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Manchester United: Wohin mit Juan Mata?

Künftig wird er im Trikot der Red Devils auflaufen: Der Tabellensiebte sichert sich Matas Dienste, dessen taktische Einbindung allerdings noch unklar scheint.

ANALYSE
Von Constantin Eckner

Manchester United hat in der aktuellen Transferperiode zugeschlagen: Juan Mata wechselt ins Old Trafford - Medienberichten zufolge kostet er rund 48 Millionen Euro. Der Verein bestätigte: "Wir freuen uns, dass eine Einigung mit dem FC Chelsea über den Transfer von Juan Mata für eine Klubrekordablöse erfolgt ist." Matas Verpflichtung wirkt wie der verzweifelte Versuch, der Truppe von David Moyes neues Leben einzuhauchen. Allerdings muss die Sinnhaftigkeit des Transfers hinterfragt werden.

MATA VS. JANUZAJ
STATISTIKEN 2013/14 (PREMIER LEAGUE)
 
MATA
 
JANUZAJ
11 STARTELF 10
0 TORE 3
2 ASSISTS 2
2,3 SCHLÜSSELPÄSSE 
PRO SPIEL
1,1
88,10% PASSQUOTE 
79,90%
77,69% PASSQUOTE IM LETZTEN
SPIELFELD-
DRITTEL
71,73%

Der 25-Jährige gehört weltweit zur obersten Kategorie der Offensivspieler. Mata ist eine nahezu perfekte Version eines Nadelspielers, der sich auf engstem Raum durchsetzen und Torchancen am Fließband initiieren kann. Unter Jose Mourinho verlor der Spanier aber seinen Stammplatz bei Chelsea. Für die zentrale Position in der offensiven Dreierreihe bevorzugte der portugiesische Trainer hauptsächlich den Brasilianer Oscar.

Mourinho gefallen vor allem die Defensiv-Kompetenzen Oscars, die er bei Mata nicht so ausmachen konnte oder wollte. "Er muss konsequenter werden. Er muss aktiver sein, wenn das Team den Ball verliert", erklärte Mou im letzten September.

Neue Konkurrenz für Kagawa

Trotz dieser jüngsten Reservistenrolle ist er weiterhin ein Premiumtransfer für Manchester United. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wofür die Red Devils ihn brauchen und ob damit das Kernproblem der Misere, die sich durch das Aus im League Cup gegen den AFC Sunderland zuspitzte, gelöst wird.

In der 4-4-1-1-/4-2-3-1-Grundformation von Moyes wäre Mata prädestiniert für die Rolle hinter der Spitze. Allerdings hat man bereits Wayne Rooney, Shinji Kagawa und optional Danny Welbeck wie auch Adnan Januzaj für diese Position. Gerade mit Blick auf den Ex-Dortmunder Kagawa kann hinterfragt werden, warum nun noch Mata kommen musste.

Der Japaner verkörpert alle Fähigkeiten einer falschen Zehn, ist technisch hoch veranlagt, kann in engsten Räumen brillieren und zugleich noch gekonnt für Verlagerung sorgen. Diese Merkmale treffen sogleich auf Mata zu, wobei dieser die genannten Qualitäten in der Premier League über einen längeren Zeitraum unter Beweis stellen konnte.

Präsenz in der Zentrale fehlt

Das endgültige Aus für Kagawa könnte damit besiegelt sein. Andererseits wird ein Abgang Rooneys, dessen Vertrag 2015 ausläuft, mit der jüngsten Verpflichtung nicht unwahrscheinlich. Sie sind herausragende Spieler und kämpfen tendenziell um dieselbe Position. Eine Versetzung Rooneys ins zentrale Mittelfeld erscheint als konstante Maßnahme eher nicht realistisch. Allerdings ist gerade der offensivere Part der Doppelsechs eine große Schwachstelle.

Tom Cleverley ist bemüht, aber er kann im vertikalen Spiel häufig zu wenig Druck aufbauen und wirkt mit der Spielgestaltung aus der Tiefe heraus überfordert. Sommer-Neuzugang Marouane Fellaini ist aufgrund diverser Verletzungen noch gar nicht in Manchester angekommen. Im Old Trafford werden immer wieder die Namen von Arturo Vidal und Ex-United-Spieler Paul Pogba als mögliche Transferziele genannt.

Es fehlt ein kreativer und rhythmusgebender Box-to-Box-Player, der entscheidende Präsenz in der Zentrale entwickelt. Rooney stellt in dieser Hinsicht auch keine optimale Lösung dar, könnte jedoch eine spannende und mutige Variante sein.

Spielmachender Winger

Eine andere Option zur Einbindung Matas wäre, ihn als Flügelspieler zu bringen. Zuweilen ist das Spiel von United auf den Außenbahnen zu linear, die Struktur einfach zu durchschauen. Antonio Valencia und Ashley Young verkörpern diesen Stil. Sie halten in der Regel die Seite, lassen sich vom Außenverteidiger zumeist überlaufen oder flanken selbst ins Zentrum.

Mata bringt mehr Asymmetrie ein, entwickelt Zug in den Zehnerraum, wodurch die Passzirkulation sowie der Übergang vom mittleren ins letzte Drittel verbessert werden könnten. Mit dem Welt- und Europameister als falschen Winger würde Moyes vom flügellastigen Spiel sowie dem oftmals zu beobachtenden Flankenfokus ein Stück weit abrücken, seiner Truppe mehr Variabilität verschaffen.


OFFENSIVES MITTELFELD


Juan Mata

Wayne Rooney

Adnan Januzaj


MITTELSTÜRMER

Robin van Persie

Insgesamt ist noch unklar, wie die Einbindung Matas konzipiert ist beziehungsweise ob man an der Stelle in erster Linie dem Namen nach eingekauft hat. Uniteds eigentliche Problemzonen im zentralen Mittelfeld, in der Viererkette und allgemein im offenen Aufbau werden damit nicht behoben. Trotzdem steigert Mata das Offensivpotenzial des Tabellensiebten der Premier League und kann, ob nun als Schattenmann des Neuner oder als halber Flügelspieler, für mehr Dominanz und Ballsicherheit in höheren Räumen sorgen. 

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