Roy Hodgson: Trainer können Privates nicht von Beruflichem trennen

Der 65-Jährige trainiert derzeit die englische Nationalmannschaft. Sein Team befindet sich nach zwei Siegen und zwei Unentschieden auf dem zweiten Rang.

London. Englands Fußballnationalcoach Roy Hodgson kann auf eine 37-jährige Trainerkarriere zurückblicken. Er trainierte Mannschaften in sechs Ländern, unter anderem Inter Mailand und den FC Liverpool. Im Gespräch mit Fifa.com gibt der 65-Jährige Einblicke in das Seelenleben eines Trainers und was ihn sein Job über Menschen lehren ließ.

Nationaltrainer sind Repräsentanten

Für Hodgson sind Trainer eines Vereins oder eines Landes zu sein, zwei völlig verschiedene Welten: „Mit einer Nationalmannschaft liegen längere Zeiträume zwischen den Spielen, und jedes Spiel ist ein Großereignis. Außerdem gibt es viele andere Dinge, die deine Zeit in Anspruch nehmen, weil man seinen Verband repräsentieren muss.“

Angst vor Fehleinkäufen

Als Vereinstrainer geht man Hodgson zufolge mit jeder Spielerneuverpflichtung ein hohes Risiko ein. Der 65-Jährige musste sich darauf einstellen, dass die frisch unter Vertrag genommenen Spieler in vielen Fällen ein gänzlich anderes Gesicht an den Tag legen, als vom Verein eigentlich erwartet:  „Wenn man Spieler für einen Klub rekrutiert, erkennt man bei der Hälfte der Fälle ihren Charakter erst, nachdem man eine Weile mit ihnen gearbeitet hat. Und dann ist es in der Regel schon zu spät.“

Person der Öffentlichkeit

In England scheinen die Ansprüche und Erwartung an den Nationaltrainer besonders hoch. Hodgson hat mit der Aufmerksamkeit und der immerwährenden Beobachtung als Trainer seinen Frieden geschlossen: „Wenn man einen so verantwortungsvollen Posten übernimmt wie meinen, ist es leider etwas unrealistisch zu denken, dass man sein Privatleben vom beruflichen trennen kann. Das kann man als Vereinstrainer nicht und als Nationaltrainer schon gar nicht. Schließlich ist man den Menschen in gewissem Sinne verpflichtet, sie haben ein Recht auf einen.“

Lange Karriere

Hodgsons Karriere führte ihn von Engagements bei Vereinen in Schweden, Italien, der Schweiz, Dänemark und Finnland bis zum Nationaltrainerposten der Vereinigten Arabischen Emirate:  „Ich bin glücklich, seit ich nach England zurückgekehrt bin und dort an verschiedenen Stellen gearbeitet habe. Aber ich war auch vorher glücklich, in anderen Ländern. Ich glaube, ich muss mich einfach glücklich schätzen, weil ich zu den Leuten gehöre, die durch ihre Karriere viele interessante Orte kennengelernt haben.“

 

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