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Der in der Champions League omnipräsente Klub will auch in den kommenden Jahren der erfolgreichste der englischen Hauptstadt sein - die Chancen dafür stehen nicht schlecht.

Londons Fußball-Landkarte hat sich in den letzten 127 Jahren immer wieder verändert, eine Konstante aber blieb: die unangefochtene Vormachtstellung des FC Arsenal als König der Hauptstadt.

Von den bescheidenen Anfängen als Team, das aus Arbeitern einer Rüstungsfabrik bestand und in Woolwich angesiedelt war, hat sich der Verein zu einer globalen Marke entwickelt. Konstante Innovationen haben den Klub genauso geprägt wie die Moralvorstellungen und Werte, die von Herbert Chapman in den 1930ern vorgegeben wurden - so konnte Arsenals Gestalt aufrechterhalten werden und wachsen.

Trotz der Majestäthaftigkeit und Pracht der damaligen Austragungsstätte der Gunners, das Highbury, ausgestattet mit Marmor Hallen, dauerte es bis zum Jahr 1925, ehe man wirklich erfolgreichen Fußball spielte. Unter Herbert Chapman dominierte Arsenal das Geschehen in den 1930ern und gewann dabei sieben große Auszeichnungen, wovon drei auf das Konto von Chapman gingen, ehe er viel zu früh mit 55 Jahren verstarb.

Die stetig wachsende Titelsammlung half dem Verein dabei, Berühmtheit zu erlangen, aber es waren vor allem Chapmans visionäre Ideen, die den Grundstein für langfristigen Erfolg legten und den Klub letztlich legendär machten.

Er sorgte dafür, dass Highbury zu einem der bekanntesten Stadien im Weltfußball wurde. Es wurden elektronische Drehkreuze installiert, eine Beschallungsanlage und natürlich die berühmte Uhr, die Jahrzehnte lang stolz über der Südtribüne strahlte.

Zudem half Chapman dabei, Verbindungen zur lokalen Gemeinschaft herzustellen, indem er sicherstellte, dass U-Bahn-Station Gillespie Road in Arsenal unbenannt wurde - die einzige Haltestelle in Londons Untergrund-System, die nach einem Fußball-Klub benannt wurde. Er hatte aber auch die Weitsicht, dafür sorge zu tragen, dass der Name seines Vereins weit über Nord-London hinaus bekannt wurde.

AN ALLE ARSENAL-FANS

In der Nacht von Donnerstag (10. Juli) auf Freitag gibt es um 00:00 Uhr ein spektakuläres Live-Event, exklusiv für Goal - sei dabei!

Lange, bevor es organisierte UEFA-Wettbewerbe gab, tourte Arsenal durch Europa - Chapman organisierte eine Reihe Freundschaftsspiele mit Hin- und Rückspiele gegen Racing Club Paris.

Die Kriegsjahre sorgten dafür, dass Arsenals Dominanz schmolz und andere Vereine aufschließen konnten, der Klub blieb aber weiterhin erfolgreich. 1970 wurden die Gunners zum erst zweiten Londoner Verein, der eine große europäische Trophäe gewinnen konnte. Vor 50.000 Zuschauern im vollgepackten Highbury präsentierten sie den UEFA-Cup.

An diesen Erfolg konnte man im Folgejahr anknüpfen, als Arsenal zum dritten Team in der Geschichte wurde, das ein Double aus Meisterschaft und FA Cup gewann - wobei Charlie George mit seinem Jubel nach dem Siegtreffer gegen Liverpool für eines der legendärsten Bilder aus Wembley sorgte.

Der Verein musste 18 Jahre warten, bis die nächste Meisterschaft gefeiert werden konnte, aber die Umstände dieses Titelgewinns entschädigten für die lange Wartezeit. Man musste Liverpool in Anfield mit zwei Toren Vorsprung besiegen, und Michael Thomas sorgte für das, was der berühmte Kommentator Brian Moore als "unglaublichen Höhepunkt der Saison" bezeichnete. Er erzielte mit dem buchstäblichen letzten Schuss der Saison den entscheidenden Treffer.

Auch der damalige Erfolg trug zu einer Trophäensammlung bei, an die kein anderer Londoner Klub herankommt. Die Gunners haben insgesamt 40 große Titel gewonnen - nur Manchester United und der FC Liverpool können in England mehr vorweisen. Das sind fast doppelt so viele Titel wie Chelsea und Tottenham gewinnen konnten, trotz der neunjährigen Durststrecke, die im Mai dank Aaron Ramseys Tor im Finale des FA Cup endete.

Die Millionen von Roman Abramovich wurden für Arsenal zur größten Bedrohung, was die Vormachtstellung in London angeht. Aber obwohl Chelsea zuletzt erfolgreiche Jahre hatte, können die Blues in Sachen Beständigkeit und Titelsammlung nicht mit den Gunners mithalten.

Die Gunners haben 13 First-Division- und Premier-League-Titel gewonnen, Chelsea vier. Hinzu kommen bei Arsenal 11 Siege im FA Cup. Der Verein hat darüber hinaus die zweitmeisten Punkte in der englischen ersten Liga gesammelt und war so lange erstklassig wie kein anderer Klub des Landes.

Unter Arsene Wenger schloss man die Saison 2003/04 ohne Niederlage ab. Dabei waren Größen wie Thierry Henry, Patrick Vieira und Dennis Bergkamp im Einsatz - sie gehören zu den besten Spielern, die England je gesehen hat.

Der Verein ist zudem in der Champions League omnipräsent und konnte sich 17-mal in Folge für die Königsklasse qualifizieren, trotz der finanziellen Zwänge, die es nach dem Umzug ins 60.000 Zuschauer umfassende Emirates Stadium gab - das zweitgrößte Vereins-Stadion in England.

Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie populär Arsenal ist, muss man sich nur vor Augen führen, dass die Gunners nach der Rückkehr auf die große europäische Bühne die Spiele im Wembley-Stadion austrug, wo unglaubliche 90.000 Menschen zusahen, als die Londoner sich mit Teams wie of Barcelona und Dynamo Kiew duellierten. Eine beeindruckende Zahl, wenn man bedenkt, dass Chelsea bei Champions-League-Spielen Probleme hat, die Stamford Bridge zu füllen.

Arsenals globale Reichweite ist aufgrund der Dauer-Teilnahme an der Champions League immens gewachsen und wohl auch der attraktiven Spielweise zu verdanken, die Wenger spielen lässt. Die Gunners sind der einzige Premier-League-Verein, der über vier Millionen Follower auf Twitter und 25 Millionen Fans auf Facebook hat.

Die Basis aber ist nach wie vor in der Heimat zu finden - dort, wo kürzlich 250.000 Arsenal-Fans ihre Helden in den Straßen von Islington feierten, nachdem die das FA-Cup-Finale gewonnen hatte.

In der Nacht von Donnerstag (10. Juli) auf Freitag gibt es um 00:00 Uhr ein spektakuläres Live-Event, exklusiv für Goal - sei dabei!

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