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Der Sportdirektor von RB Leipzig wehrt sich energisch gegen den vorherrschenden Argwohn in der Branche. Im Fußball sei es nicht anders als in der Wirtschaft.

Leipzig. Als Sportdirektor von RB Leipzig muss sich Ralf Rangnick Skepsis und Anfeindungen gefallen lassen. Tenor: Dem Klub fehlt die Tradition. Diese Vakanz sieht der 55-Jährige aber gerade als großes Plus gegenüber vielen Vereinen mit großer Historie. Im Fußball sei es nicht anders als in der Wirtschaft: Die Guten verdrängen die Schlechten.

"Tradition ist kein Qualitätsmerkmal. Nur ein Beispiel: Mehr Tradition als beim HSV findest du nicht - und trotzdem stehen sie sich von den Vereinsstrukturen her gegenseitig im Weg", sagte Rangnick im Interview mit der Sport Bild.

Für einen Fußballverein könne es sogar von Vorteil sein, über keine Tradition zu verfügen, erläuterte der frühere Trainer von 1899 Hoffenheim: "Wenn mir einer sagt, 'früher war alles besser', dann stellen sich bei mir die Nackenhaare auf."

Wie in der freien Wirtschaft

Rangnick verwies darauf, dass Tradition kein Argument für Popularität und Erfolg sein könne: "Schauen Sie doch mal in die freie Wirtschaft. Da dürfte es Google nicht geben, Apple, Yahoo, Facebook, Twitter - all diese Firmen. Weil ja jemand von SAP oder Siemens sagen könnte: 'Das finde ich nicht okay, dass da jetzt jemand in unseren Markt kommt mit viel Geld, weil es den vor zehn Jahren noch nicht gab'." Ihm werde "jedes Mal aufs Neue schwindelig", wenn er solche Argumentationen im Fußball höre, klagte Rangnick.

Für RB Leipzig, das nach der Hinrunde in der 3. Liga als Aufsteiger den zweiten Tabellenplatz belegt, führe der Weg nach oben nur über junge, gute Spieler: "Wir wollen Talente nicht mit Geld von uns überzeugen, sondern mit den Bedingungen, der Infrastruktur und den Betreuungsmöglichkeiten." 

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