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Der schwer angeschlagene Drittligist SpVgg Unterhaching setzt alle Hoffnungen in Christian Ziege. Der frühere Bundesliga-Profi soll den Klub vor dem Abstieg retten.

Unterhaching. Ex-Nationalspieler Christian Ziege soll den Drittligisten SpVgg Unterhaching vor dem Absturz bewahren. Bereits am Donnerstagnachmittag leitete der 42-Jährige das erste Training beim früheren Bundesligisten, der den bisherigen Coach Manuel Baum freigestellt hat.

"Die Mannschaft hat die Qualität. Ich muss jetzt wieder Überzeugung reinbringen. Bis auf Bayern München kann man über 90 Minuten jeden schlagen", sagte der Europameister von 1996, der zuletzt beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) für die U18-Junioren zuständig gewesen war.

Ziege erhielt einen Vertrag zunächst bis zum Saisonende. Co-Trainer wird der ehemalige Profi Francisco Copado (39), der in der Vergangenheit schon einige Male für Kontroversen im Verein gesorgt hatte. Seine Premiere am Sportpark feiert Ziege am Samstag (14.00 Uhr) im Duell mit dem Aufstiegsaspiranten RB Leipzig.

Nur ein Sieg aus 13 Spielen

Hachings Präsident Manni Schwabl zog damit die Konsequenzen aus der anhaltenden Krise der SpVgg, von 1999 bis 2001 immerhin Erstligist. Unter Baum gab es in den vergangenen 13 Spielen nur einen Sieg (2:1 gegen Borussia Dortmund II am 25. Januar), dafür aber zehn Niederlagen.

Ziege, dessen Sohn Alessandro in der Hachinger U17 spielt, soll nun den Umschwung bei der schlechtesten Rückrunden-Mannschaft (nur fünf Zähler) einleiten. Ein Abstieg in die Regionalliga Bayern wäre für den finanziell angeschlagenen Tabellen-18. kaum zu verkraften. Trotz aller Probleme habe ihn das Hachinger Konzept, auf junge Spieler zu setzen, "imponiert", sagte Ziege: "Das ist ein richtig guter Weg."

Für Schwabl ist sein früherer Bayern-Kollege "genau der richtige Mann. Ich bin überzeugt, dass wir mit ihm nicht nur die Klasse halten, sondern dass er mit seiner Vita auch hervorragend zu unserem Ausbildungskonzept passt." Beide Seiten signalisierten Bereitschaft, auch längerfristig zusammenzuarbeiten.

DFB erteilt Freigabe

Ziege war seit 2011 beim DFB tätig gewesen, sein im Sommer auslaufender Vertrag war aber nicht verlängert worden. Am Mittwoch erteilte der DFB die vorzeitige Freigabe.

Im Profi-Bereich hatte er als Co- und Interimstrainer bei Borussia Mönchengladbach (2008) und als Chef beim Zweitligisten Arminia Bielefeld Erfahrung gesammelt. Dort war er 2010 nach wenigen Monaten entlassen worden.

Als Profi spielte der Linksverteidiger beim FC Bayern, dem AC Mailand, FC Middlesbrough, FC Liverpool, Tottenham Hotspur und Gladbach. Für die deutsche Nationalmannschat absolvierte der gebürtige Berliner zwischen 1993 und 2004 72 Länderspiele (zehn Tore) und nahm an fünf großen Turnieren teil. Höhepunkte waren der EM-Triumph 1996 und die WM-Final-Teilnahme 2002.

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