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Goal nominiert drei herausragende Spieler des englischen Vizemeisters. Stimmt für Euren persönlichen Favoriten der Saison 2013/14 ab!

Es kommt nicht häufig vor, dass ein Verein während einer Saison einer derartige Achterbahnfahrt der Emotionen durchlebt wie der FC Liverpool 2013/14. Unbedarfte Freude, ungläubiger Optimismus, tiefe Hoffnung, herbe Enttäuschung: All dies machten Fans, Spieler und Verantwortliche in Anfield in den letzten Monaten durch. Die vielversprechende Jagd nach dem ersten Meistertitel nach 24 Jahren endete spektakulär und erfolglos kurz vor dem Ziel.

Der Frust über die verpasste Chance sitzt tief, auch wenn niemand bestreitet, dass die Reds alle Erwartungen übertroffen haben. Vom Tabellensiebten des Vorjahres entwickelte sich die Elf von Brendan Rodgers zu einer Mannschaft, die bis zum letzten Spieltag um die Meisterschaft kämpfte.

Es folgen in alphabetischer Reihenfolge Goals Vorschläge für Liverpools Spieler der Saison. Ausschlaggebend waren die Leistungen in allen Wettbewerben. Am Ende des Artikels könnt Ihr abstimmen!

STEVEN GERRARD


In Steven Gerrards Ausrutscher gegen den FC Chelsea liegt eine Menge Ironie. Nicht nur wegen seiner denkwürdigen Ansprache einige Tage zuvor. In den letzten Jahren war es stets der Liverpooler Kapitän gewesen, der seine Mitspieler aufgerichtet hatte, wenn diese am Boden lagen und geknickt waren.

In dieser Saison konnte sich Gerrard ein wenig zurückhalten. Seine Mitspieler hatten mehr Qualität und er musste nicht mehr Abräumer, Spielgestalter und Torjäger gleichzeitig verkörpern. Dennoch war er der unumstrittene Anführer und der Mann, der gesucht wurde wenn es brenzlig wurde.

Ein Beispiel dafür, dass er unaufhörlich Verantwortung übernahm, sind seine zehn verwandelten Strafstöße. Darunter immens wichtige Treffer gegen Fulham, Manchester United und West Ham während der beeindruckenden Serie von elf gewonnenen Partien in Folge. Drei weitere Treffer gelangen ihm aus dem Spiel heraus.

Das abschließende Match der Saison drehte er gegen Newcastle mit zwei Vorlagen und war damit der Assistkönig der Premier League. Gerrards lange dauernder Kampf um eine feste Position ist endlich beendet, seit Brendan Rodgers ihn als tief spielenden Regisseur aufbietet. Ein kluger Schachzug, denn kein Mittelfelspieler hatte bei langen Pässen eine bessere Quote als Gerrard.

Das Bild des auf The Kop zueilenden Demba Ba dürfte den Skipper noch lange Zeit verfolgen. Er sollte sich aber damit trösten, dass er es war, der mit seinen Vorstellungen die Titeljagd des Ex-Rekordmeisters erst ermöglichte.

JORDAN HENDERSON


Es waren Kapitän Gerrard und die Liverpooler Offensivstars, die den Großteil des Lobes für die erfolgreiche Spielzeit einheimsten. Es gibt aber auch gute Argumente dafür, dass der unauffällige und unterschätzte Jordan Henderson der wertvollste Spieler der letzten Saison war.

Der Moment, in dem Steven Gerrard gegen Chelsea ausrutschte wird als der Augenblick in Erinnerung bleiben, an dem der Kampf um die Meisterschaft zu Pools Ungunsten kippte. Einige Tage zuvor war allerdings eine weitere entscheidende Szene passiert: Jordan Hendersons Platzverweis im Heimspiel gegen den direkten Rivalen Manchester City.

Zu jenem Zeitpunkt stand Liverpool an der Tabellenspitze. Die Abwehr, geschützt und entlastet durch Hendersons nimmermüde Laufarbeit, kassierte im Schnitt nur 1,2 Gegentore pro Spiel. In den drei Begegnungen seiner Abwesenheit waren es 2,6 Gegentore, inklusive des schockierenden 3:3 gegen Crystal Palace.

Hendersons Einfluss ist schwer in Zahlen zu packen. Denn er schlüpfte in unterschiedlichen Situationen in unterschiedliche Rollen. Als Gerrard im Winter ausfiel übernahm er im Mittelfeld den kreativen Part. Als dieses Bindeglid zwischen Abwehr und Angriff lieferte er ohne Zweifel auch seine beiden herausragenden Leistungen dieser Saison ab: an der White Hart Lane und im Etihad Stadium.

Im Saisonendspurt erledigte Hendersond vornehmlich die Drecksarbeit. Er presste hoch und spielte die einfachen Pässe. Hendersons Wandel und Weiterentwicklung ist derart bemerkenswert, dass er mittlerweile als erster Anwärter auf die Kapitänsbinde gilt, sollte Steven Gerrard sich irgendwann zurückziehen. Er gehört zu den Durchstartern dieser Saison.

LUIS SUAREZ


Will man es einfach ausdrücken, muss man konstatieren: Luis Suarez war der entscheidende Faktor für Liverpools unvergleichlichen Aufschwung. Am Ende der Saison räumte der Uruguayer alls individuellen Auszeichnungen ab und kaum jemand kann dies nicht nachvollziehen.

Die Zahlen allein sprechen dabei eine deutliche Sprache: Suarez trat keinen der 13 Liverpooler Strafstöße und er musste die ersten fünf Begegnungen gesperrt pausieren. Trotzdem, erzielte in der Premier 31 Saisontore - mehr als jeder andere Spieler und sogar zehn mehr als sein ärgster Verfolger und Sturmkamerad Daniel Sturridge.

Um ein Haar hätte er auch noch die meisten Assists geliefert, doch sein Kapitän Steven Gerrard stieß ihn am letzten Spieltag noch vom Thron. Suarez gab die meisten Schüsse auf das gegnerische Tor ab und er war der zweiterfolgreichste Spieler im Dribbling. Kurzum: Er präsentierte sich als der perfekte Offensivallrounder.

Als Spieler, bei dem Genie und Wahnsinn eng beieinander liegen, hat er mit seinen famosen Leistungen in den letzten Monaten sicher Einiges wieder gutgemacht. Aus einem Egoisten ist ein Teamplayer geworden. Er lässt außerdem mittlerweile kaum noch Chancen aus und nicht wenige sahen ihn auf einer Stufe mit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo.

Suarez hat viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Auch von Topklubs in anderen Ligen. Liverpools Fans hoffen, dass es nicht ein ähnlich langer und aufreibender Sommer rund um den Ex-Amsterdamer wird wie 2013.

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