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Kölner und Düsseldorfer fiebern dem ersten rheinischen Derby seit über 14 Jahren entgegen. Beide Teams, aber auch die Sicherheitskräfte stehen unter Hochspannung.

Köln. Beide Fan-Lager laufen schon seit Wochen heiß, beim 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf elektrisiert das erste rheinische Derby seit über 14 Jahren einfach alle. "Die Vorfreude ist riesengroß, das wird etwas Außergewöhnliches werden", sagte Peter Stöger vor seinem ersten Heimspiel als Coach der Geißböcke, das gleich eines der wichtigsten der Saison werden wird.

Sicherheitskräfte unter Hochspannung

Doch nicht nur Fans, Spieler und Offizielle werden am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) unter Hochspannung stehen, sondern auch die Sicherheitskräfte. Ultras beider Klubs haben in den vergangenen Tagen die Stimmung mächtig aufgeheizt. Bei der Fortuna wandten sich Vorstand, -Mannschaft und -Mitarbeiter sogar vorsorglich an die Anhänger. "Wir fordern unsere Fangruppen auf, sich in aller Deutlichkeit von Gewalt, Rassismus und Diskriminierung zu distanzieren und auf Pyrotechnik zu verzichten. Für Gewalttäter ist in Reihen der Fortuna kein Platz."

Vor dem 55. Duell zwischen den Kickern der beiden Karnevalshochburgen im seit Wochen ausverkauften RheinEnergie-Stadion nach 5210 Derby-freien Tagen scheint die Sorge mehr als berechtigt, wie die vielen Appelle der Klub-Verantwortlichen und auch der Polizei verdeutlichen.

Angeblich wollen sich nicht nur 6000 Ticketinhaber aus der Landeshauptstadt Richtung Dom aufmachen, sondern auch Tausende Düsseldorfer ohne Eintrittskarte. Deshalb fürchten die Sicherheitskräfte auch weniger Auseinandersetzungen unter den 50.000 Fans in der gut gesicherten Arena als viel mehr Krawalle außerhalb des Stadions.

Polizei kritisiert Düsseldorfer Fanmarsch

Die Kölner Polizei hat vor allem den geplanten Düsseldorfer Fanmarsch vor dem Match kritisiert. "Wir werden den Marsch in seiner jetzigen Form nicht tolerieren. Wenn Rettungswege nicht mehr befahrbar sind, ist das nicht akzeptabel", sagte Pressesprecherin Dorothe Goebel.

Düsseldorfer Ultras haben angekündigt, vom Bahnhof Ehrenfeld zum Stadion laufen zu wollen. Diese Strecke sei jedoch nicht nur "eine der Hauptzufahrtsstraßen zum Stadion", so die Polizei, sondern auch für Rettungsfahrzeuge von Bedeutung.

Ein Teil der Ultras hat angekündigt, in einem speziellen T-Shirt zum Derby zu marschieren. Auf dem weißen Hemd ist das Konterfei des Kölner Geißbocks mit dem Schriftzug "Opfer" aufgedruckt. Zudem wurde ein Flyer aufgelegt, auf dem die Hohenzollernbrücke in Trümmern liegt. Ebenso geschmacklos ist der Kölner Konter in Form eines Plakates mit Boxhandschuhen und der Aufforderung: "Alle Kölner auf die Straße! Düsseldorf aus der Stadt boxen."

"Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um ein friedliches Derby zu gewährleisten", sagte FC-Präsident Werner Spinner, der aber auch weiß: "Man kann trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nie ausschließen, dass sich ein paar Idioten irgendwo auf dem Weg zum Stadion oder davon weg verabreden und prügeln wollen."

Schmadtke fordert Besonnenheit

Auch Kölns neuer Sportvorstand Jörg Schmadtke, pikanterweise gebürtiger Düsseldorfer und ehemaliger Fortuna-Profi, appelliert an die Fans: "Ich kann nur aufrufen: unterstützen - gerne und lautstark. Aber Gewalt, Bengalos und Diffamierungen, das alles hat rund um dieses Spiel nichts zu suchen."

Die Polizei hat für Sonntag insgesamt 122 Bereichsbetretungsverbote ausgesprochen. 88 gewaltbereite Fans des 1. FC Köln und 34 Fortunen dürfen sich an diesem Tag nicht im Umkreis des Stadions und in der Kölner Innenstadt aufhalten.

Sportlich steht Stöger mehr unter Zugzwang als sein Düsseldorfer Amtskollege Mike Büskens. "Es wäre schön, nach dem 1:1 in Dresden den ersten Saisonsieg zu landen", sagte der Österreicher. Büskens' Fortuna hatte zum Auftakt 1:0 gegen Energie Cottbus gewonnen.

Dass die Düsseldorfer bei einer witzigen Aktion bereits vor dem Anpfiff in der Domstadt diverse Punkte auf dem ö in dem Wort Köln "geklaut" haben, lässt die FC-Profis kalt. "Wenn es die Düsseldorfer nötig haben, zwei Punkte zu klauen - bitte. Wir sind nur mit drei Punkte zufrieden", stichelte der gebürtige Kölner Marcel Risse.

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