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FC Köln: "Das haben wir uns verdient!"

Nach dem 3:1-Sieg über Bochum steht Köln als Aufsteiger fest. Goal war nach Abpfiff mittendrin im Jubeltaumel der Spieler. Wie die Feier aussah, lest Ihr hier.

Köln. Die "Aufstöger" aus Köln haben es geschafft. Mit einem 3:1 gegen den VfL Bochum lösten die Geißböcke endgültig das Ticket für die Bundesliga und sicherten sich gleichzeitig den Meistertitel in Liga zwei. Marcel Risse war so etwas wie der "Gamechanger" in einem Spiel gegen tapfere Gäste, die in der ersten Halbzeit verdient in Führung gegangen waren. Doch kaum waren fünf Minuten nach dem Seitenwechsel gespielt, erlöste Joker Risse, der für Adam Matuschyk eingewechselt wurde, mit einem sehenswerten und trockenen Schuss ins linke Eck die Fans auf der Südtribüne.

Fortan spielte sich der Effzeh in einen Rausch und erhöhte auf 2:1 (Patrick Helmes, Elfmeter-Nachschuss) und kurze Zeit später auf 3:1 ( Anthony Ujah). Der Jubel kannte keine Grenzen, die Ordner stellten sich schon einmal zwischen Fankurve und Rasen – doch es half nichts. Wenige Minuten nach Abpfiff drangen die ersten auf den Platz, feierten friedlich und ausgelassen mit der Mannschaft. Kurze Zeit später war dann vom Grün des Rasens nicht mehr viel zu sehen. Vielmehr wurde das Spielfeld des Rhein-Energie-Stadions in ein rot-weißes Fahnen-Meer verwandelt. Die Spieler feierten erst einmal direkt vor dem Eingang in die Katakomben.

"Wir haben uns das verdient!"

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Einer der ersten, der trotzdem kurz in die Mixed-Zone schaute, war Mathias Lehmann, der mit 140 Ballkontakten insbesondere in der zweiten Halbzeit ein überragendes Spiel machte: "Was wir hier geschafft haben, ist Wahnsinn. Wir haben uns diesen Aufstieg verdient und heute wird nur noch gefeiert." Dann schlich sich Marcel Risse von hinten an, und goss dem verdutzten Mittelfeld-Strategen ein riesiges Kölschglas über dem Kopf. Ujah schaffte es sogar, alle Journalisten in der Mixed-Zone komplett einzunässen.

"Endlich arbeitet ihr hier mal seriös", scherzte Helmes, der sich über seinen zweiten FC-Aufstieg besonders freute: "Dieses Mal ist es anders als 2008. Damals war die Mannschaft schwierig, wir hatten keine einfache Saison. Dieses Jahr stehen wir, glaube ich, seit dem neunten Spieltag unangefochten auf Platz eins." Was er dachte, als er zum Elfmeterpunkt trat und zunächst scheiterte? "Ich war einfach froh, dass der Ball direkt wieder vor meinen Füßen landete und ich ihn rein schießen konnte."

Spieler singen die Hymne mit den Fans

Nach einigen Bierduschen später ging es für die Spieler auf die Pressetribüne, wo auch mit den Journalisten angestoßen wurde. Von hier aus hatten die Fans eine bessere Sicht auf ihre Aufstiegshelden, die nun die Hymne "Mir stonn zu Dir FC Kölle" mit den Fans anstimmten. Als wahre Feierbiester taten sich "Stagediver" Slawomir Peszko hervor, der ein paar Lieder über Routinier Kevin McKenna anstimmte. Der Kanadier beendet nach dieser Saison seine Karriere im FC-Trikot.

Auch Manager Jörg Schmadtke und Trainer Peter Stöger, von seinen Spielern mehrfach aufgefordert, endlich auf die Tribüne zu kommen ("Wir wolln den Trainer sehn!"), waren nun mittendrin in der Jubeltraube. "Wir wollten den Aufstieg unbedingt vor heimischer Kulisse packen, einfach unglaublich, dass es geklappt hat. Heute wird gefeiert, dass können die Kölner zwar super, aber wir Wiener auch", sagte der FC-Trainer, der seinen von Kölsch betränkten Kopf unter eine rot-weißen Zipfelmütze gesteckt hatte.

Schmadtke stimmte mit ein: "Nach dem 1:1 hatte ich keinen Zweifel mehr, dass wir gewinnen. Die Jungs haben ein fantastisches Spiel vor fantastischer Kulisse abgeliefert. Die ganze Stadt ist immer sehr emotional, daher fühlt sich dieser Aufstieg auch so besonders an."

Party-Selfies von Ujah

Weiter ging die jecke Aufstiegsparty zunächst einmal in den Katakomben, also der Mixed-Zone und den Umkleidekabinen. Wie es darin aussah? "Verrate ich nicht, aber jeder kann es sich vorstellen", sagte Helmes. Doch Geheimnisse gab es an diesem Abend nicht. Torjäger Ujah twitterte dieses "Selfie" aus dem Whirlpool. Später ging die Sause dann auf den Kölner Ringen weiter, wo die Fans die Nacht zum Tag machten. Ihre Helden ließen es bis in die frühen Morgenstunden in einem Club auf den Ringen krachen, denn bereits um 23.30 Uhr waren alle Vorräte im Rhein-Energie-Stadion aufgebraucht.

Für die Kölner beginnt die Abschiedstournee aus der zweiten Liga bereits am Freitag in Ingolstadt: "Das wird natürlich ein ganz anderes Spiel für uns, ohne Druck. Wir werden jetzt erst einmal zwei, drei Tage feiern und sind dann aber wieder fit", versprach Helmes.

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