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Der Transfer des Mittelfeldmanns kam sehr überraschend. Die „Blues“ schnappten sich den Flügelflitzer von der Weser. Nun spricht er über seinen neuen Verein.

London. Die Meldung, dass Marko Marin Werder Bremen verlässt, kam unverhofft. Dass er in die Premier League wechselt, verwunderte ebenfalls nicht, denn durch seine Schnelligkeit, passt er zu der englischen Spielweise. Aber keiner wäre auf die Idee gekommen, dass der Champions League-Sieger FC Chelsea sein neuer Arbeitgeber wird. Zumal er in Deutschland schon als „gescheitertes Talent" galt.

Sprache ist kein Problem

Seit einer Woche trainiert der 23-Jährige auf dem Trainingsgelände der „Blues“ in Cobham. Er konnte seine ersten Eindrücke sammeln und einen Vergleich zur Bundesliga, beziehungsweise zu seinem Ex-Verein ziehen. Dabei fällt ihm die Unterhaltung und das Sprechen leicht, welches nicht nur auf das Bildungssystem in Deutschland, mit frühen Englisch-Unterricht, sondern besonders mit seinem alten Verein zu tun hat. Bei Werder sprach Marin schon viel englisch, aufgrund der zahlreichen ausländischen Spieler, sodass es die zweite Umkleidekabinen-Sprache wurde. Das zahlt sich nun aus.

Unterschiede klar spürbar

Nach einer Woche im Training sind, aus der Sicht des ehemaligen Nationalspielers, die Unterschiede zur Bundesliga augenscheinlich. Allein die Vorbereitung auf die Saison unterscheidet sich grundsätzlich. „Das Training hat eine gute Intensität", berichtet Marin kurz nach weiteren 90 Minuten auf dem Rasen Cobham. „Und ich mag das Training hier, weil wir die meiste Zeit mit dem Ball trainieren. Während der Vorbereitung in Deutschland sind wir mehr ohne Ball gelaufen“, resümiert der frühere Mönchengladbacher im Interview auf der vereinseigenen Homepage. „Manchmal gingen wir raus und waren nur am Laufen und haben den Ball nicht gesehen, aber nur in der Vorbereitung. Während der Saison habend wir mehr mit dem Ball trainiert.“

Andere Trainingsbedingungen

Auch die Umgebung ist in Deutschland anders als auf der Insel. „In Deutschland hat man nicht solche Trainingsplätze wie diese, hier sind sie riesig, überall wo du hinschaust sind Trainingsplätze, wo auch viele jüngere Spieler zu sehen sind.“  Zu der Umgebung kommen noch die Spieler, die über eine besondere Qualität verfügen. „Es ist ebenfalls schön anzusehen, wie gut die Spieler mit dem Ball in Ballbesitz umgehen. Jeder ist ein technisch guter Spieler und der Trainingsplatz ist etwas Besonderes“, zeigt sich der 16-fache deutsche A-Nationalspieler beeindruckt.

Selbst Trainingslage anders

Selbst die Orte, an denen die Vorbereitung von statten geht, unterscheiden sich erheblich von denen, welche bei den Bundesliga-Vereinen „normal“ sind. „Wir waren in Österreich oder Deutschland im Trainingslager mit Werder", erinnert er sich, „oder eine Zeit in Spanien oder der Türkei, aber nie in den USA. Ich habe dort Urlaub gemacht, aber war noch nicht mit einem Team dort. Wir fahren dorthin, um für Freundschaftsspiele zu trainieren. Wir haben keine Zeit für andere Dinge. Die Hauptsache ist, dass wir fit werden.“

Stolz auf die Entscheidung


Ende April wurde der Transfer von Marin als Vollzogen gemeldet, doch fieberte er bis zum Ende der Saison mit Chelsea mit. Das Champions League-Finale spielte eine besondere Rolle dabei, denn dies entschied, ob der Verein auch in der nächsten Spielzeit international spielt. Doch „the German Messi", wie die Independent on Sunday ihn getauft hat, hatte keinen Zweifel an dem Wechsel. „Wenn Chelsea ruft,  dann ist es ein wirklich schönes Gefühl. Es ist eine gute Erfahrung, in einem anderen Land zu spielen. Gerade in der Premier League, das ist meiner Meinung nach die beste Liga - nicht nur, weil die Stadien voll sind, denn das gilt in Deutschland auch, aber ich denke, hier ist eine andere Stimmung in den Stadien“, so der 1,70 Meter große Mittelfeldakteur. Er fügt noch hinzu: „Ich habe ein paar Spiele in England gespielt, und man kann es fühlen, die Intensität und das Tempo des Spiels ist so viel höher.“



Chelsea als Schlüssel für die DFB-Auswahl


Der 23-Jährige hofft durch den Wechsel auch ein Zeichen gesetzt zu haben und möchte durch gute Leistungen wieder zurück in die Nationalmannschaft. „Wenn du in einem Team wie Chelsea spielen kannst und überall in der Welt im Fokus stehst, nicht nur für Deutschland, wenn du also gute Leistungen bringst, ist es ein logischer Schritt, wieder zurück in die Nationalmannschaft zu kommen", äußert sich Marin kämpferisch auf der Chelsea-Homepage.

Zumal der Mittelfeldspieler zu keinem x-beliebigen Verein in Europa gewechselt ist. „Es war meine Entscheidung, in ein anderes Land gehen, weil ich keine Angst habe. Ich möchte für Chelsea spielen. Es ist nicht so, dass ich ins Ausland und Weg aus Deutschland gehen wollte. Chelsea ist ein guter Club ist. Sie sind die Könige von Europa, daher bin ich glücklich, hier zu spielen.“

Hat bereits Freunde gefunden

Natürlich hat der Ex-Bremer auch soziale Kontakte in seiner neuen Heimat und ist nicht isoliert. Neben Lukas Podolski, der zur kommenden Saison zu Arsenal London wechselt, hat er besonders viel Kontakt zu Per Mertesacker, der mit ihm an der Weser zusammen gespielt hat. Aber auch bei den „Blues“ hat der bereits erste Freundschaften geknüpft.

Besonders mit Branislav Ivanovic versteht sich Marin gut. Die ersten Kontakte entstanden während der WM 2010, wo er noch im Aufgebot des DFB war. „Jeder weiß, dass ich im ehemaligen Jugoslawien geboren bin. Ich habe vor und nach dem Spiel mit den serbischen Jungs gesprochen, und jetzt, nachdem ich wusste, dass ich zu Chelsea gehe, rief ich ihn an. Wir haben uns lange unterhalten und er hat mir bei vielem geholfen, meist kleine Dinge, aber es ist gut, jemanden hier zu haben, der meine Sprache spricht.“ Der einzige Makel ist, dass sie beide „nicht serbisch Essen gehen können“, da dieses Angebot in London nicht gegeben ist.

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