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Ralf Rangnick hat RB Leipzig gerade in die dritte Liga geführt, Salzburg gehört in Österreich schon lange zur Spitze. Die Kritik am Red-Bull-Fußball ist für nicht nachvollziehbar.

Leipzig/Salzburg. Seit Sommer 2012 ist Ralf Rangnick als Sportdirektor für die Geschicke von Red Bull Salzburg und RB Leipzig verantwortlich. Letztere machten am 2. Juni den Aufstieg in die 3. Liga perfekt. In einem Interview wehrte sich der 54-Jährige gegen ungerechtfertigte Kritik am Fußballprojekt RB und sprach über Transferplanungen und zukünftige Ziele.

Am 2. Juni hatte sich Leipzig auswärts bei den Sportfreunden Lotte durch ein dramatisches 2:2 nach Verlängerung den Aufstieg gesichert (Hinspiel 2:0). Jetzt spielt man mindestens ein Jahr in der 3. Liga, die Ziele sind jedoch höher gesteckt. "Natürlich wollen wir über kurz oder lang in die Bundesliga", sagte Sportchef Ralf Rangnick dem Kicker .

Der mit den Millionen von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz geförderte Klub ist vielen Fans jedoch ein Dorn im Auge. Auch Borussia Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke hatte vor einigen Wochen öffentlich vor "Rasenschach Leipzig" gewarnt. "Uns werden nie alle lieben, das ist auch okay", so Rangnick: "Aber was mich an der Debatte stört: Es wird mit zweierlei Maß gemessen."

Die großen Erfolge vom VfL Wolfsburg und von Bayer Leverkusen würden widerstandslos hingenommen, Leipzig dagegen wie früher 1899 Hoffenheim zum Feindbild hochstilisiert. "Für mich lässt das nur einen Schluss zu: Einige etablierte Klubs haben großen Respekt vor uns", meint Rangnick.

Leipzig nicht wie Hoffenheim

Mit Hoffenheim hatte Rangnick vor einigen Jahren bereits den Durchmarsch aus dem unterklassigen Fußball bis in die Bundesliga geschafft. Auch damals habe es ob der Retorten-Debatte heftigen Gegenwind gegeben, erinnert er sich: Obwohl im ersten Auswärtsspiel in Kassel nur ein Neuzugang aufgelaufen war, "standen 1500 gegnerische Fans an unserem Bus und brüllten: 'Scheiß-Millionäre.'"

Die Voraussetzungen in Leipzig seien aber andere. "Die Stadt, die Region hat eine tiefe Sehnsucht nach gutem Fußball. Gegen Lotte kamen 30.000 Zuschauer", betonte er.

Rangnick: "Wir spielen kein Monopoly"

Der Verein sei komplett auf Nachhaltigkeit ausgelegt. "Wir suchen junge, hochtalentierte, hungrige Spieler", unterstreicht Rangnick. Sechs oder sieben Spieler sollen das Team nun verstärken: "Wir wollen eine Mannschaft ins Rennen schicken, die eine Chance hat, um den Aufstieg mitzuspielen."

Dabei wolle man aber keine enormen Summen in die Hand nehmen. "Wir spielen kein Monopoly", so Rangnick: "Ich hole ohne Ausnahme nur Spieler, die ich auch holen würde, wenn es mein eigenes Geld wäre."

Rückkehr als Trainer denkbar

Der Trend zu jungen Spielern sei auch der Entwicklung im Fußball geschuldet, der "in den vergangenen fünf, sechs Jahren deutlich an Tempo gewonnen" hat. "Jugendlichkeit ist ein Qualitätsmerkmal", so Rangnick. 28-jährige Spieler seien dagegen kein Thema.

Nach einem Burnout-Syndrom hatte Rangnick im September 2011 das Traineramt bei Schalke 04 niedergelegt. Davon sei aber nichts mehr zu spüren: "Es geht mir so gut wie seit drei Jahren nicht." Sein Vertrag mit Red Bull läuft noch bis 2015, danach komme auch wieder ein Trainerjob in Frage.


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