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Jens Lehmann glaubt, dass der FC Arsenal ohne Robin van Persie mittelfristig besser aufgestellt ist. Ins Schwärmen gerät er über seinen Ex-Coach Arsene Wenger.

London. Wenn es um den FC Arsenal geht, ist Jens Lehmann weltweit ein gefragter Gesprächspartner. Der Keeper der historischen „Gunners“-Mannschaft, die in der kompletten Premier-League-Saison 2003/04 ohne Niederlage blieb und souverän den Titel gewann, sprach im BBC-Interview über das neue Arsenal ohne Robin van Persie, sein Verhältnis zu Arsenal-Teammanager Arsene Wenger und eine mögliche Paralympics-Teilnahme.

Van Persie-Verkauf war richtige Entscheidung

In 148 Pflichtspielen lief Jens Lehmann, 42, zwischen 2003 und 2008 sowie bei seinem Kurz-Comeback 2011 für den FC Arsenal auf. Er erlebte die großen Zeiten der „Gunners“ zu Beginn der 2000er Jahre, spielte Seite an Seite mit Thierry Henry, Dennis Bergkamp und Patrick Vieira. Auch mit Robin van Persie, dem für 30 Millionen Euro zu Manchester United abgewanderten Arsenal-Star der letzten Jahre, teilte Lehmann Spielfeld und Kabine.

Trotz der 30 Premier-League-Treffer van Persies in der Saison 2011/12 bewertet der frühere deutsche Nationaltorhüter den Verkauf des Niederländers aber als richtige Entscheidung: „Robin wollte den Club des Geldes wegen verlassen. Vermutlich hat er auch geglaubt, woanders leichter Titel zu gewinnen. Wenn ein Spieler so denkt, dann sollte man ihn gehen lassen. Hinzu kommt, dass Robin nur noch ein Jahr Vertrag hatte und in der vergangenen Saison erstmals in seiner Karriere von Verletzungen verschont geblieben war. Wer weiß, ob er das noch einmal hätte wiederholen können.“

Arsenal bald wieder Englands Nummer eins?

Überhaupt könne sich die Transferpolitik des FC Arsenal bald auszahlen, glaubt der 61-malige deutsche Nationalspieler: „Wenn das UEFA Financial Fair Play voll greift, werden wir vielleicht eine neue Rangfolge im englischen Fußball erleben. Vereine wie Chelsea oder Manchester City werden dann womöglich reglementiert. Am Ende könnte Arsenal wieder auf einen Schlag vor seinen Rivalen stehen.“

Doch nicht nur die soliden Finanzen, auch die verbesserten Abwehrleistungen machen Jens Lehmann Mut: „In den ersten vier Premier-League-Spielen ist die Mannschaft ohne Gegentor geblieben. Überhaupt hat Arsenal im gesamten Abwehrverhalten deutliche Fortschritte gemacht. Das ist ein großer Verdienst der Assistenztrainer Steve Bould und Neil Banfield. Wenn Arsene Wenger jetzt noch die richtige Mischung aus Offensive und Defensive findet, bin ich optimistisch, dass Arsenal bald wieder Titel gewinnen wird.“

Wenger ist einmalig

Überhaupt gerät Jens Lehmann ins Schwärmen, wenn er über seinen früheren Trainer Arsene Wenger redet, bei dem er auch schon hospitieren durfte: „Arsene Wenger inspiriert die Spieler nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalb des Rasens. Jedes Gespräch mit ihm bringt dich als Spieler weiter. Er hat Arsenal zu dem gemacht, was es heute ist. Er hat gute Spieler gekauft, besser gemacht und sie noch teurer verkauft. Auch das neue Stadion ist mit sein Verdienst.

Ich liebte es, mit ihm zu arbeiten. Sein Training war zwar sehr fordernd, vor allem für den Kopf, und wir sind auch des Öfteren aneinandergeraten, aber persönlich habe ich mich immer gut mit ihm verstanden, selbst wenn wir sportlich nicht immer einer Meinung waren. Auch dass Arsene Wenger mir ermöglicht, meine Trainerausbildung bei Arsenal zu machen, ist eine große Geste, für die ich ihm sehr dankbar bin.“

Comeback bei den Paralympics?

Bliebe noch die Frage zu klären, ob Jens Lehmann noch einmal als Aktiver auf die Fußballbühne zurückkehrt. Von der BBC auf eine mögliche Teilnahme bei den Paralympics 2016 als Torhüter der deutschen Nationalmannschaft im Blindenfußball angesprochen, erklärt Lehmann: „Ein deutscher Journalist rief mich im August an und fragte, ob ich mir vorstellen könne, im deutschen Fußballteam bei den Paralympics mitzuspielen. Ich schwieg, weil ich zunächst nicht wusste, worum es ging. Nachdem er mir erklärt hatte, dass der Torhüter beim Blindenfußball als einziger Spieler sehen kann, antwortete ich: ‚Warum nicht?‘ Daraus wurde dann diese Geschichte gemacht. Wir werden sehen, was in vier Jahren ist. An Olympischen Spielen habe ich nie teilgenommen, insofern wäre das schon reizvoll.“

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