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Laut einem Bericht des britischen Unterhauses hat sich die Situation um Fremdenfeindlichkeit im Fußball verbessert, bleibt aber ein großes Problem. Auch Homophobie ist verbreitet.

London. Die großen Bedenken mancher Politiker nach den Zwischenfällen in der Premier League mit Luis Suarez und John Terry führten zu einer Bestandsaufnahme über Diskriminierung im englischen Fußball. Liverpool-Spieler Suarez wurde im letzten Dezember für acht Spiele gesperrt und zu einer Strafe von rund 50.000 Euro verurteilt, nachdem er Manchester Uniteds Patrice Evra rassistisch beleidigt hatte. Terry war beschuldigt worden, Anton Ferdinand beleidigt zu haben, wurde aber zuletzt von allen Vorwürfen freigesprochen.

Beschimpfungen auch bei der Europameisterschaft

Parlamentsmitglied John Whittingdale, Vorsitzender des Untersuchungsausschusses, sagte dazu gegenüber BBC: „Aktuelle Ereignisse rassistischen Verhaltens in Großbritannien zeigen, dass weiter erhebliche Probleme bestehen.“ Es handelt sich jedoch nicht um ein regionales Problem, auch bei der Europameisterschaft kam es zu rassistischen Zwischenfällen. Der kroatische Fußballverband musste 80.000 Euro Strafe zahlen, nachdem kroatische Fans den italienischen Stürmer Mario Balotelli mit Affengeräuschen provozierten und eine Banane nach ihm geworfen hatten.

Trotzdem betont der Parlamentsreport die positive Entwicklung seit den 1970er und 80er Jahren, als rassistische Beleidigungen und andere Arten der Diskriminierung in Fußballstadien weit verbreitet waren. Dies wird vor allem auf die vielen Initiativen zurückgeführt, die auf und neben dem Platz gegen Rassismus eintreten. „Während ein genereller Fortschritt im Kampf gegen Rassismus in Großbritannien erkennbar ist, kann und muss noch viel mehr getan werden“, betonte Whittingdale.

FA und Premier League prüfen Empfehlungen

Er forderte vor allem vom englischen Fußballverband, mit gutem Beispiel voranzugehen. In einem gemeinsamen Statement mit der Premier League und der Football League, die den Oberbau für die unterklassigen Ligen darstellt, reagierte die FA umgehend auf den Untersuchungsbericht: „Wir werden weiter auf der kompletten Breite des Sports arbeiten, um unser Programm der Integration und Anti-Diskriminierung zu verbreiten. Dabei werden wir im Detail prüfen, wie die Empfehlungen des Komitees unsere Arbeit unterstützen und beeinflussen können.“

PREMIER LEAGUE
2012/13
DER VIERTE SPIELTAG
Ergebnis
Norwich City - West Ham
0:0
FC Arsenal - FC Southampton
6:1
Aston Villa - Swansea City
2:0
FC Fulham - WBA
3:0
Stoke City - Manchester City
1:1
ManUnited - Wigan Athletic
4:0
QPR - ManCity
0:0
FC Sunderland - FC Liverpool
1:1
FC Reading - Tottenham
1:3
FC Everton - Newcastle United
17.9.

Unterdessen macht Parlamentsmitglied Steve Rotheram vor allem die Demografie in den Klubs für den Fortbestand des Rassismus verantwortlich: „Es scheint nur wenige Menschen aus schwarzen oder anderen Minderheiten zu geben, die Führungspositionen übernehmen. Manche Vorstände bestehen komplett aus weißen Männern und die Trainer der Spitzenmannschaften sind fast alle weiß, sodass hier noch einige gläserne Decken eingerissen werden müssen.“

Auch Homophobie ein Problem

Neben dem fortbestehenden Rassismus scheint auch Homophobie ein akutes Problem zu sein. Dem Bericht zufolge haben 14% der Befragten in der jüngeren Vergangenheit homophobe Beschimpfungen im Stadion gehört. Im Vergleich zu 10%, die Fußball für rassistisch halten, halten ganze 25% den Fußball für homophob. Als Ergebnis rufen die Politiker deshalb dazu auf, mehr Initiativen zur Bekämpfung der Homophobie im Fußball in die Wege zu leiten. Auch UEFA und FIFA werden aufgefordert, aktiver gegen die bestehenden Probleme vorzugehen.

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