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Der Brasilianer erreichte das Etihad-Stadium aus Mailand am letzten Tag der Transferperiode und hat die Fähigkeit, den Premier-League-Gewinner noch vielseitiger zu machen.

TAKTISCHE ANALYSE
VON Wayne Veysey

Wenn Manchester Citys hektische Betriebsamkeit am letzten Transfertag etwas gebracht hat, dann hat sie einen Einblick gewährt, wo Roberto Mancini eine Verstärkung für notwendig erachtete und was wir erwarten können, wenn sie ihren Meistertitel zu verteidigen versuchen.

City besiegte QPR 3:1, nicht ohne einige Alarmzeichen und ohne den Einfluss der fünf Neuankömmlinge am Tag, nachdem das Transferfenster geschlossen wurde.

Die Samstag-Reise nach Stoke sollte ein gewisses Verständnis für die taktischen Kniffe Mancinis bringen und ob er plant, die Drei-Mann-Verteidigung aus dem Community Shield gegen Chelsea und beim 2:2-Liga-Remis bei Liverpool beizubehalten.

Im Wesentlichen gibt es zwei Systeme, die City in dieser Saison spielen wird. Die Heim-Formation, ein normales 4-2-3-1, und Mancinis Plan B, ein 3-4-2-1, das in den ersten beiden Spielen der Saison genutzt wurde.

ZURÜCK ZU DEN WURZELN
4-2-3-1: Der Italiener hat in der letzten Saison seine Außenverteidiger oft ebenso häufig rotieren lassen wie die Flügelspieler und Stürmer
City kehrt aus der Länderspielpause mit sieben Punkten von möglichen neun zurück, ist aber immer noch auf der Suche nach der Sicherheit der letzten Saison, vor allem aus den ersten Monaten des Jahres 2011-12, als sie zeitweise unwiderstehlich waren.

Von den fünf Last-Minute-Neuverpflichtungen sind die beiden, die regelmäßigen Profifußball zu erwarten haben, wohl der vielseitige Javi Garcia und der rasende Rechtsverteidiger Maicon.

Beide geben dem Team, das die Liga in den dramatischen Umständen in den letzten Sekunden der letzten Saison gewann, etwas Besonderes.

Garcia ist der maßgebliche, mobile Balleroberer im zentralen Mittelfeld, den Mancini sich gewünscht hatte, während Maicons atemberaubende Läufe auf der rechten Seite eine zusätzliche Dimension zu Citys Angriffen hinzufügen.

Mancini gefällt es, wenn seine Teams flexibel sind und sein Kader tief ist. Die Form wird eher davon abhängen, welche Spieler er wählt und welche Auswechslungen er tätigt, aber seine Titelmannschaft war auf ein sehr modernes 4-2-3-1 aufgebaut, mit gelegentlichen Variationen eines 4-4-2 oder 4-2-2-2.

Der Italiener hat in der letzten Saison seine Außenverteidiger oft ebenso häufig rotieren lassen wie die Flügelspieler und Stürmer, aber setzte sein Vertrauen in einen zentralen Kern bestehend aus Joe Hart, Vincent Kompany, Joleon Lescott, Gareth Barry, Yaya Toure, David Silva und Sergio Aguero.

Ebenfalls konstant war sein Misstrauen gegenüber klassischen Flügelspielern, wie Adam Johnson  feststellen musste, und das heißt nichts Gutes für den neuen, jungen Scott Sinclair.

In dem Wunsch, City weniger vorhersehbar zu machen, hat es eine Verschiebung der Schwerpunkte in dieser Saison gegeben, die ihre Wurzeln in der Serie A hat, wo Mancini drei Titel gewann.

Zentral ist die Verwendung von vielseitigen Außenverteidigern wie Pablo Zabaleta, der neben Kompany und Lescott gegen Chelsea spielte und dann mit Kompany und Kolo Toure an der Anfield Road. Durch Micah Richards' Abwesenheit aufgrund einer langwierige Knöchelverletzung wurde Zabaleta auch in den beiden Heimspielen in seiner regelmäßigen Rechtsverteidiger-Position bestärkt.

Mancini mag es, wenn seine Außenverteidiger zu raumgreifenden Aktionen und Abenteuer neigen, besonders zu besichtigen in den Heim- und Auswärtssiegen über Manchester United letzte Saison, die unterschiedlicher nicht hätten sein können: Ein Merkmal der 6:1-Vernichtung Uniteds im Old Trafford war die rasante Vorstellung von Richards, während Zabaleta einer der Schlüsselspieler in der Attacke beim 1:0-Sieg im Etihad-Stadium war.

WIE CITY SPIELEN KÖNNTE
3-4-1-2: Das neue System würde den Außenverteidigern einen größeren Spielraum geben
Maicon bietet in der Offensive eine größere Bedrohung als sowohl Richards als auch Zabaleta, auch wenn er defensiv eher verwundbar erscheint als die beiden anderen.

Man kann sich ihn gut als offensiven Außenverteidiger in einem 4-2-3-1 vorstellen, wenn City zuhause mit viel Ballbesitz dominiert, und noch eher als fliegenden rechten Außen, sollte Mancini zum 3-4-2-1 zurückkehren.

Vorausgesetzt, er passt sich an seine neue Umgebung schnell an, könnte Garcia ins zentrale Mittelfeld als einer von zwei Mittelfeldspielern passen, der andere könnte je nach Verfügbarkeit und Anlass Yaya Toure, Jack Rodwell oder Gareth Barry sein.

In Mancinis 4-2-3-1 ist Raum für vier offensive Spieler, von denen zwei normale Stürmer sind, die nahe beieinander spielen und zwei weitere offensive Mittelfeldspieler.

Aguero ist ganz oben in der Hackordnung und ist genauso wirksam wie eine Sturmspitze oder eine zurückgezogene Spitze, Carlos Tevez hat die schnellen Beine und einen niedrigen Körperschwerpunkt, um in beiden Positionen effektiv zu sein, während Mario Balotelli und Edin Dzeko eher natürliche Neuner sind.

Yaya Toure wurde in der letzten Saison häufig als offensiver Mittelfeldspieler eingesetzt, manchmal tauschte er die Positionen mit dem technisch stärkeren Silva, dessen Kunstfertigkeit und Auge für einen Pass unglaublich gut mit der Kraft und Fähigkeit des Ivorers, einen Gegner auszuspielen, zusammenwirkten.

Sollte Toure in einer tieferen Rolle spielen, schafft dies Platz für einen Ballverteiler wie Samir Nasri oder Sinclair oder auch Allrounder James Milner.

Der Vorteil des 3-4-2-1 ist, dass es die Verteidiger mehr ins Spiel bringt, was zu den Stärken von Maicon und Aleksandar Kolarov gehört, und eine größere Kontrolle über das Mittelfeld ermöglicht.

Aber der Nachteil des Systems ist die Unterzahl, enn der Gegner konsequent über die Flanken kommt, und es gibt es nur drei rein offensive Spieler.

Im 3-4-2-1-System, das City in dieser Saison eingesetzt hat, war Nasri der Spielmacher bei beiden Gelegenheiten, auch wenn das eher den leichten Knöchelproblemen und dem eher langsamen Start Silvas in die Saison geschuldet war als der Überzeugung, dass der Fanzose nun der Kreativchef in Mancinis Team ist.

Dem City-Boss wird nicht verborgen geblieben sein, wie Juventus letzte Saison die Serie A gewonnen hat, indem sie häufig mit einer Drei-Mann-Verteidigung auftraten, während Napoli in den letzten Jahren ebenfalls mit großem Erfolg schnelle Außenverteidiger eingesetzt hat.

Bei dem Personal, das der Ligameister gegen Chelsea und Liverpool aufbot, gab es keine Anzeichen, dass die Einführung eines neuen Systems City stärker gemacht hat

Sollte Mancini auch bei Auswärtsspielen daran festhalten - und wenn Maicon die Möglichkeit, vorwärts zu marschieren, erlaubt ist - könnte dies eine erhebliche Stärkung des Meisters bewirken.

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