ELF Horrorverletzungen: Abou Diaby (8)

Verletzungen gehören (leider) zum Fußball, so viel ist klar. Meist sind es nur kleine Blessuren, die die Spieler außer Gefecht setzen. Doch in manchen Fällen kommt es ganz dicke und die Akteure fallen monatelang aus oder müssen sogar um die Fortsetzung ihrer Karriere bangen. In unserem beliebten Ranking „ELF“ erinnern wir an die schlimmsten Verletzungen der letzten Jahre. Auf Platz acht der Wertung ist Arsenals Abou Diaby, der sich 2006 eine brutale Verletzung zuzog.

Von Dirian EL AMINE

Ratlose Londoner: Fabianski, Campbell, Diaby grübeln über das 1:2 beim FC Porto (Getty Images)

London. Es war der 29. April des Jahres 2006, am vorletzten Spieltag der englischen Premier League. Der FC Arsenal stand damals dem FC Sunderland gegenüber, siegte auch auswärts souverän mit 0:3. Doch ein brutales Foul überschattete den Jubel der Londoner: Gegenspieler  Dan Smith, heute beim englischen Sechstligisten Blyth Spartans AFC unter Vertrag, foulte Abou Diaby so unglücklich und hart, das dessen Bein brach und der Franzose gleich noch eine Knöchelverletzung erlitt.


Erst über acht Monate später, am 9. Januar 2007 schaffte Diaby das Comeback. Die lange Leidenszeit des mittlerweile 23-Jährigen dauerte lange und die Zeit, die Diaby benötigte, sich wieder Rang und Namen im Team der Gunners zu erkämpfen, dauerte noch wesentlich länger.
 
Fassungslosigkeit und Unverständnis

Nach Abpfiff brannten bei Arsenal-Trainer Arsène Wenger die Sicherungen durch. Der ansonsten sehr ruhige und sachlich argumentierende Fußball-Lehrer wurde zur Furie. Denn was er gesehen hatte, hatte mit Fußball nichts zu tun, sondern glich mutwilliger Verletzung und Frustabbau am falschen Ort.

„Diaby scheint eine sehr schwere Verletzung zu haben. Das ist eine Schande, denn es war ein böses Foul und ein unnötiges noch dazu“, wetterte Wenger und unterstrich dabei: „Die Art, wie er attackiert wurde, ist einfach nicht zu akzeptieren. Es ist traurig, dass die Karriere vom manchen Spieler zerstört werden, weil einige Spieler auf dem Feld dem Spiel keinen Respekt zollen.“ Es sollte mehrere Monate dauern, bis Diaby zurückkehrte und Jahre bis er seine Verletzung gänzlich hinter sich gelassen hat.

Diaby kämpfte sich zurück

Doch der Franzose mit Wurzeln in der Elfenbeinküste machte der üblen Verletzung von Beginn an eine Kampfansage. Schon in seinem zweiten Ligaspiel nach seiner Verletzungspause entschied Diaby die Partie gegen Aston Villa für die Gunners. Es sollte sein einziges Tor in jener Spielzeit 2006/2007 bleiben. Diaby gab nie auf, das ist auch der Grund dafür, dass er nun einen Stammplatz beim FC Arsenal hat. Ganze 31 Spiele bestritt Diaby in dieser Saison bereits. Dabei legte der 1,92 Meter große Mittelfeldspieler sieben Tore vor, sechsmal traf er selbst. Die Leistung stimmt wieder.

Das bestätigt nicht zuletzt das Castrol-Ranking: Diaby liegt in der Wertung auf Platz 31 und damit gleichauf mit den Vereinskollegen Fabregas und van Persie.
Der Allrounder im Mittelfeld - von Arsene Wenger mal zentral, dann auch wieder auf der offensiven Außenbahn eingesetzt – avancierte zum Leistungsträger und ist damit nach Fabregas torgefährlichster Mittelfeldspieler seines Vereins. Zudem scheut er keinen Zweikampf, trotz seines Horror-Erlebnisses von 2006.

 
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