgart geborener Offensivspieler ivorischer Abstammung.

Gnabry feierte am vergangenen Sonntag beim 3:1 gegen Stoke City sein Startelf-Debüt, überzeugte - und durfte auch in der stark verjüngten Elf gegen West Brom von Beginn an ran. Er "sorgte für reichlich Wirbel" (Daily Mail) und hätte beinahe das Siegtor aufgelegt, wenn nicht Stürmer Nicklas Bendtner nach Gnabrys Vorlage verstolpert hätte.

So blieb es beim 1:1 nach Verlängerung, Arsenal musste ins Elfmeterschießen. Dass es überhaupt soweit kam, hatten die Gunners einem weiteren Deutschen zu verdanken: Der frühere Dortmunder Thomas Eisfeld (20), geboren in Finsterwalde/Brandenburg, traf gleich bei seinem ersten Profi-Einsatz von Beginn an zur Führung (61.). Der Guardian lobte Eisfelds "hübschen" Abschluss, die Daily Mail fand den Auftritt des Mittelfeldspielers "cool". Eisfeld sprach hernach von einem "sehr emotionalen und besonderen Moment". Er habe "viel gelernt und werde noch härter arbeiten", um zu weiteren Einsätzen zu kommen.

Mentor Mertesacker

Im Bus auf der Heimfahrt durfte er übrigens neben Mertesacker sitzen. Der Routinier ist so etwas wie der Mentor für die jungen Deutschen, zu denen zwei weitere Talente zählen. In der "Academy" des Klubs haben sich die beiden Berliner Leander Siemann (17) und Gedion Zelalem (16) ebenfalls schon einen Namen gemacht. Zelalem wird im Umfeld des Klubs bereits als neuer Cesc Fàbregas gehandelt. Der spanische Welt- und Europameister hat über die Arsenal-Jugend seinen Weg zum FC Barcelona und zu einer Weltkarriere gemacht.

Bis dahin ist der Weg für Gnabry, Eisfeld und Co. noch weit. Im vergangenen Sommer durften sie aber schon mal erahnen, wie sich die große, weite Fußballwelt anfühlt. In der Saison-Vorbereitung wurden sie auf der Asien-Reise des Klubs von Tausenden Anhängern umjubelt, nicht wenige Liebesbekundungen euphorisierter Teenies in sozialen Netzwerken inklusive. Zelalem gefiel mit zahlreichen Zuckerpässen, Eisfeld erzielte sogar ein Tor.

Deutsches Duell in London

Die ganz großen Schlagzeilen gehören aber bis auf Weiteres den gestandenen deutschen Profis im Kader. Mertesacker war am Mittwoch erneut umsichtiger Abwehrchef und rettete unter anderem gegen den früheren Bremer Marcus Rosenberg auf der Linie. "Es gab eine Phase im Spiel, da hat er alles rausgehauen, was in den 16er kam", lobte Vereinslegende Nigel Winterburn.

In Abwesenheit von Özil (geschont) und Podolski (verletzt) war Mertesacker der einzige des etablierten deutschen Trios, der zum Achtelfinal-Einzug beitrug. In der Runde der letzten 16 treffen die Kanoniere am 29. oder 30. Oktober auf den FC Chelsea mit André Schürrle. Auf Podolski muss Wenger dann noch verzichten. Dabei vermeldete der am Mittwochabend stolz, er habe sein Comeback gegeben und dabei gleich getroffen. Auf der Spielekonsole...

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