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Der Blues-Coach spricht über seine England-Rückkehr und die alte Spielergarde bei Chelsea. Beleidigen lässt sich The Special One am liebsten in der Premier League.

London. Jose Mourinho sprach in einem Interview über seine Rückkehr in die Premier League und die Verantwortung als Trainer des FC Chelsea gegenüber der Nationalmannschaft. Der Portugiese verrät außerdem, dass er sich von gegnerischen Fans lieber in England als in Spanien beschimpfen lässt.

"Ich liebe es hier"

"Ich glaube nicht, dass die Premier League oder das Land mich vermisst haben. Dafür sind sie zu stark", verriet der portugiesische Star-Coach dem Guardian. Es ginge dabei "auch nicht um das 'Vermissen', sondern darum, dass ich es hier liebe und die Leute das wissen."

Der 50-Jährige war zur aktuellen Saison von Real Madrid an die Stamford Bridge gewechselt, wo er bereits zwischen 2004 und 2008 als Cheftrainer tätig war. Im Vergleich zu seiner Zeit bei den Königlichen stellte Mourinho einen großen Unterschied zwischen den Anhängern der gegnerischen Fanlager fest.

"Nicht mehr The Special One"

"Ich genieße es, auswärts zu spielen und zu spüren, wie die gegnerischen Fans ihr Team unterstützen. Es ist eine pure Feindseligkeit, aber nicht aggressiv", berichtet er über die Fans in England. "Wenn sie in Spanien singen 'Hijo de puta portugues' (portugiesischer Hurensohn, Anm. d. Red.), dann ist das eine tiefe Emotion. Ein richtiger Hass. Sie meinen das ernst. In England ist sogar die Feindseligkeit anders, ironischer."

Seines besonderen Status ist sich der selbsternannte beste Coach der Welt bewusst. "Wenn ich nicht gewinne, bin ich nicht mehr The Special One. Das weiß ich - und das gefällt mir", so der Portugiese.

"Nationalmannschaft Optionen bieten"

Als Trainer eines englischen Klubs empfindet Mou eine große Verantwortung gegenüber dem Land und dem Nationalverband. "Du schuldest dem Land Respekt. Es ist wichtig, der Nationalmannschaft Optionen zu bieten. Den Spielstil eines Landes in seinem Klub beizubehalten ist auch etwas sehr Wichtiges. Man kann die Charakteristika des lokalen Fußballs nicht einfach ablegen", erklärte er. "Manchmal glauben die Leute, man könne so wie dieses oder jenes Team spielen. Wie Barca oder Bayern. Dabei muss man zu allererst landestypisch spielen."

Bei der Zusammenstellung eines Teams hat der Ex-Coach von Inter Mailand deshalb genaue Vorstellungen. "Mir gefällt diese Loyalität, wenn ausländische Spieler ankommen und bereits ein Gerüst aus einheimischen Spielern vorfinden, die ihnen alles erklären können. Wo sie sind, wie die Dinge ablaufen, wie sie sich verhalten müssen und sogar wie man in der Liga spielen muss."

In drei bis vier Jahren werde er "sehr traurig sein", wenn es keine neuen, bei Chelsea ausgebildeten Engländer gäbe, die den jetzigen Kern ersetzen können. "Jeder Klub braucht das. Wir arbeiten gerade an der neuen Generation."

"Terry bekommt wieder Selbstvertrauen"

Dieser Kern besteht momentan unter anderem aus John Terry, den Mourinho nach einer schweren Zeit wieder aufbauen möchte. "Terry bekommt wieder Selbstvertrauen. Die letzten Jahre hatte er Probleme auf dem Platz, außerhalb des Platzes und war oft verletzt. Er wurde wegen unterschiedlicher Sachen gesperrt, hatte Coaches, die ihm nicht vertraut haben."

Deswegen sei Mourinho "froh, dass er immer noch zeigt, dass er ein Topspieler ist. Er spielt auf einer Position, wo das Alter nicht wichtig ist. Es kommt auf das Positionsspiel an, darauf, das Spiel zu lesen und zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu stehen", so der Erfolgscoach über den mittlerweile 32-jährigen Innenverteidiger und Kapitän der Blues.

Auch Chelseas Rekordtorschütze Frank Lampard gehört mit seinen 35 Jahren zum alten Eisen. Mourinho erwartet vom Engländer trotzdem viel Engagement: "Er muss sich anpassen und jeden Tag lernen, wie er mit seinem 'neuen Körper' spielen kann." Ein Spieler könne "auch im Alter noch neue Dinge lernen. Ich bin 50 und seit 2000 Trainer – und lerne jeden Tag, jedes Spiel, mit jeder Erfahrung".

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