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Die Yellow Press hat einen neuen "Trottel": Moyes bei Manchester United unter Druck

David Moyes muss nach der 0:1-Heimniederlage von Manchester United gegen seinen Ex-Klub FC Everton reichlich Spott ertragen. Der Titelkampf scheint gelaufen...

Manchester/Berlin. Bei David Moyes reichte es nicht einmal mehr für eine subtile Beschimpfung. "Trottel" - diese knappe Überschrift über dem ratlos dreinblickenden Moyes musste als Demütigung reichen, fand das Boulevardblatt The Sun.

Die ehemaligen englischen Nationaltrainer Steve McClaren und Fabio Capello wurden wenigstens noch als "Trottel mit dem Regenschirm" beziehungsweise "Trottel mit dem Hut" abgekanzelt, aber Moyes bot äußerlich offenbar keine besondere Angriffsfläche.

Wie lange hält Fergusons schützende Hand stand?

Seine Arbeit dagegen schon. Der Teammanager von Manchester United muss nach dem peinlichen 0:1 (0:0) gegen seinen Ex-Klub FC Everton reichlich Hohn und Spott ertragen und steht nur fünf Monate nach seinem Amtsantritt beim englischen Meister gehörig unter Druck. Noch hält zwar sein im Klub nach wie vor omnipräsenter Vorgänger, Sir Alex Fergusen, die schützende Hand über ihn, doch Platz neun in der Premier League und zwölf Punkte Rückstand auf Tabellenführer FC Arsenal sind alarmierend.

Die Pleite gegen Everton war auch deshalb so bitter, weil Moyes in seiner langen Zeit als Teammanager der "Toffees" nie in Manchester gewinnen konnte, sein Nachfolger Roberto Martinez schaffte es dagegen gleich im ersten Anlauf. "Moyes hat elf Jahre versucht, Everton zu einem Sieg in Old Trafford zu führen - jetzt hat er es endlich geschafft", spottete The Sun. Die mitgereisten Everton-Fans rieben sich vergnügt die Hände und verhöhnten ihren Ex-Coach mit dem Spottgesang: "You're getting sacked in the morning" (Du wirst morgen Früh gefeuert).

Ganz so einfach ist eine Entlassung aber nicht. Im Vertrauen auf Fergusons Urteil stattete Manchester den früheren Innenverteidiger Moyes gleich mit einem Sechsjahresvertrag aus, der angeblich mit umgerechnet 39 Millionen Euro dotiert ist.

Moyes: "Dürfen uns keine Fehler mehr erlauben"

Fakt ist aber auch, dass die in der Champions League bereits für das Achtelfinale qualifizierten Red Devils in der heimischen Liga den Ansprüchen weit hinterherhinken. Der Titel scheint fast schon außer Reichweite, selbst die Qualifikation für die Königsklasse dürfte kein Selbstläufer werden. "Wir dürfen uns keine Fehler mehr erlauben", sagte Moyes und mahnte, man müsse nun "schrecklich viele Punkte holen".

Sollte ManUnited auch am Samstag gegen Newcastle United verlieren, dürfte es für den 50-jährigen Schotten eng werden. Dass der gesperrte Torgarant Wayne Rooney und vielleicht auch der verletzte Topstürmer Robin van Persie fehlen werden, erleichtert die Aufgabe nicht. Doch ab jetzt zählen für Moyes nur noch Ergebnisse. "Die Flitterwochen sind vorbei", schrieb die Zeitung Daily Mail.

Vielleicht retten Spielertransfers im Winter den angeschlagenen Teammanager. Vor allem Evertons Linksverteidiger Leighton Baines steht ganz oben auf seiner Einkaufsliste. Noch aber sträubt sich Everton gegen einen Verkauf - trotz einer gebotenen Ablöse von umgerechnet 19 Millionen Euro. Denn der Klub braucht einen starken Kader, um seinen Angriff auf die Europapokalplätze fortzusetzen. Durch den ersten Sieg in Manchester seit 21 Jahren hat Everton bereits fünf Punkte Vorsprung auf ManUnited.

"Das war nicht unsere beste Leistung, aber über die Mentalität meiner Mannschaft könnte ich stolzer nicht sein", sagte Evertons Teammanager Martinez. Solche Sätze hat man von Moyes schon lange nicht mehr gehört.

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