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Früher Bundesliga-Profi und Journalist - Heute KSC-Sportdirektor: Jens Todt

Was macht eigentlich... Jens Todt?

Früher Bundesliga-Profi und Journalist - Heute KSC-Sportdirektor: Jens Todt

Bongarts

Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal im Rahmen von "Was macht eigentlich..." drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Dennis Grote
In der Bundesliga: Von 2004 bis 2010 (außer Saison 2005/06)

Vereine in Deutschland: VfL Bochum

Einsätze:
69

Tore:
6

Erfolge:
Bundesligaaufstieg 2006 und als Bochum-Spieler U21-Europameister 2009
Ein drittklassiger Europameister

Mit Mesut Özil, Manuel Neuer und Co. Europameister 2009, spielt Grote inzwischen in der 3. Liga. Nach dem Titel mit der U21 verlief die Karriere stockend, irgendwo in der Entwicklung blieb das Potenzial auf der Strecke.

Dennis Grote zählt zu den hoffnungsvollen Talenten, die 2009 U21-Europameister worden und damals bereits bei einem Bundesligisten unter Vertrag standen. Eine große Zukunft wurde den jungen europäischen Prinzen prophezeit.

Die Gegenwart sieht bei Mittelfeldkicker Grote drittklassig aus. Obwohl alles reibungslos begann. Als 19-Jähriger spielte er in der Rückrunde 2004/05 fünfmal in der Bundesliga, im Sommer 2005 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag, erzielte wenige Monate später sein erstes Tor und feierte gleich in seinem ersten Jahr den Aufstieg in die Bundesliga.

Doch irgendwo blieb die Entwicklung stecken. Kam er in der EM-Saison 2008/09 noch auf 20 Einsätze für die Bochumer, so waren es in den Spielzeiten zuvor, aber auch danach erheblich weniger. Im Januar 2011 ging es schließlich zu RWO nach Oberhausen. Hier wurde er in einem halben Jahr zum Stammspieler, konnte den Abstieg in die Drittklassigkeit jedoch auch nicht verhindern.

Nach einem halben Jahr Arbeitslosigkeit und misslungenen Tests bei Alemannia Aachen und Leeds United unterschrieb Grote bei Preußen Münster. Hier avancierte er schnell zur Stammkraft und scheiterte in der vergangenen Saison nur knapp am Zweitligaaufstieg. Erst am Wochenende feierten sie gegen St. Pauli einen Überraschungssieg im DFB-Pokal und zogen in die zweite Hauptrunde ein.

Maximilian Riedmüller
In der Bundesliga: Von 1999 bis 2000 und von 2004 bis 2006

Vereine in Deutschland: SSV Ulm, Mainz 05

Einsätze:
36

Tore:
3

Erfolge:
Bundesliga-Aufstieg mit Ulm und Mainz
Wieder eine ewige Nummer zwei

Maximilian Riedmüller war einer von vielen Torhütern beim FC Bayern, die einmal in der ersten Mannschaft durchstarten sollten. Riedmüller sollte zumindest den etablierten Kräften als dritter Mann Konkurrenz machen, doch wurde bald vom jüngeren Lukas Raeder verdrängt.

Maximilian Riedmüller ist kein Star der Bundesliga, stand aber bei der Starmannschaft der Liga als dritter Torwart unter Vertrag und sollte mal einer werden. Bei Bayern München stehen zumeist hinter dem Stammkeeper einige Talente in Lauerstellung. Ob nun wie einst Stephan Wessels oder Michael Rensing direkt hinter der Nummer 1 oder eben wie im Moment Lukas Raeder als dritter Mann hinter Tom Starke.

Riedmüller war eine solche Nummer 3. Er kam 2008 aus der Bayernliga an die Säbener Straße, erhielt drei Jahre später als 23-Jähriger einen Profivertrag beim Rekordmeister. Doch die etablierten Jörg Butt oder Tom Starke konnte Riedmüller nicht verdrängen. Vielmehr wurde er vom 19-jährigen Neuzugang Lukas Raeder in der abgelaufenen Saison als feste Nummer 3 verdrängt.

Sein Kontrakt im Süden lief aus, Riedmüller packte die Koffer und absolvierte ein Probetraining im hohen Norden bei Holstein Kiel. Der Keeper überzeugte und darf mindestens zwei Jahre bei den Störchen bleiben. Eine Odyssee wie manch anderem ehemaligen jungen Bayern-Keeper blieb ihm somit vorerst erspart.

Jens Todt
In der Bundesliga: Von 1993 bis 2003

Vereine in Deutschland: SC Freiburg, Werder Bremen, VfB Stuttgart

Einsätze:
208

Tore:
21

Erfolge:
DFB-Pokalsieg 1999 und als SC-Spieler Europameister 1996
Europameister und Journalist

Von Stuttgart zum Spiegel. Nach seiner Profikarriere wollte Jens Todt sofort in den Journalismus einsteigen, wurde jedoch Scout bei Hertha BSC. Erst im Anschluss volontierte er beim Spiegel in Berlin und arbeitete anschließend für das Magazin. Jedoch nicht, wie man denken mag in der Sportredaktion, sondern im Ressort "Panorama".

Jens Todt spielte mit dem TSV Havelse 1990/91 groß in der zweiten Bundesliga auf. Sein Talent blieb nicht lange unentdeckt und der SC Freiburg sicherte sich die Unterschrift des jungen Mittelfeldspielers. Zusammen mit seinem ehemaligen Trainer Volker Finke wechselte Todt 1991 ins Breisgau.

Auch im Süden der Republik setzte er sich schnell durch und wurde zum unangefochtenen Stammspieler. In seinem zweiten Jahr schaffte er schließlich den Aufstieg ins deutsche Oberhaus. Fortan bleib der Mittelfeldspieler in der Bundesliga. Mit Freiburg mischte er die etablierten Vereine ordentlich durcheinander und rückte auch in den Fokus der Nationalmannschaft unter Berti Vogts.

Erst wurde Todt für die EM 1996 nicht beachtet, doch durch zahlreiche Verletzungen reiste er nach England nach. Für das Finale extra eingeflogen, darf er sich nach dem Golden Goal von Oliver Bierhoff Europameister nennen. Anschließend ging er zu Werder Bremen und feierte 1999 seinen ersten und einzigen Titel auf Vereinsebene. Im Pokalfinale schlugen die Bremer Bayern München im Elfmeterschießen 6:5.

Sein Wechsel zum VfB Stuttgart war anschließend von vielen verletzungsbedingten Ausfällen geprägt. Schließlich erklärte er 2003 seine Karriere für beendet. Eine Laufbahn als Journalist schlug er 2007 aus und wurde ein Jahr später Nachwuchsleiter beim HSV. Nur wenige Monate später trat er wegen interner Querelen zurück und wurde 2010 schließlich Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des VfL Wolfsburg.

Im Sommer 2011 übernahm er den Posten des Sportdirektors beim VfL Bochum, wo er jedoch nach einem miserablen Saisonverlauf im April beurlaubt wurde. Für ihn und seinen Trainer Karsten Neitzel übernahm Kulttrainer Peter Neururer. Todt ging zur aktuellen Saison als Sportdirektor zum Karlsruher SC.

Folge Fabian Biastoch auf

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