thumbnail Hallo,

Teamcheck: Wer gewinnt die Premier League?

Über 700 Millionen Euro investierte die englischen Klubs vor dem Saisonstart in neue Spieler. Sehen wir in diesem Jahr die beste Premier League aller Zeiten?

London.  Die Premier League sieht sich weiterhin als die beste Liga der Welt. "Wir haben die stärkste und ausgeglichenste Klasse. Fünf, sechs, vielleicht sogar sieben Mannschaften können den Titel gewinnen", tönt beispielsweise Liga-Boss Richard Scudamore. Ob er Recht hat? Wir nehmen für euch die 20 Premier League Klubs schonmal unter die Lupe und verraten, wer die besten Chancen auf den Titel hat:

 

20. FC Burnley

Der FC Burnley bräuchte in dieser Saison wirklich eine Sensation, um die Klasse zu halten. Zwar überzeugte die Mannschaft von Sean Dyche in der zweiten Liga mit starkem Teamplay, in der ersten Liga dürfte aber einfach die Qualität fehlen. Immerhin konnte der wichtigste Mann im Team, Mittelstürmer Danny Ings, trotz der Avancen des FC Southampton im Turf Moor gehalten werden.

19. Crystal Palace FC

Bei Crystal Palace wird ebenfalls vieles über das Teamplay geregelt. Einen echten Star gibt es in der Mannschaft nicht. Star des Vereins war eher Trainer Tony Pulis, der dem vergleichsweise schwach besetzen Kader der Eagles mit seiner Taktik wichtige Impulse gab. Pulis musste den Verein nach Unstimmigkeiten mit dem Vizepräsidenten des Vereins nun aber schon im Vorfeld der neuen Saison verlassen. Assistenztrainer Keith Millen übernimmt das Team. Ein alles andere als idealer Saisonstart, der im Team für Unruhe sorgen und Crystal Palace eine äußerst schwierige Premier-League-Spielzeit bescheren wird.

18. Leicester FC

Für Leicester City könnte es in diesem Jahr sehr, sehr eng werden. Zwar haben sie mit Kasper Schmeichel, dem Sohn von United-Legende Peter Schmeichel, einen guten Mann im Tor, doch der Kader dürfte insgesamt nicht stark genug besetzt sein. Neuzugang Marc Albrighton und Anthony Knockaert solle das Spiel über die Außen ankurbeln und den 10-Millionen-Euro-Neuzugang Leonardo Ulloa bedienen.

 
17. West Bromwich Albion FC

Potenzial ist im Kader von West Bromwich durchaus vorhanden. Das war aber auch schon in den letzten Jahren so, trotzdem verhinderten die Throstles (Drosseln) den totalen Kollaps in der vergangenen Saison nur mit Müh und Not. Am Ende erreichte die Mannschaft einen enttäuschenden  17.Platz. Interessant ist in diesem Jahr vor allem Neuzugang Brown Ideye. Vom 25-jährigen Nigerianer erwartet man sich beim Klub aus den Midlands viel. Trotzdem dürfte West Bromwich mehr als eine Saison brauchen, um sich komplett zu fangen. Ausschläge nach oben sind aber möglich.

16. Hull City AFC

Für Hull City könnte sich das Erreichen des FA-Cup-Finales noch als Fluch erweisen, denn die Tigers spielen in diesem Jahr dadurch international. Ob der nicht durchgängig hochklassig besetzte Kader diese Doppelbelastung aushalten können wird, ist fraglich. Einige gute Verpflichtungen dürften den Fans aber Hoffnung machen. Thomas Ince und Jake Livermore bringen nicht nur eine Menge Qualität, sondern auch viel Potenzial mit ins Team. Auch auf Nikica Jelavic war in der vergangenen Saison immer Verlass, Tom Huddlestone hat sich zu einem echten Führungsspieler entwickelt. Jetzt liegt es an Trainer Steve Bruce alle Komponenten miteinander in Einklang zu bringen.

15. AFC Sunderland

Für Trainer Gustavo Poyet geht es mit den Black Cats in seine zweite Premier-League-Saison. Obwohl die Mannschaft seine Linie und Vorstellungen nun wohl besser umsetzen können wird, darf man von Sunderland in dieser Saison keine großen Sprünge erwarten. Der Kader wurde zwar punktuell verstärkt, ein echter Kracher ist bei den Verpflichtungen aber erwartungsgemäß nicht dabei. Trotzdem sollte der Klub unter Führung des Uruguayers nicht in akute Abstiegsgefahr geraten.

14. Queens Park Rangers FC

Bei QPR ist man vor allem bemüht, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Nach dem sofortigen Wiederaufstieg aus der zweiten Liga will man deshalb seriöser und konzentrierter arbeiten. Die Transfers von Mauricio Isla und Rio Ferdinand dürften dabei helfen. Zwar ist Ferdinand bereits über seinen Zenit hinweg, ein solider Innenverteidiger ist aber zweifelsohne noch immer. Der Chilene Isla könnte aber zum entscheidenden Transfer dieses Sommers werden, bei der WM deutete er mit seinem Nationalteam erneut seine herausragenden Fähigkeiten an. Im Sturm besitzt man mit Loic Remy einen Klassemann. Sollte sich das Team in diesem Jahr fangen und Julio Cesar seine gute WM-Form beibehalten können, ist für die Londoner viel nach oben möglich.

13. West Ham United FC

Beim Verein aus dem Londoner East End wurde in diesem Jahr Geld in die Hand genommen. Ecuadors Stürmer Enner Valencia, sowie die Verteidiger Aaron Cresswell und Cheikhou Kouyate sollen das Team deutlich verstärken. Alle drei sind absolute Wunschspieler von Trainer Sam Allardyce. Auch Mauro Zarate soll dem Team neue Impulse geben. Sollte dann auch noch Wandspieler und Kopfballspezialist Andy Carroll nach seiner Verletzung wieder in Form kommen, steht einer soliden Saison der Londoner nichts im Wege.

12. Aston Villa FC

Aston Villa ist in diesem Jahr wirklich schwer einzuschätzen. Die Transfers des Sommers waren mit Joe Cole, Philippe Senderos und Kieran Richardson zwar namhaft, könnten aber auch schon über ihren Zenit hinaus sein. Einzig Linksverteidiger Aly Cissokho ist auf den ersten Blick eine sofortige Verstärkung. Der 26-Jährige spielte immerhin schon für Olympique Lyon und den FC Porto. Sorgen macht den Fans vor allem die Verletzung von Stürmerstar Christian Benteke. Doch der erfahrene Darren Bent dürfte den Ausfall des Belgiers vorerst abfangen können. Unterm Strich fehlt bei den Villans aber die Qualität um weiter oben angreifen zu können.

11. Swansea City FC

In der letzten Saison war von "Swansealona", wie das Team von der englischen Presse angesichts seines schönen Fußballs schon genannt wurde, nicht mehr viel zu spüren. Am Ende stand für die Swans nur der graue Mittelfeldplatz zwölf auf der Habenseite. In diesem Jahr haben sich die Waliser aber punktuell verstärkt. Torwart Lukasz Fabianski vom FC Arsenal dürfte die Defensive des Teams beispielsweise deutlich stabilisieren. Im Mittelfeld bildet jetzt der starke Gylfi Sigurdsson die Kreativzentrale und ganz vorne haben sich die Swans mit Bafetimbi Gomis einen Klassestürmer geschnappt. Dass zusätzlich Stürmer Wilfried Bony gehalten werden konnte, dürfte den Abgang von Michu zum SSC Neapel weniger schmerzlich erscheinen lassen.

10. Stoke City FC

Unter Trainer Mark Hughes wird Stoke City den eingeschlagenen Kurs fortsetzen. Große Sprünge auf dem Transfermarkt waren von den Potters nicht zu erwarten. Der zweitälteste Klub Englands setzte bisher eher auf Kontinuität, eine beinharte Verteidigung und lange Bälle. Hughes ist aber ein Befürworter des überlegteren Aufbaus. Für ein bisschen Glamour dürfte neben Enfant terrible Marko Arnautovic auch Neuzugang Bojan Krkic sorgen. Das oft gescheiterte   ehemalige  Jahrhunderttalent will sich beim Premier-League-Klub neu beweisen. Auch Stürmer Mame Biram Diouf von Hannover 96 sollte sich schnell mit den englischen Verhältnissen zurechtfinden. Seine Kopfballstärke könnte eine echte Waffe sein. Zu mehr als einem Mittelfeldplatz wird es für den Klub von Abwehrkante Robert Huth aber wohl nicht reichen.

 
9. FC Southampton

Beinahe alles was Rang und Namen hatte verließ den FC Southampton in der Sommertransferperiode: Stürmer Rickie Lambert, der Star des Teams Adam Lallana, Linksverteidiger Luke Shaw und WM-Fahrer Dejan Lovren werden nicht mehr für die Saints spielen. Trotzdem rief Trainer Ronald Koeman dazu auf den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Immerhin Morgan Schneiderlin bleibt Southampton vorerst erhalten. Der Franzose wird weiterhin die Fäden im Mittelfeld ziehen. Ihm zur Seite gestellt ist Neuzugang Saphir Taider, von dem man in Zukunft einiges erwarten kann. Auch Gaston Ramirez konnte im St. Mary’s Stadium gehalten werden. Er soll die Neuzugänge im Mittelsturm, Graziano Pelle und Shane Long, mit gefährlichen Bällen füttern. Insgesamt werden die Abgänge aber wohl zu schwer wiegen um eine bessere Rolle zu spielen.

8. Newcastle United FC

Bei Newcastle United geht man deutlich verstärkt in die Saison. Trainer Alan Pardew wilderte auf der Jagd nach neuen Spielern vor allem in der Ligue 1 und der Erendivisie. WM-Fahrer Daryl Janmaat, Siem de Jong, Remy Cabella und Emmanuel Riviere vom AS Monaco verstärken die Magpies in der kommenden Saison – alles klangvolle Namen mit viel Perspektive. Besonders Janmaat dürfte in naher Zukunft in der Lage sein, den Abgang von Mathie Debuchy vergessen zu machen. Newcastle dürfte auch in diesem Jahr wieder eine gute Rolle im englischen Fußball spielen, Ausschläge nach oben sind durchaus möglich. Den FC Schalke 04 schlug man in der Vorbereitung relativ problemlos.

7. FC Everton

Obwohl die Toffees in der letzten Saison einen achtbaren fünften Platz erreichen, wird der erneute Sprung in diese Sphären wohl nur schwer möglich sein. Der Grund? Während die Konkurrenz mächtig aufgerüstet hat, holte der FC Everton nur Gareth Barry und Romelu Lukaku zurück in den Goodison Park. Insgesamt wohl zu wenig um ganz oben mitzuspielen. Mit Tim Howard hat das Team von der Merseyside aber ein starken Keeper in den eigenen Reihen. Auch die Außenverteidigerpositionen sind hervorragend besetzt. Seamus Coleman steigert sich von Saison zu Saison und Leighton Baines gehört zu den Besten seiner Zunft. Sturmtank Romelu Lukaku fühlte sich schon in der letzten Spielzeit äußerst wohl beim Traditionsverein. Der Belgier könnte erneut die nötige Durchschlagskraft liefern. Zuletzt verlor man aber mit 3:1 – gegen den SC Paderborn.

6. Tottenham Hotspur FC

Neuer Trainer, neues Glück? Das ist zumindest der Plan bei den Tottenham Hotspur. Mauricio Pochettino soll bei den Spurs frischen Wind in den Klub bringen. Der Argentinier bewies zuletzt beim FC Southampton, zu was er als Trainer fähig ist. Mit Linksverteidiger Ben Davies versucht der Londoner Klub aus dem Stadtteil Tottenham zudem eine Problemstelle zu beheben. Offensiv ist der Klub mit Dänemarks Supertalent Christian Eriksen und Erik Lamela wunderbar aufgestellt. Sollten beide die Anfangsschwierigkeiten, die sie in der Premier League gezeigt haben, überwinden könne, dürfte einer erfolgreichen Saison Tottenhams nichts im Wege stehen. Mit Roberto Soldado und Emanuel Adebayor besitzen sie außerdem ein stark besetztes Sturmzentrum. Um die "Big Five" der Liga zu ärgern, dürfte es aber noch an der Gesamtqualität des Kaders mangeln. Die Spurs halten sich da aber ganz an ihr Vereinsmotto "Audere est Facere" (Es zu wagen, ist es zu tun).

5. FC Liverpool

Beim FC Liverpool stellt sich eine große Frage: Wird man in der Lage sein den Abgang von Superstar Luis Suarez zu kompensieren? Neuzugang Rickie Lambert soll diese Aufgabe sicher nicht alleine übernehmen. Vielmehr versucht man Starstürmer Daniel Sturridge vermehrt über die Außen zu unterstützen. Lazar Markovic von Benfica Lissabon und Adam Lallana vom FC Southampton sollen den 24-Jährigen mit Zuspielen füttern. Auch im defensiven Mittelfeld hat sich bei den Reds etwas getan. Youngster Emre Can soll sich an der Seite von Klublegende Steven Gerrard in der Premier League beweisen. In den ersten Testspielen überzeugte der deutsche Juniorennationalspieler bereits auch diejenigen, die ihn nur für einen Kaderfüller für die kommende Saison gehalten hatten. In der Innenverteidigung stehen dem Klub von der Merseyside mit Martin Skrtel und Daniel Agger weiterhin zwei kampferprobte Haudegen zur Verfügung. Für einen Sprung in allerhöchste Sphären dürfte nach dem Suarez-Abgang aber die offensive Durchschlagskraft fehlen.

4. Manchester United FC

Bei Manchester United soll in dieser Saison alles anders werden! Nach dem Seuchenjahr unter Trainer David Moyes, übernimmt jetzt Weltklasse-Trainer Louis van Gaal. Der Holländer bekam gleich zu Beginn seiner Amtszeit von Uniteds Vize-Boss Ron Woodward freie Hand bei Transfers in Aussicht gestellt. Bisher verstärkten sich die Red Devils  aber nur mit Linksverteidiger-Talent Luke Shaw und Kreativspieler Ander Herrera von Athletic Bilbao. Ein Transfer von Superstar Arturo Vidal steht für das Zentrum jedoch noch im Raum. Doch auch ohne weitere Verstärkungen findet man in Uniteds Kader geballte Qualität. Besonders die Offensive um Robin van Persie, Juan Mata, Neu-Kapitän Wayne Rooney, Shinjii Kagawa und Danny Wellbeck ist exzellent besetzt. Fraglich bleibt ob die Mannschaft die Neuerungen van Gaals von Beginn an umsetzen können wird. Da sich das Team aus Manchester in dieser Saison aber nicht im internationalen Geschäft beweisen muss, kann es seinen Fokus komplett auf die Premier League legen. Manchester United wird in dieser Saison wieder zu einer treibenden Kraft des englischen Fußballs werden.

3. FC Arsenal

Beim FC Arsenal ist derzeit alles eitel Sonnenschein. Nach dem 3:0-Sieg über Meister Manchester City im Community Shield, dem englischen Supercup, fiebert man der neuen Saison bei den Gunners entgegen. Mit dem Chilenen Alexis Sanchez gelang es den Nordlondonern einen der besten Spieler der Weltmeisterschaft in Brasilien zu verpflichten. Der technisch starke und quirlige Stürmer vom FC Barcelona wird Arsenal in der mit Santi Cazorla, Mesut Özil, Olivier Giroud und Alex Oxlade-Chamberlain eh schon hervorragend besetzten Offensive noch mehr Variabilität verleihen. Auch die Verpflichtung von Mathieu Debuchy wird den Londonern helfen. Der starke Franzose ist mehr als nur ein Ersatz für den zu Manchester City abgewanderten Bacary Sagna. Mit Ungeduld erwartet wird die Rückkehr vom langzeitverletzten Theo Walcott. Der sprintstarke Außenspieler soll die Londoner nach seiner vollständigen Genesung wieder unterstützen. Sollte Mesut Özil sich in diesem Jahr noch besser auf der Insel zurechtfinden und Alexis Sanchez sich problemlos einleben, ist für die Nordlondoner in der kommenden Saison alles möglich.

2. Chelsea FC

Jose Mourinho hat bei Arsenals Stadtrivalen in diesem Jahr einen deutlich verstärkten Kader zur Verfügung. Das chronische Stürmerproblem löste the "Special One" mit dem Transfer von Spaniens Nationalstürmer Diego Costa und auch an einer Verpflichtung von Edinson Cavani wird noch gearbeitet. Auch im Mittelfeld hat man an Klasse dazugewonnen: der überspielte Frank Lampard wurde aufs Abstellgleis geschoben und durch Weltklassemann Cesc Fabregas vom FC Barcelona ersetzt. Auf den Außen sind die Blues ebenfalls hervorragend besetzt, vor allem Andre Schürrle konnte durch den Weltmeistertitel zusätzliches Selbstvertrauen tanken. Erst zeigen muss sich, ob Chelsea den Abgang von Innenverteidiger David Luiz verkraften kann. Ein Verteidiger mit ähnlichem Niveau ist auf dem Markt zurzeit wohl nicht zu bekommen. In der Vorbereitung zeigte Chelsea noch Schwächen, kam sogar beim SV Werder Bremen unter die Räder, im Titelkampf hat man an der Stamford Bridge aber ein berechtigtes Wörtchen mitzureden. 

 
1. Manchester City FC

Die Citizens haben auch in diesem Jahr wieder beste Chancen auf die Titelverteidigung. Der Kader wurde weitgehend zusammengehalten und zudem punktuell hervorragend verstärkt. Neuzugang Eliaquim Mangala ist ein wichtiges Puzzleteil in den Planungen von Coach Manuel Pellegrini. Der hochveranlagte französische Nationalspieler soll mit City-Platzhirsch Vincent Kompany eines der stärksten Innenverteidiger-Duos der Premier League bilden. Kompanys Vertrag wurde zuletzt langfristig verlängert und auch Wirbelwind David Silva bleibt bis 2019. Die Offensivreihe der Citizens sucht sowieso ihresgleichen: Mit Sergio Agüero, Edin Dzeko, Samir Nasri, Alvaro Negredo, David Silva und Jesus Navas häuft sich die internationale Klasse im Kader der Sky Blues. Auch wenn man in der Saisonvorbereitung im englischen Supercup überraschend deutlich mit 3:0 gegen Arsenal verlor – Manchester City peilt die Premier-League-Trophäe an.

Dazugehörig