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Der vermeintliche arabische Messias, Hasan Ismaik, rettete in höchster Not den TSV 1860 München. Ruhe & Erfolg sollten folgen. Jedoch ist das Chaos bei 60 weiterhin allgegenwärtig.

München. Hasan Ismaik galt bei allen Löwen-Verantwortlichen und bei vielen Löwen-Fans als Messias, als der Klub vor zwei Jahren finanziell vor dem Abgrund stand und der Zwangsabstieg in die Bayernliga drohte. Dann am 30. Mai 2011 war es soweit. Der vermeintliche Messias unterzeichnete einen „Kooperationsvertrag“ mit der TSV 1860 München KGaA. Für 18 Millionen Euro erhielt er 60 Prozent der Aktien (davon 21 Prozent stimmunberechtigt). Für das ungeübte Auge war es der Tag der vermeintlichen Rettung des Zweitligisten. Es war jedoch vielmehr der Tag, bei dem die Basis für das aktuell herrschende Chaos gelegt wurde. 

Via Dreijahresplan zum Erfolg bis der Schwede kam

Es wurde ein sogenannter „Dreijahresplan“ ausgehandelt, der das Ziel beinhaltet, bis 2015 in die erste deutsche Spielklasse aufzusteigen. Im Rahmen des Plans sollen jährlich fünf arabische Millionen überwiesen werden. So weit, so gut. Jedoch, wenn man sagt, dass es manchmal zu schön ist um wahr zu sein, ist es auch oft so.

Denn ein halbes Jahr danach hatte ein dritter Protagonist sein Auftritt im Komödiantenstadl 1860-Ismaik/Ismaik-1860. Eingeladen von Ismaik tauchte der Welttrainer Sven-Göran Eriksson bei drei 1860-Spielen auf der Tribüne auf, ohne dass die 1860-Verantwortlichen davon wussten. Darüber hinaus stand die zweite Darlehensrate aus und der vermeintliche Messias saß in seiner arabischen Wolke ohne vorhandenen telefonischen Kontakt nach München und spielte auf Beleidigtsein. Die Fragezeichen häuften sich und hinter den Kulissen wurde schon ein Plan B ohne Ismaik diskutiert.

Chaos erreicht Höhepunkt als der Schwede doch nicht kam

Das Komödiantenstadl gewann noch höheres mediales Interesse, als Ismaik öffentlich Stunden vor den angesetzten Schlichtungstreffen zwischen dem Jordanier und der Vereinsführung, Löwen-Präsident Dieter Schneider als „nicht ehrlich“, „alter Mann“ und „Autoverkäufer“ liebevoll vor der Kamera beleidigte. Das Schlichtungstreffen endete, wie es kommen musste, und zwar mit einem lauten Knall. Die Forderung seitens Ismaiks nach einem personellen Wechsel im Trainerstab und im Präsidentenamt mit der Drohung, den Dreijahresplan mit den ausstehenden Darlehensraten nicht einzuhalten, erschien zu viel des Guten. Und das war noch lange nicht das große Finale im Stadl Giesing.

Von all diesen Wünschen und Drohungen rückte die Grande Madame Ismaik in einem erarbeiteten Kompromissvorschlag bereitwillig ab, nur eine Forderung blieb: Sven-Göran Eriksson. Nach einer siebenstündigen (!) Sitzung segneten auch Präsidium und Aufsichtsrat diesen Vorschlag ab und der Aufsichtsratschef Otto Steiner verkündete – ohne jeglichen Gebrauch des Konjunktivs – die Verpflichtung von Sven-Göran Eriksson. Nun kam es zum absoluten Höhepunkt und zur großen Pointe, da der Schwede a) davon nichts wusste, b) letztendlich absagte und c) eine Woche nach der vermeintlichen Verpflichtung beim Zweitligisten einen Job als technischer Direktor beim Al-Nasr Sports Club aus Dubai annahm.

Der TSV 1860 München ist also wieder um eine Lächerlichkeit reicher und hinter all diesem Chaos ist der TSV 1860 wieder der große Verlierer. Währendem der rote Nachbar parallel zum Löwen-Chaos höchst professionell einen Mega-Deal eingefädelt hat (Guardiola), vor dem man nur den Hut ziehen kann, ohne dass es jemand mitgekriegt hat, ist beim aktuellen Löwen-Chaos – wie so oft – jeder einzelne Schritt bis ins kleinste Detail an die Öffentlichkeit geraten und jeder ist darüber informiert, wer sich gegenseitig ans Bein pinkelt.
Und die nächste Bombe ist schon vorprogrammiert, da die Grande Madame aus Jordanien weiterhin öffentlich die Ablösung des Präsidenten fordert, da im März die Präsidenten-Wahl ansteht und erste Zweifel an Präsident Schneider laut werden.

Wer das Gold/Geld hat, macht die Regeln. Und auch wenn in Deutschland noch die 50+1-Regel herrscht, ändert das nichts an der Tatsache, dass fast ein neuer Trainer legal auf Druck eines Investors verpflichtet wurde. Die traurige Wahrheit dabei: 49+Geld kann also doch größer als 50+1 sein.


EURE MEINUNG: Wer ist der Schuldige bei der 1860-Posse?

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