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Chicharito am Scheideweg: Javier Hernandez dachte schon ans Karriereende
Die Karriere von Chicharito stand bereits auf der Kippe, als es nicht so laufen wollte, wie erhofft. Doch zum Glück für die Nationalmannschaft und ManUnited kam alles anders.
Von Christoph Vogel
Pasadena. Der Aufstieg von Javier Hernandez von einem unbekannten Nachwuchsstürmer zur Stammkraft bei Manchester United und in der Nationalmannschaft ist eine Geschichte zum Niederschreiben. Was wenige nicht wissen: Als Spieler bei den Chivas Guadalajara dachte Chicharito schon ans Aufhören! Zum Glück kam alles anders.
Selbstvertrauen war am Boden
Gerade einmal zwei Jahre ist es her, als Hernandez beinahe eine folgenschwere Entscheidung traf. Der Stürmer war niedergeschlagen angesichts der Tatsache, dass er sich nicht in die erste Mannschaft der Chivas spielen konnte und dachte ernsthaft daran, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen und zum College zu gehen. Als Mitglied einer Fußballer-Familie wollte er den Ruf seines Vaters und Opas fortführen. In der zweiten Mannschaft der Chivas festzuhängen war aber alles andere als förderlich für sein Selbstvertrauen.
Durchbruch rechtzeitig geschafft
„Ich bekam zu jener Zeit nicht die Spielminuten, die ich wollte und der Trainer ließ mich nicht spielen. Ich weiß nicht wieso, aber ich war frustriert,“ sagte Hernandez im letzten Sommer nach seiner Unterschrift bei United. „Mein Selbstvertrauen begann zu schwinden und ich habe meinen Vater und meine Familie gefragt, ob Fußball zu spielen für mich immer noch der richtige Weg sei.“ Ein Glück für Mexiko und den Fußball, dass Hernandez standhaft blieb. Er schaffte den Durchbruch in die Stammelf und avancierte zum Topscorer. Es folgte das Interesse von United. Der Rest ist Geschichte.
Zuschaueransturm beim Gold Cup
Nun spielt er mit Mexiko beim Gold Cup und hat inzwischen diese schwere Phase in seinem Fußballerleben gut verarbeitet. „Wie ich gerne sage, die Vergangenheit ist die Vergangenheit,“ sagte Hernandez am Freitag. „Ich hatte damals eine komplett andere Denkweise.“ Vor seiner Berufung in die Mannschaft der „El Tri“ schien es, als ob es Mexiko nicht zur WM 2010 nach Südafrika packen würde. Viele Stars spielten in Europa und dem Angriff fehlte es an Durchschlagskraft. Die Fans wollten sehen, wie es Spieler wie Carlos Vela oder Giovanni Dos Santos in Europa packten, aber keiner von ihnen konnten bis dato ihre Erfolge aus Mexiko fortführen. Die Berufung von Hernandez änderte alles.
„Ich bin nur ein Mensch“
Seit seiner ersten Einwechslung bei der WM im Gruppenspiel gegen Südafrika hauchte er der Mannschaft neues Leben ein, der es monatelang an Selbstvertrauen gemangelt hatte. Der Stürmer der Red Devils impfte den Fans neue Begeisterung ein, nachdem sie nur drei Jahre zuvor während der Amtszeit von Sven-Göran Eriksson eine schwere Zeit durchlebt hatten. Alle Spiele Mexikos beim Gold Cup sind ausverkauft, außer dem Spiel in Charlotte, wo trotzdem noch 46.012 Fans ins Stadion pilgerten. Der Durchschnitt der Spiele ohne mexikanische Beteiligung liegt bei nur 25.310 Fans. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl,“ so Hernandez. „Wir wissen, dass wir hier in den Vereinigten Staaten sind, wir haben viele Mexikaner und mexikanische Fans, sodass eigentlich nur Danke für die Unterstützung sagen können, die sie uns entgegenbringen.“ Er selbst ist beim ganzen Wirbel um ihn auf dem Boden geblieben: „Ich bin nur eine Person, kein Held oder ein Idol, wie manche Leute sagen. Ich bin nur ein Mensch und spiele Fußball.“
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