Kommentar zur Chelsea-Sperre: Recht so, FIFA-Schiedsgericht!

Ohrfeige für den FC Chelsea! Ein Fehlverhalten beim Transfer eines französischen Talents vor zwei Jahren hat nun schwerwiegende Folgen, Chelsea darf bis Januar 2011 nur noch Spieler verkaufen, aber keine neuen an die „Stamford Bridge“ holen. Und das ist auch gut so. Das harte Urteil der FIFA sollte auch weiteren Großklubs eine Warnung sein, sich bei Transfers von Teenies ordentlich und respektvoll zu verhalten!

Peter Kenyon, Chelsea (PA)
Ein Kommentar von Falko BLÖDING

London. Welch ein Paukenschlag! Die FIFA bestraft den FC Chelsea, da wo es ihn am härtesten trifft: auf dem Transfermarkt! Aber was war passiert? Der englische Spitzenklub verpflichtete im Sommer 2007 das französische Ausnahmetalent Gael Kakuta ablösefrei vom RC Lens. Das Schiedsgericht des Weltverbands sieht es als erwiesen an, dass Chelsea Kakuta zum Vertragsbruch angestiftet hat. Der damals 16-jährige hatte seinen Kontrakt bei Lens jedenfalls missachtet und einfach bei Chelsea unterschrieben, Lens wurde dafür nie entschädigt. Da der Weltverband dies nun als Faktum anerkennt, kann man nur konstatieren – es ist eine riesige Sauerei!

Schuss vor den Bug für Chelsea und Co


Dieses Urteil ist natürlich Wasser auf die Mühlen derer, die den englischen Topvereinen vorwerfen, junge, ausländische Spieler mit unlauterem Transfergebahren auf die Insel zu lotsen. Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte sich in der jüngeren Vergangenheit desöfteren in diese Richtung geäußert und die Römer Klubs Lazio und AS hat sich öffentlich darüber beschwert, dass Manchester United die beiden Talente Federico Macheda und Davide Petrucci abgeworben hatte. Beide durften damals rechtlich in Italien noch keinen Profivertrag unterschreiben, in England schon und schwupps waren sie weg.

Gut für die Ausbildungsklubs


Dieses harte Urteil gegen die „Blues“ wird die Großklubs sicher dazu animieren, mehr Vorsicht auf dem Transfermarkt walten zu lassen. Sie werden sich nun sicher zwei Mal überlegen, ob sie weiterhin ihre Transfer versuchen nach Gutsherrenart durchzudrücken. Für den Wettbewerb und die sogenannten „Ausbildungsklubs“ ist eine Aussicht auf Besserung. Vielleicht haben sie nun eine größere Chance, ihre Spieler zu halten und erst später für viel (mehr) Geld zu veräußern.

Chelseas Sparkurs kommt nun ganz schnell


Und der FC Chelsea? Klubbesitzer Roman Abramovich hatte ohnehin einen Sparkurs angekündigt, nun kommt der wohl noch schneller, als geplant. Der Kader ist sehr stark besetzt und zählt zu den besten, die es in Europa gibt. Doch es wird im kommenden Sommer keine Blutauffrischung geben, soviel steht fest.

Eure Meinung: Wie steht Ihr zur Strafe gegen Chelsea? Ist es auch eine Warnung an andere große Klubs?


 
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