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Manchester Uniteds Coach muss seinen Hut nehmen. Goal erinnert sich an weitere Trainer, die bei Spitzenvereinen floppten.

Von Kris Voakes und Carlo Garganese

David Moyes' Zeit als Trainer von Manchester United ist beendet. Ein 0:2 bei seinem Ex-Klub FC Everton besiegelte das Schicksal des Schotten.

Hinter dem Verein liegen 26 erfolgreiche Jahre unter Sir Alex Ferguson und noch im vergangenen Mai gewann der Rekordmeister die englische Premier League. Nun ist United auf Platz sieben abgerutscht und muss sogar um die Teilnahme an der Europa League bangen.

Aber Moyes ist nicht der erste Coach, der ein kurzes Intermezzo bei einem ganz großen Klub hingelegt hat. Auch andere Giganten wie Real Madrid, Bayern München, Chelsea oder Juventus haben in der Vergangenheit mit Entscheidungen für ihre Trainerposten daneben gelegen.

Goal blickt für Euch auf einige der katastrophalsten Amtszeiten in der jüngeren Vergangenheit.

CIRO FERRARA - JUVENTUS

Als Juventus nach dem Calciopoli-Skandal wieder auf die Beine kommen musste, erlebte der Verein schwere Zeiten. Besonders hart war es für den Rekordmeister allerdings unter der Führung Ciro Ferraras. Der langjährige Spieler der Bianconeri übernahm zwei Spieltage vor dem Ende der Saison 2008/09 von Claudio Ranieri und bekam auch für die folgende Saison das Vertrauen ausgesprochen.

Doch am Ende wurde Ferrara zu einem der wenigen Cheftrainer, die in Turin ihren Hut während der laufenden Saison nehmen mussten. Nachdem Juventus sich zunächst aus dem Titelrennen verabschiedet hatte und dann gar aus den Top Sechs gefallen war, wurde Ferrara der Stuhl vor die Tür gestellt.

Auf ihn folgte im Januar Alberto Zaccheroni - ein Mann, der zuvor drei Jahre lang ohne Job gewesen war.

JÜRGEN KLINSMANN - BAYERN

Nach dem spektakulären dritten Platz bei der Heim-WM für die deutsche Nationalmannschaft galt Jürgen Klinsmann als eines der vielversprechendsten Trainertalente überhaupt.

Dieser gute Ruf wurde binnen weniger Monate zerstört, denn Klinsmanns Engagement bei seinem Ex-Klub Bayern München geriet zur Farce. Im Sommer 2008 hatte er die beste Mannschaft Deutschlands übernommen, im folgenden April wurde er beurlaubt. Damals war die Qualifikation für die Champions League in ernsthafte Gefahr geraten.

In der Königsklasse hatte der FCB zudem in einem der einseitigsten Viertlfinals überhaupt vom FC Barcelona mit einem 0:4 klar die Grenzen aufgezeigt bekommen.

CARLOS QUEIROZ - REAL MADRID

Carlos Queiroz hatte sich als Nummer zwei hinter Sir Alex Ferguson bei Manchester United einen glänzenden Ruf erarbeitet. Es folgte die verlockende Offerte aus Madrid und Queiroz legte mit den Blancos einen tollen Start hin.

Sein mit Stars gespickter Kader führte im März die Primera Division an und stand in der Champions League in der Runde der letzten Acht.

Doch dann hielt Unruhe in Madrid Einzug und es gab mehrerer unschöne Schlagzeilen vom Geschehen außerhalb des Rasens. Damit einhergehend stürzte auch die Form der Real-Stars in den Keller. Queiroz konnte nicht gegensteuern. Die Madrilenen schieden trotz eines zwischenzeitlichen 5:2-Vorsprungs gegen den AS Monaco aus der Champions League aus und landeten in der Liga am Ende nur auf dem vierten Platz. Der portugiesische Trainer musste im Sommer 2004 gehen.

LUIZ FELIPE SCOLARI - CHELSEA

Luiz Felipe Scolari heuerte 2008 mit glänzenden Referenzen beim FC Chelsea an. Sechs Jahre zuvor hatte er mit Brasilien die Weltmeisterschaft gewonnen und Portugal 2004 ins Endspiel der EM geführt.

Sein Start bei den Blues war gut: Beim 4:0 über Portsmouth bot Chelsea tollen Angriffsfußball. Doch zügig war die Euphorie beim Klub aus Westlondon verflogen.

Schnell verabschiedete sich Chelsea aus dem Titelrennen und die Bilanz gegen die anderen Spitzenteams war grauenhaft: Gegen Liverpool setzte es auswärts und daheim Niederlagen und auch die Spiele gegen Manchester United und Arsenal gingen verloren.

Im Februar 2009 wurde Scolari erlöst und sein Nachfolger Guus Hiddink brachte den Klub wieder auf Kurs: Chelsea gewann den FA Cup und stand kurz vor dem Einzug in das Endspiel der Königsklasse.

GRAEME SOUNESS - LIVERPOOL

Jeder hätte es schwer gehabt, Kenny Dalglish beim FC Liverpool zu beerben. Die Reds hatten in fünfeinhalb Jahren unter "King Kenny" zehn Titel gewonnen. Dass sein Nachfolger derart straucheln sollte, wie es Graeme Souness tat, das überraschte dann doch.

Der Schotte kam mit der Emfpehlung von sieben Titel mit den Rangers nach Liverpool, doch die Reds wirkten für ihn stets eine Nummer zu groß. Souness leitete jene 24 Jahre andauernde Ära ohne Meistertitel ein.

Der einzige Erfolg in seinen drei Jahren an der Anfield Road war der Gewinn des FA Cups 1992. Ironischerweise betreuete Ronnie Moran die Mannschaft während des Finals, weil Souness wegene gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus lag.

MARCO TARDELLI - INTER

Unter Klubboss Massimo Moratti verschliss Inter Mailand zahlreiche Trainer. Aber nur wenige von ihnen erledigten ihren Job so schlecht wie Marco Tardelli in der Saison 2000/01

Der Weltmeister von 1982 wurde kurz nach dem Saisonstart der Nachfolger des entlassenen Marcello Lippi. Doch er schaffte es nicht, die Weltklassemannschaft mit Spielern wie Ronaldo, Christian Vieri, Javier Zanetti und Clarence Seedorf aufzubauen.

Am Ende stand für die Nerazzurri ein fünter Tabellenplatz in der Serie A - ein niederschmetterndes Resultat, wenn man den finanziellen Aufwand bedenkt. Tardelli gewann nur 37,5 Prozent seiner Spiele und erlebte eine der schrecklichsten Derbypleiten, die Inter je hinnehmen musste: 0:6 gegen den Nachbarn Milan. Am Ende der Saison wurde Tardelli gefeuert.

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