Berühmte Spieler, die für beide Klubs in Manchester gespielt haben

Ein Wechsel zum großen Rivalen ist für viele Fans die größte Sünde, die ein Fußballprofi begehen kann. Das ist in Manchester nicht anders. Dennoch gibt es zahlreiche Spieler, die für beide Traditionsklubs der englischen Arbeiterstadt aufliefen.

Carlos Tevez - Manchester City (PA)
Von Falko BLÖDING

Manchester. Am Wochenende steht das brisante Stadtderby von Manchester auf dem Programm. Goal.com wirft im Vorfeld einen Blick auf einige Spieler, die in der Historie ihre Stiefel sowohl für City, als auch für United schnürten:

Billy Meredith


Der Waliser Billy Meredith ist eine City-Legende. Er gilt als einer der besten britischen Fußballer der Neuzeit. Sein Markenzeichen war der Zahnstocher, den er, während er spielte, stets im Mund hatte. 1894 wechselte er zu Manchester City, wo er als dribbelstarker Außenstürmer glänzte. Aufgrund von Bestechungsvorwürfen wurde er 1904 für 18 Monate gesperrt. Sein Comeback feierte er 1906 im Trikot von United. Auch dort wurde er zum Publikumsliebling. 1921, nach dem ersten Weltkrieg, kehrte er zu City zurück, wo er bis zu seinem Karriereende im stolzen Alter von 47 Jahren spielte. Insgesamt brachte er es auf stolze 390 Spiele für die „Citizens“ und wurde in die „Hall of Fame“ des Klubs aufgenommen.



Alexander Turnbull


Alexander Turnbull, Spitzname Sandy, begann seine Laufbahn bei seinem Heimatverein Hurlford Thistle. 1905 wechselte er zu Manchester City, wo er allerdings nur ein Jahr blieb, ehe er sich zum Lokalrivalen verabschiedete. Sandy Turnbull war einer der großen Stars der United-Mannschaft, die den ersten Meistertitel (1908) und den ersten Pokalsieg (1909) der Vereinsgeschichte holte. 245 Mal lief er für den Verein auf und erzielte genau einhundert Tore. Turnbull fiel 1917 als Soldat im ersten Weltkrieg.

Brian Kidd


Stürmer Brian Kidd ist ein echtes Kind der Stadt Manchester. Er spielte in der Jugend für United und schaffte 1966 den Sprung in die erste Mannschaft. Acht Jahre lang (203 Spiele, 52 Tore) spielte er für die Red Devils und gewann 1968 den Europapokal der Landesmeister. Nachdem es 1974 zum FC Arsenal gezogen hatte, wechselte er 1976 zu den „Citizens“. Dort verbrachte er eine erfolgreiche Zeit mit 44 Treffern bei 98 Einsätzen ging er 1979 zum FC Everton. In den frühen 90er Jahren arbeitete er als Assistent von Sir Alex Ferguson bei United.

Denis Law


Der Schotte, der 1964 zu Europas Fußballer des Jahres und zu einer Legende im Trikot der „Red Devils“ wurde, spielte zuvor bei ManCity. Von 1960 bis 1961 lief er für die „Blauen“ auf (44 Einsätze, 21 Treffer). Danach wechselte er zum AC Turin, ehe er nach nur einem Jahr in Italien von Manchester United verpflichtet wurde. Dort spielte er elf Jahre lang, ehe er seine bei City ausklingen ließ. Law wurde zum besten schottischen Spieler der letzten 50 Jahre gewählt. Insgesamt gelangen ihm während seiner Laufbahn in 587 Spielen 300 Tore.



Peter Schmeichel


Der Europameister von 1992 spielte acht Jahre lang für Manchester United, Sir Alex Ferguson holte ihn von Bröndby Kopenhagen auf die Insel. In 392 Spielen für United blieb er 177 Mal ohne Gegentreffer. Unvergessen bei den Fans ist sein Salto nach dem 2:1 von Ole Gunnar Solskjaer im Champions-League-Endspiel 1999 gegen Bayern München. Nach drei Jahren bei Sporting Lissabon und Aston Villa, schnürte Schmeichel in der Saison 2002/03 nochmal seine Stiefel für Manchester City.



Andrey Kanchelskis


„KanKan“ war Mitte der 90er Jahre auf der Insel eine große Nummer. Der Russe spielte unter anderem für Manchester United, den FC Everton und die Glasgow Rangers. Im Januar 2001 wurde er für ein halbes Jahr von den Rangers an Manchester City ausgeliehen, doch dort gelang dem Flügelstürmer nicht viel. Anfang 2007 beendete er in der Heimat seine Laufbahn. Bemerkenswert: Kanchelskis ist der einzige Spieler in der Geschichte, der in den Lokalderbys von Glasgow, Liverpool und Manchester traf.

 

Andy Cole


Andrew „Andy“ Cole kam ordentlich herum in seiner langen Laufbahn. In 18 Profijahren brachte er es auf stolze 13 Klubs. Seine erfolgreichste Zeit erlebte der „PFA Young Player of the Year“ von 1994 im „Old Trafford“. Hier holte er fünf Meisterschaften, zwei FA Cups, die Champions League und den Weltpokal. Gemeinsam mit Dwight Yorke bildete er eine Zeit lang eines der meist gefürchteten Sturmduos auf der Welt. In der Saison 2005/06 spielte er auch für ManCity. Nach 22 Spielen und neun Toren verabschiedete er sich allerdings zu Birmingham City.



Carlos Tevez

„Carlitos“ kam 2007 von West Ham United zu den „Red Devils“. Schnell wurde der wuselige Angreifer wegen seiner kämpferischen Spielweise zum Liebling der Fans. Umso empörter sind sie nun, dass Tevez in diesem Sommer zum Erzrivalen wechselte. United ließ eine Kaufoption verstreichen, Tevez war sauer, weil er nicht so viel spielen durfte, wie in seinem ersten Jahr und nach einigem Hin und Her war der Deal schließlich perfekt. Wie er am Sonntag empfangen wird, weiß niemand. Allerdings hat sein wiederholtes verbales Nachtreten gegen Trainer Ferguson sein Ansehen sicher nicht gesteigert.



 
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