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Manchester United: Steht der Rauswurf von David Moyes bevor?

Als Teil der weitreichenden Diskussionen um Moyes wachsen die Spekulationen, dass der Klub seit Wochen nach einem potenziellen Nachfolger sucht.

EXKLUSIV
Von Duncan Castles

Manchester Uniteds Chefetage scheint alle Möglichkeiten durchzuspielen, um den Sinkflug des Klubs unter David Moyes aufzuhalten. Entgegen der öffentlichen Statements, Sir Alex Ferguesons Nachfolger bekäme definitiv eine zweite Saison als Manager, ist Moyes Entlassung eine der vordergründigen Lösungsansätze.

Die demütigende 0:3-Heimniederlage am Dienstag gegen Manchester City stellte endgültig sicher, dass die erste Saison nach Ferguson statistisch die schlechteste in der Premier-League-Ära ist. Die Suche nach einem potenziellen Ersatz für Moyes sollte jedoch nicht als spontane Reaktion auf die Derby-Niederlage betrachtet werden. Die Entscheidungsträger wägen schon seit einigen Wochen ab, inwieweit Moyes noch tragbar ist. Weitere Gespräche sind geplant.

Handelt die Glazer-Familie?

Transferausgaben von gut 70 Millionen für Mata und Fellaini, Wayne Rooneys Vertragsverlängerung mit rekordverdächtigem Gehalt und die Ankündigung für eine beispielslose Transferoffensive im kommenden Sommer: Bei United wird derzeit viel in Bewegung gesetzt. Die Glazer-Familie muss aufgrund der ausbleibenden Erfolgserlebnisse besorgt sein, dass der Schotte dem Wert ihres Vermögens schaden könnte.

Zumal Moyes nicht die erste Wahl der Hauptanteilseigner war, sondern nur auf Anraten von Ferguson verpflichtet wurde. Der Sechs-Jahres-Vertrag war PR-Sache, denn in Moyes' Vertrag steht eine entscheidende Klausel: Die Amerikaner könnten den Coach demnach entlassen, ohne ihm einen Großteil seines Gehalts bezahlen zu müssen.

Tiefe Gräben in der Führungsebene

Ed Woodward wurde im selben Sommer, in dem Moyes verpflichtet wurde, zum Geschäftsführer befördert. Ihm ist bewusst, dass seine Arbeit im Zusammenhang mit den Resultaten bewertet wird. Um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, könnte Woodward sich für einen neuen Manager aussprechen.

Zusätzlich zu einer Reihe von Darbietungen, die dem Premier-League-Champion die Titelverteidigung faktisch schon im Januar unmöglich machten, sollen Moyes' Entscheidungen intern Differenzen geschürt haben. Seine Strategie, die schlechten Leistungen dem von Ferguson vererbten Kader zuzuschreiben, habe tiefe Gräben in Uniteds Führungsebene verursacht.

Team gegen Moyes

Des Weiteren sollen einige Schlüsselspieler wenig begeistert davon gewesen sein, dass Moyes ihre Qualität in Frage gestellt hat. Seine wiederholten Äußerungen, das Team benötige einen radikalen Umbau, um den Titel verteidigen zu können, kann die Mannschaft nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Die Spieler seien der Meinung, dass die falsche Taktik und seine Menschenführung den Niedergang des Teams verursacht hätten.

Andere Stimmen rund um das Old Trafford sprechen von Moyes' Versagen darin, das Wesen von Manchester United zu verstehen. Er sei für die Wirren nach Jahren der klaren Teamführung unter Ferguson verantwortlich. Charakteristisch für diese Probleme sei Moyes' Anweisung, das Team gegen Manchester City im Old Trafford im 4-3-3 aufzubieten, nachdem im Abschlusstraining vor dem Derby noch mit einem 4-4-2 gespielt worden war.

Moyes' Entscheidung, auf Rooney - einen Spieler, der immer wieder seine eigenen Interessen über die des Vereins gestellt hatte - als wichtige Führungsfigur zu vertrauen, habe das Team weiter verärgert. Die Unzufriedenheit im United-Kader ist anscheinend sehr groß.

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