thumbnail Hallo,

Stefan Kuntz in der Trainerfrage beim 1. FCK auf Zeit. Interimstrainer Oliver Schäfer werde "nach momentanem Stand" das Team auch im nächsten Spiel betreuen.

Kaiserslautern. Nach dem 2:2 gegen Energie Cottbus ist es völlig offen, ob Interimscoach Oliver Schäfer zur Dauerlösung beim Zweitligist 1. FC Kaiserslautern wird.

Kuntz spielt auf Zeit

Als die Roten Teufel nach dem nur halbwegs gelungenen Unterzahl-Fight gegen Cottbus kaum schlauer als zuvor waren, spielte Taktikfuchs Stefan Kuntz sofort auf Zeit. "Nach momentanem Stand wird er im nächsten Spiel auf der Bank sitzen", antwortete der Klubchef des viermaligen Deutschen Meisters 1. FC Kaiserslautern auf die Frage nach der Zukunft von Interimscoach Oliver Schäfer - wohl wissend, dass sich der "momentane Stand" bis zur nächsten Partie am 14. September beim SV Sandhausen ändern kann.

Kuntz scheint nach der Entlassung von Franco Foda vom vergangenen Donnerstag nicht so recht zu wissen, was er will. Das gab der Vorstandsboss sogar indirekt zu. "Eine Trainer-Verpflichtung ist immer ein schwieriges Thema. Es ist immer die Frage, was zum Betzenberg passt", äußerte der Europameister von 1996, der zwischen einem langfristigen Engagement Schäfers und einer externen Lösung (Kosta Runjaic, Heiko Vogel sowie Bruno Labbadia werden gehandelt) hin- und hergerissen ist.

"Die Mannschaft hat Werbung für Olli betrieben. Er hat das gemacht, was wir uns erhofft hatten. Die Emotionen sind zurück. Das Vertrauen, dass wir in ihn hatten, war richtig", sagte Kuntz auf der einen Seite. Auf der anderen Seite machte der 50-Jährige keinen Hehl daraus, dass auch andere Namen auf seiner Liste stehen: "Olli weiß, dass wir außer mit ihm auch mit anderen Kandidaten sprechen - das ist so abgesprochen. Wir werden uns Zeit lassen."

Ein Punkt nach 83 Minuten in Unterzahl

Eine Entscheidungshilfe war die Partie des 6. Spieltags nur bedingt. Der viermalige Meister holte zwar vor 25.416 Zuschauern trotz der 83-minütigen Unterzahl einen Punkt, die erhoffte Leistungsexplosion und der Sprung auf den zweiten Tabellenplatz blieben aber aus. Die Protagonisten des Topfavoriten auf den Aufstieg wollten dies aber nicht so recht wahr haben und propagierten stattdessen den Betzenberg-Mythos.

"In mir kamen Erinnerungen an die alten Zeiten hoch. Der Berg hat gebrannt, obwohl wir nur einen Punkt geholt haben", sagte Schäfer: "Wir wurden zu Recht für unsere Einstellung kritisiert. Nun haben wir gezeigt, dass wir auch anders können. Die Jungs besitzen Herz und Leidenschaft." Eine Prognose wollte der beförderte Fitnesstrainer dennoch nicht abgeben. "Ich habe erreicht, dass die Emotionen zurück sind. Alles andere überlasse ich der Klubführung", äußerte der 44-Jährige.

Immerhin erhält Schäfer Unterstützung aus dem Team. "Wenn es nach mir geht, brauche ich keinen neuen Trainer", sagte Verteidiger Dominique Heintz: "Der Olli weiß, wie wir ticken. Ich hoffe, dass er noch länger bleibt."

Ein Spiel Sperre für Dick

Zuvor war Florian Dick nicht allzu lange im Spiel geblieben. Nach einer Notbremse gegen André Formitschow sah der Lauterer Außenverteidiger bereits in der 7. Minute die Rote Karte. Ivica Banovic verwandelte den fälligen Strafstoß (8.), der DFB sperrte Dick für ein Spiel. Zudem traf Marco Stiepermann für die Lausitzer (45.). Markus Karl (23.) und Simon Zoller (57.) erzielten die Tore für den FCK.

Vor der Partie hatte Foda noch einmal für Aufsehen gesorgt. Der Ex-Coach warf Kuntz Wortbruch vor. Nach dem 0:4 beim VfR Aalen am vergangenen Spieltag habe ihm der Klubchef zugesichert, "dass in der Woche danach alles normal weiterläuft", sagte Foda bei Sport1: "Ich sage nur deshalb jetzt etwas, weil viele Äußerungen von Stefan Kuntz nicht der Wahrheit entsprechen."

Kuntz konterte die Aussagen Fodas. "Diese Äußerungen kommen wohl aus der Enttäuschung heraus. Ich finde sie unnötig."

EURE MEINUNG: Sollte Oliver Schäfer den FCK dauerhaft trainieren?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal auf
oder werde Fan von Goal auf !

Dazugehörig