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Wegen Lizenzverstößen sind die Drittligisten Kickers Offenbach und Alemannia Aachen vom DFB mit Punktabzügen bestaft worden. Dies trifft beide Teams im Abstiegskampf.

Frankfurt/Main. Der insolvente Drittligist Alemannia Aachen und sein hochverschuldeter Ligarivale Kickers Offenbach sind vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit Punktabzügen für die laufende Saison bestraft wurden. Beiden Klubs werden am Ende der Spielzeit zwei Zähler abgezogen, weil sie nach Ansicht des DFB-Spielausschusses „Verstöße im Rahmen des wirtschaftlichen Zulassungsverfahrens zur Spielzeit 2012/2013“ begangen haben.

Punktabzüge schwächen Teams im Abstiegskampf

Laut DFB hat der Spielausschuss „bei der Bemessung der Strafe neben dem Gewicht des Verstoßes auch das Bemühen der heute Verantwortlichen beider Klubs um eine transparente Aufarbeitung möglicher Verstöße berücksichtigt“. Für Offenbach bedeuten die zwei Punkte Abzug eine schwere Hypothek im Kampf gegen den Abstieg. Dem Tabellen-Drittletzten Aachen droht wegen des Insolvenz-Verfahrens ohnehin ein Neustart in der Regionalliga, er hegt jedoch noch Hoffnung und prüft auch einen Einspruch gegen den Punkte-Abzug. Offenbach wird diesen akzeptieren.

Wie die Alemannia mitteilte, wollen Sanierungs-Geschäftsführer Michael Mönig und der vorläufige Sachwalter Professor Dr. Rolf-Dieter Mönning erst mit dem Gläubiger-Ausschuss diskutieren und „danach entscheiden, ob der Punkte-Abzug akzeptiert wird oder im Namen des Vereins Einspruch eingelegt wird.“ Zur allgemeinen Perspektive erklärte der frühere Bundesligist: „Als realistisch wird ein Neustart in der 4. Liga gesehen. Aber auch der Verbleib in der 3. Liga ist weiter eine mögliche Option, die beide Sanierungsexperten aufrecht erhalten möchten.“

Hohe Schulden bei beiden Vereinen

Aachen benötigt für die Sicherung des Spielbetriebs bis zum Ende der Saison etwa 1,5 Millionen Euro. Die Aachener hatten im November einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Aachen gestellt. Die Alemannia hatte eine Liquiditätslücke von 4,5 Millionen Euro offengelegt. Hintergrund der finanziellen Probleme sind neben dem Zweitliga-Abstieg besonders die Kosten für den Neubau des Tivoli-Stadions.

Offenbach hat laut den neusten Bilanzen Schulden von insgesamt 9,1 Millionen Euro. Der Klub, der mittlerweile von Geschäftsführer David Fischer, Präsident Frank Ruhl und Vize-Präsidentin Barbara Klein geführt wird, hat die schwierige finanzielle Lage dem DFB offenbar bei der Lizenzierung nicht offengelegt.

Offenbach will „Vertrauen wiederherstellen“

„Der Punktabzug tut uns sportlich sehr weh, das Strafmaß hätte jedoch wesentlich gravierender ausfallen können. Unsere offene, schonungslose und transparente Vorgehensweise bei der Aufarbeitung hat uns der DFB sehr hoch angerechnet“, sagte Fischer: „Es ist der einzige Weg, damit wir künftig wieder Glaubwürdigkeit und Vertrauen herstellen können.“

Die alte Führung um die Geschäftsführer Thomas Kalt und Jörg Hambückers hatte die Verbindlichkeiten am 20. September 2012 mit nur 4,7 Millionen Euro angegeben. In diesem Zusammenhang sollen aber die Geschäftsbücher nicht ordnungsgemäß geführt worden sein. Auch die Stadionmiete von fast 800.000 Euro soll für die Kickers zu hoch sein. Die Situation am Bieberer Berg ist so dramatisch, dass eine außerordentliche Mitgliederversammlung für den 10. April einberufen wurde.

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