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„Sechs, setzen!“ Wer hat als Schüler diesen Satz nicht schon einmal gehört? Goal.com stellt das Zwischenzeugnis der Hinrunde aus. Heute ist der FC Chelsea dran!

Verein: FC Chelsea
Premier League: Platz 3
FA-Cup: dritte Runde
Champions League: ausgeschieden

Zielsetzung: Nach zwei Pokaltriumphen (FA-Cup und Champions League) setzten sich die Blues in diesem Jahr das Ziel, den Fokus wieder hauptsächlich auf die Liga zu legen und dort um den Meistertitel zu spielen. Gegen die Konkurrenz aus Manchester sollte mit schnellem, anrgiffslustigem Offensivfußball Paroli geboten werden.

LIGA & POKAL: noch gut (2-)

Mit einem starken Start eröffnete der FC Chelsea seine Premier League-Saison. Die ersten zehn Spiele glänzte die di Matteo-Elf und erkämpfte sich die Tabellenspitze. Einen Wendepunkt erfuhr die Saison, als Chelsea vor heimischem Publikum Manchester United unterlag. In einer packenden Partie siegten die Red Devils mit 3:2 und profitierten dabei von höchst fragwürdigen Pfiffen des Schiedsrichters. Seitdem verlor Chelsea Punkt um Punkt und liegt mittlerweile bereits elf Zähler (ein Spiel weniger) hinter Primus United.

Der FA Cup beginnt für die Teams aus der Premier League traditionell erst im Januar. Dort steigen alle 20 Teams des Oberhauses in England ein. Zum Einstieg tritt der FC Chelsea beim Ligarivalen aus Southampton an.

Im League Cup spielt Chelsea zudem überaus erfolgreich. Mit einem 5:1-Kantersieg über Leeds United feierte das Team von Rafa Benitez zuletzt den Einzug ins Halbfinale. Mit Aston Villa, Swansea City und Bradford City ist die verbliebene Konkurrenz überschaubar. Ein relativ einfach machbarer Titel ist somit duchaus realistisch.

CHAMPIONS LEAGUE: mangelhaft (5)

Die große Enttäuschung der ersten Halbserie war für Spieler, Verantwortliche und Fans selbstverständlich das Abschneiden in der Champions League. In einer zugegeben schweren Gruppe mit Juventus Turin, Schachtjor Donezk und dem FC Nordsjaelland verpassten die Londoner die Big Points und schieden am Ende als Dritter aus. Als historisch bester Dritter, wohlgemerkt. Die Blues stellten dabei gleich mehrere Rekorde auf. Neben dem Allzeithoch für eine Ausbeute eines ausgeschiedenen Teams erzielte der FC Chelsea die meisten Tore aller Teams in der Vorrunde und verbuchte zudem die beste Trefferausbeute in der Vereinsgeschichte. Nur die entscheidenden Tore fehlten nach Niederlagen in Donezk und Turin.

Ab Februar spielt die Benitez-Truppe also in der Europa League mit. In der Zwischenrunde treffen die Blues auf Sparta Prag, bei denen sie zunächst antreten müssen. Chelsea gilt in der Europa League als favorisiert. Fraglich wird sein, ob dem für die Engländer eher als zweitklassig gesehenen Wettbewerb die gleiche Aufmerksamkeit wie der Champions League entgegengebracht wird.



UNTERHALTUNG: befriedigend (3)

Wer den FC Chelsea aus der Vorsaison kennt, wird sich an Defensivschlachten in Barcelona und München erinnern. Mauertaktiken im Halbfinale und Finale der Champions League brachten letztendlich den Titel, doch nicht nur das ist der FC Chelsea. Mit hochqualitativen Neuzugängen (Hazard, Oscar, Moses) stärkten die Blues ihre Spielstärke und brannten in der Hinserie auch das ein oder andere Feuerwerk ab. Am letzten Champions League-Spieltag schlug man Nordsjaelland mit 6:1, erst jüngst bezwang man Aston Villa gar mit 8:0. Doch auch hier sind die Blues beständig unbeständig. Galas wechseln sich mit trostlosen Auftritten ab. Im Großen und Ganzen allerdings haben die Blues in puncto Unterhaltung einen Sprung gemacht und dürfen die erste Halbserie als befriedigend abhaken.



TRANSFERMARKT: gut (2)

Erstmals seit längerer Zeit investierte der FC Chelsea wieder ordentlich Geld, um einen kleinen Umbruch zu vollziehen. Mit dem Abgang von Didier Drogba änderte eine Ära an der Stamford Bridge, der Ivorer verabschiedete sich mit dem langersehnten Champions League Titel.

In der Folge konsumierte Chelsea mächtig. Eden Hazard für 40 Millionen, Oscar für 32 Millionen, Moses für 11 Millionen, Marko Marin und Cesar Azpilicueta für je 8 Millionen sollten den Blues-Kader aufwerten. Die knapp 100 Millionen Investitionen zahlten sich auch aus. Hazard wurde auf Anhieb zum Stammspieler bei den Blues, auch Oscar und Moses ließen immer und immer wieder ihr Potenzial aufblitzen. Als positive Überraschung erwies sich Azpilicueta, der auf der rechten Verteidigerseite viel Druck erzeugte und enormen Offensivdrang zeigte. Enttäuschend blieb bislang Marko Marin, der in der Liga und im Pokal kaum zum Einsatz kam. Er fand weder bei di Matteo, noch bei Benitez bislang Zugang zum Stammpersonal.



TRAINER & UMFELD: befriedigend (3)

Lange Zeit wurde im Sommer diskutiert, wie es an der Stamford Bridge weitergehen solle. Roberto di Matteo hatte das Team im Februar in fast aussichtsloser Lage übernommen, zunächst Neapel und später auch Barcelona und Bayern ausgeschaltet und die Champions League geholt. Zudem gewann di Matteo mit dem FC Chelsea den FA Cup. Folgerichtig wurde der Schweizer Ende des Jahres in seinem Land zum Trainer des Jahres gewählt - doch zu diesem Zeitpunkt stand di Matteo bei den Blues schon gar nicht mehr in der Verantwortung. Nach einer 0:3-Pleite bei Juventus Turin wurde der vorherige Erfolgscoach entlassen und durch Rafa Benitez ersetzt.

Doch auch mit Benitez verlief nicht alles reibungslos. Vor allem die Fans wehrten sich anfangs massiv gegen den neuen spanischen Trainer, war dieser doch früher Übungsleiter in Liverpool und geizte nicht mit Giftpfeilen in Richtung Stamford Bridge. Großartig Bilanz ziehen kann man über den Monat Benitez bislang nicht. Das wohl wichtigste Spiel, das Finale der Klub-WM, verlor Benitez mit seinen Mannen mit 0:1 gegen Corinthians. Der Weltmeister-Titel wurde somit verpasst. Obwohl man mit dem Spanier nun einen routinierten Trainer mit erfolgreicher Vita hat, bleibt das Umfeld in London weiter ein stürmisches. Vor allem für Trainer scheint Chelsea kein einfaches Pflaster zu sein.

DER TOPTRANSFER
DER DAUERBRENNER
DER RÜCKHALT


GESAMTNOTE: befriedigend (3)

Das Gesamtbild könnte in London natürlich besser aussehen. Mit dem Gewinn der Champions League, dem großen Ziel von Besitzer Roman Abramovitsch, hat sich der Verein zwar in diesem Jahr einen großen Traum erfüllt, konnte aber darauffolgend nicht erfolgreich anknüpfen. Nach solider Arbeit am Transfermarkt konnte der starke Start nicht bestätigt werden. Es folgten Turbulenzen, ein Trainerwechsel, das Aus in der Champions League. Eine rundum gelungene Saison wird auch 2012/2013 für den FC Chelsea nicht mehr werden - egal, wie die zweite Halbserie verläuft.

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