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Das Verhalten bei rassistischen Vorfällen zeuge von fehlender Moral bei englischen Profi-Vereinen und dem Dachverband FA.

London. Lord Herman Ouseley, Vorsitzender der englischen Anti-Rassismus-Initiative „Kick It Out“, hat die Top-Vereine der Premier League für ihren Umgang mit rassistischen Übergriffen kritisiert. Auch die FA habe viele Fehler gemacht, sei aber mittlerweile auf dem richtigen Weg.

„Moral-Vakuum“ bei den Spitzenvereinen

Vor dem Hintergrund der rassistischen Übergriffe auf Manchester Uniteds Rio Ferdinand während der Partie bei Manchester City am vergangenen Sonntag prangert der 72-jährige Politiker im „Guardian“ die Sitten der englischen Spitzenvereine an: „Man muss eine starke Botschaft senden, dass Rassismus völlig inakzeptabel ist. Doch bei den Top-Klubs herrscht ein Moral-Vakuum. Die Vereine betrachten die Spieler als reine Kapitalanlagen. Alles andere kümmert sie nicht.”

Kritik an FA und Premier League

Positive wie auch negative Worte findet Ouseley für den englischen Verband, der mittlerweile rasch auf Rassismus-Fälle reagiere: „Die FA geht heute mit harter Hand gegen jeden Rassismus-Verdacht vor.“ Zugleich wirft Ouseley dem Verband allerdings besonders im Fall John Terry/Anton Ferdinand, der sich bis zur Urteilsverkündung ein Jahr lang hingezogen hatte, mangelnde Durchsetzungsfähigkeit und schwere Versäumnisse vor: „Zwölf Monate wurden mit Heuchlerei verschwendet.“ Auch bei der Premier League sieht das Mitglied des House of Lords noch großen Verbesserungsbedarf: „Die Liga stellt sich zu sehr vor die Stars.“

„Alle schwarzen Spieler wurden verletzt“

Lord Ouseleys Kritik gründet sich vor allem auf der Terry-Ferdinand-Affäre, die eine Art Präzedenzfall geschaffen hat: „Bis heute hat die FA nicht begriffen, welchen Schaden sie Anton Ferdinand und seiner Familie mit der langen Dauer des Verfahrens gegen John Terry angetan hat.“ Als Antons Bruder Rio Ferdinand mitgeteilt worden sei, dass er nicht für Europameisterschaft nominiert sei, während John Terry in den Kader berufen wurde, habe das „alle schwarzen Spieler verletzt.“ Niemand sei daraufhin aufgestanden, um für sie zu sprechen. Ouseley: „Das Establishment hat sich einfach vor seine Günstlinge gestellt.“

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